Ich hab ein zärtliches Gefühl

Ich hab ein zärtliches Gefühl für jeden Verlierer auf der Welt, für Punks und Penner, Junkies und Verrückte und für zahnlose Alte.
Für alle, die dem Schönheitsideal nicht entsprechen, die durchs Raster fallen, die auf der Straße betteln gehn.
Ich hab ein zärtliches Gefühl für all die Nicht-Angepassten, alle die ausbrechen wollen aus dem täglichen Einerlei des grauen Alltags.
Für alle, die noch einen Traum haben, auch wenn er zum Scheitern verurteilt ist.
Ich mag Menschen, die nicht aalglatt sind, die das Leben nicht mühelos packen, die darum kämpfen, Mensch zu sein.
Ich mag die Suchenden und Verzweifelten, die Nichtwissenden und Trostlosen.
Vielleicht mag ich einfach die „Menschen“?
Donralfo
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Ich hab ein zärtliches Gefühl

Ich hab ein zärtliches Gefühl für jeden Verlierer auf der Welt, für Punks und Penner, Junkies und Verrückte und für zahnlose Alte.
Für alle, die dem Schönheitsideal nicht entsprechen, die durchs Raster fallen, die auf der Straße betteln gehn.
Ich hab ein zärtliches Gefühl für all die Nicht-Angepassten, alle die ausbrechen wollen aus dem täglichen Einerlei des gra
uen Alltags.
Für alle, die noch einen Traum haben, auch wenn er
zum Scheitern verurteilt ist.
Ich mag Menschen, die nicht aalglatt sind, die das Leben nicht mühelos packen, die darum kämpfen, Mensch zu sein.
Ich mag die Suchenden und Verzweifelten, die Nichtwissenden und Trostlosen.
Vielleicht mag ich einfach die „Menschen“?
Donralfo

Who would Jesus bomb?

Wie viele Todesfälle von unschuldigen Zivilisten müssen als „Kollateralschaden“ toleriert werden, um einen grausamen Diktator durch einen Krieg zu stürzen? Einer, zehn, hundert, tausend, hunderttausend, eine Million?
Im Irak gibt es seit dem Einmarsch der Amerikaner und ihrer Allierten bis zum heutigen Tag nach einer Untersuchung der Bloomberg School of Public Health (Johns Hopkins University, Baltimore, USA) und der Al Mustansiriya Universität von Bagdad ca. 654,965 zivile Todesfälle direkt durch den Krieg und durch die Kriegsfolgen, wie Terroranschläge etc. Seit Kriegsbeginn fielen 2978 amerikanische Soldaten. Who would Jesus bomb? weiterlesen

Who would Jesus bomb?

Wie viele Todesfälle von unschuldigen Zivilisten müssen als „Kollateralschaden“ toleriert werden, um einen grausamen Diktator durch einen Krieg zu stürzen? Einer, zehn, hundert, tausend, hunderttausend, eine Million?
Im Irak gibt es seit dem Einmarsch der Amerikaner und ihrer
Allierten bis zum heutigen Tag nach einer Untersuchung der Bloomberg School of Public Health (Johns Hopkins University, Baltimore, USA) und der Al Mustansiriya Universität von Bagdad ca. 654,965 zivile Todesfälle direkt durch den Krieg und durch die Kriegsfolgen, wie Terroranschläge etc. Seit Kriegsbeginn fielen 2978 amerikanische Soldaten.
Wie ich im Presseclub (Sonntag mittags 12.00 Uhr) neulich erfuhr, spielt die Rechtmäßigkeit des Irakkrieges keine politische Rolle mehr für Europa und die westliche Welt. Es ist mittlerweile politisch irrelevant geworden, ob der Krieg durch Lügen über angebliche Massenvernichtungswaffen und Beteiligung von
Saddam Hussein an den Anschlägen vom 11. September ausgelösst wurde, oder durch Interessen der Ölindustrie Amerikas. Die USA lenken langsam aber sicher politisch um in eine andere Richtung: Truppenabzug, egal was aus dem Irak wird. Sicher scheint nur, daß der Irak eine neue Brutstätte für den internationalen islamistischen Terrorismus geworden ist.
Wer wird sich das Land unter den Nagel
reißen, wenn die Amis gegangen sind? Der Iran? Wie lange wird der Bürgerkrieg dauern? Gibt es dort schon bald einen neuen „Gottesstaat“?
Wofür sind die hunderttausende Zivilisten und die amerikanischen Soldaten gestorben?
Wie gesagt, die Schuldfrage ist politisch völlig irrelevant geworden. Wer weint schon bei uns im Westen um irakische Kinder?
Das sind doch „nur“ Moslems. Und die mögen wir hier ja sowieso nicht. Ein paar potenzielle Terroristen und Asylbewerber weniger, na und?
Erschreckend für mich ist besonders,
daß auch die Mehrzahl der bekennenden Christen in den USA den Kriegskurs von George W. Bush bedingungslos unterstützt haben und ihn sogar wiedergewählt haben, nachdem die ganzen Lügen über Massenvernichtungswaffen und Verbindungen zu Al Quaida aufgeflogen waren. Bis heute glaubt ein Großteil der Amis immer noch, daß Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden wurden! Haben sie noch nicht einmal die Dementis ihrer eigenen Regierung registriert?
Der Irakkrieg wird bald vergessen sein. Wir brauchen uns aber nicht zu langweilen, denn wir haben ja auch noch den Iran. Der will atomar aufrüsten und ist eine konkrete Bedrohung für Israel und das Gleichgewicht im nahen Osten. Da haben wir dann ja bald einen „
rechtmässigen“ Krieg, wenn es nach George W. Bush geht. Vielleicht wird das ja sein Vermächtnis an den nächsten Präsidenten der USA.
Wie sieht das denn eigentlich bei den bekennenden Christen in Deutschland aus? Werden wir diesen neuen Krieg innerlich unterstützen? Wie sieht unsere Haltung gegenüber Israel aus? Weinen wir nur über israelische Terroropfer oder auch über die zivilen Opfer und
Kollateralschäden der Palästinenser bei israelischen Vergeltungsmaßnahmen? Was zählt für uns, Menschen oder die Ideologie? Liebt nicht Gott alle Menschen gleichermassen, ohne Rücksicht auf Rasse oder Religion? Sind wir so unparteiisch wie Gott, oder halten wir Gott etwa für parteiisch? Diesen Eindruck habe ich bei den christlichen „Israelfreunden“. In den Palästinensergebieten wird gejubelt, wenn Raketen auf Israel treffen, bei den philosemitischen Christen empfindet man eine „klammheimliche Freude“, wenn den Palästinensern ein paar israelische Granaten um die Ohren fliegen. Die Fotos von toten Kindern und Zivilisten sind natürlich stets „getürkt„. Falls sie doch echt sind, zuckt man nur die Achseln.
Was würde Jesus tun? (
What would Jesus do?) Das ist ein bekannter christlicher Slogan heute.
Who would Jesus bomb? (Wen würde Jesus bombardieren?) Diesen Slogan erfanden amerikanische Kriegsgegner. Er, der alle Schmach und Gewalt an seinem eigenen Leibe erduldet hat und sich
nicht gewehrt hat, Er, der seinen Mördern am Kreuz vergeben hat, würde Er wehrlose Zivilisten, Frauen und Kinder opfern, um einen Despoten wie den iranischen Präsidenten Ahmadinejad zu stoppen? Was glaubst Du?

Walabend

Das hatte ich mir in meiner aktiven Gemeindezeit schon immer gewünscht. Jesus als Mittelpunkt und Hauptthema der Predigten!
Das genieße ich jetzt live an jedem Mittwochabend. Im Expowal auf dem Gelände der ehemaligen Weltausstellung in Hannover.
der Abend beginnt mit Pasta, Wasser und Wein, wenn man möchte. Das war mal umsonst, kostet jetzt ein bischen, aber sehr humane Preise.
Die unglaubliche Kirche im Wal ist ein Glaubensprojekt der inneren Mission in der evangelischen Kirche und wird nicht aus Kirchensteuermitteln finanziert, sondern allein durch Spenden.
Was, evangelische Pastoren können neuerdings auch glauben? Jawohl, und zwar auf eine äußerst feine und angenehme Weise. Walabend weiterlesen

Walabend

Das hatte ich mir in meiner aktiven Gemeindezeit schon immer gewünscht. Jesus als Mittelpunkt und Hauptthema der Predigten!
Das genieße ich jetzt live an jedem Mittwochabend. Im Expowal auf dem Gelände der ehemaligen Weltausstellung in Hannover.
der Abend beginnt mit Pasta, Wasser und Wein, wenn man möchte. Das war mal umsonst, kostet jetzt ein bischen, aber sehr humane Preise.
Die unglaubliche Kirche im Wal ist ein Glaubensprojekt der inneren Mission in der evangelischen Kirche und wird nicht aus Kirchensteuermitteln finanziert, sondern allein durch Spenden.
Was, evangelische Pastoren können neuerdings
auch glauben? Jawohl, und zwar auf eine äußerst feine und angenehme Weise. Und offensichtlich steht der liebe Gott zu diesem Glaubensprojekt und lässt es gelingen. Beim vorletzten Walsonntag waren 870! Menschen im Gottesdienst, der sogar im lokalen Radio angesagt wurde. Und zwar sehr freundlich, frisch und einladend. Ja wo gibts denn sowas, daß die böse Welt für das Reich Gottes Reklame macht?
Diese Mega-Gottesdienste gibt es nur 2mal im Monat, aber der kleine feine Abendgottesdienst findet jeden Mittwoch statt. Ich mag ihn viel lieber als den Riesengottesdienst. Denn da gibt es Abendmahl. Wie schön ist es, sich einmal in der Woche auf diese Weise bewusst zu machen, was Jesus für uns getan hat. Er ist mir jedesmal ganz nah.
Der Gottesdienst überfordert mich nicht mit langen Predigten und Lobpreiszeiten, ich hatte ja schon eine Allergie dagegen. Jetzt kann ich wieder von ganzem Herzen mitsingen und habe große Freude am Wort Gottes. Eine Stunde kann ich schon mal auf einem Stuhl sitzen ohne Probleme mit meiner Herzschwäche zu bekommen.
Ich gehe jedesmal ermutigt und innerlich gestärkt aus der Versammlung. Kein Druck, ein besserer Christ zu werden. Kein Druck, mehr zu beten, oder in der Bibel zu lesen. Kein Druck, Menschen zu bekehren. Überhaupt gar kein Druck zu irgendwas! Nur Freude an unserem guten Herrn und Dankbarkeit für sein Opfer am Kreuz. Dankbarkeit für seine Erlösung. Dankbarkeit für seine heilende Gegenwart.
Rettung und Hilfe kommt nicht durch viel Gebet. Rettung und Hilfe kommt nicht durch stundenlangen Lobpreis und Anbetung. Rettung und Hilfe kommt nicht durch stundenlanges Bibellesen und Bekennen von Bibelversen.
Rettung und Hilfe kommt allein durch
eine Person: Jesus Christus.
Er ist der Heiland und Erlöser, er macht alles, was kaputt war, wieder heil. In niemand Anderem ist Rettung und Heil; in keiner Technik des Glaubens, in keinen „gesalbten“ und begabten Menschen, in keiner Reue und Bußbemühung unsererseits, und auch nicht im noch so feurigen Versuch der Nachfolge Christi.
Nur ER ist der König. Schade, daß nur so wenige Menschen das erfassen können und entweder gar nichts von ihm wissen wollen, oder versuchen, ihm mit eigenem Bemühen zu folgen.
Auf solche Gedanken komme ich im Wal.

Verfolgung in der Hauskirche

Gestern war mal wieder Hauskirche. Hauskirche ist modern und progressiv. Nicht so starr und unflexibel wie die althergebrachte Gemeinde, wo es lange, lange Zeit braucht um sich auf die neuen Strömungen des Zeitgeistes einzustellen.
Das musste ich gestern zu meinem Leidwesen am eigenen Leibe erfahren. Nachdem unser Leiter gelehrt hatte, daß neuerdings die Frau das Oberhaupt der Familie sei, gab er meiner Frau sofort einen Baseball-Schläger zur Hand, um meinen Protest im Keim zu ersticken!
Dann holte er eine große Heckenschere, beschnitt demonstrativ seinen großen Ficus-Strauch, der anfing, an den Schnittstellen weißlich zu bluten. Verfolgung in der Hauskirche weiterlesen

Verfolgung in der Hauskirche

Gestern war mal wieder Hauskirche. Hauskirche ist modern und progressiv. Nicht so starr und unflexibel wie die althergebrachte Gemeinde, wo es lange, lange Zeit braucht um sich auf die neuen Strömungen des Zeitgeistes einzustellen.
Das musste ich gestern zu meinem Leidwesen am eigenen Leibe erfahren. Nachdem unser Leiter gelehrt hatte,
daß neuerdings die Frau das Oberhaupt der Familie sei, gab er meiner Frau sofort einen Baseball-Schläger zur Hand, um meinen Protest im Keim zu ersticken!
Dann holte er eine große Heckenschere, beschnitt demonstrativ seinen
gren Ficus-Strauch, der anfing, an den Schnittstellen weißlich zu bluten.
Anschließend wurde gedroht, mich am Stuhl festzuschnallen, um mir die Haare zu schneiden, da meine schönen langen Haare meiner Frau und den anderen Frauen der Gemeinde nicht gefallen.
Alles schimpfen und Flehen half nichts! Sie fesselten und knebelten mich und mit einem höhnischen und grausamen Lächeln machte sich mein bester Freund K. ans hinterhältige Werk.
Der einzig gute Mensch unserer Hauskirche, Frau P. setzte sich auf Knien für mich ein, damit ich verschont bliebe. Aber es half nichts. Die Folterknechte lachten und grölten nur um so mehr und begannen ihr grausames Werk. Dies kam dabei heraus! Sieht es nicht grausam aus? Das kommt davon, wenn man sich den Christen George W. Bush und sein Folterlager
GuantanamoBay zum Vorbild nimmt. Aber die Amerikanischen Christen sind nun mal am schnellsten im geistlichen Wachstum und sind auf allen Gebieten der Kirche im Rest der Welt weit voraus.
Ich kann die Hauskirchenbewegung nur davor warnen, immer auf der neuesten Welle mitzureiten! Das kann schlimme Folgen für den Einzelnen haben. Bin am überlegen, ob ich nicht doch wieder in eine „normale“ Gemeinde eintrete.
Eigentlich sollte die Hauskirche
ursprünglich Schutz vor Verfolgung bieten, wegen ihrer verfolgungssicheren Struktur. Aber wer schützt uns vor der Verfolgung von innen?
Ratlos
Don
Ralfo


Herrman Hesse und mehr…

Gestern erzählte mir meine Tochter freudestrahlend von einem guten Buch, daß sie gerade zum 2. mal liest: „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm. Ich hatte es ihr dereinst empfohlen. Sie meinte zu mir, daß es beim 2. Mal lesen ganz anders und noch viel besser auf sie wirkt und nimmt sich fest vor, es noch zum dritten mal zu lesen. „Mal sehen, wie es dann ist!“
Offensichtlich hat das Buch sich in der Zwischenzeit nicht verändert. – Aber meine Tochter hat sich verändert. Sie ist erwachsener und selbstständiger geworden.
Ähnlich geht es mir mit Hermann Hesse. Seine Bücher hatten mich in der Jugend sehr stark berührt und beeinflusst. Als ich später Christ wurde, meinte ich: eher zum Schlechteren hin,
Hesse ist ja in christlichen Kreisen wohl eher als Esoteriker und falscher Mystiker verschrien.
Jedenfalls habe ich mich ziemlich von seinem Gedankengut distanziert. Schließlich hatte die Lektüre seiner Bücher mich für das Hippietum und dem Nachlaufen von indischen Gurus und „dämonischen“ Kräften infiziert.
Aber letztens kam in mir der Wunsch auf, den „Steppenwolf“ und „Siddharta“ nach über 30 Jahren nochmal zu lesen.
Das war ein ganz erstaunliches Leseabenteuer. Keine Bange – ich verspüre heute keinen Wunsch mehr, irgendwelchen Gurus nachzulaufen, indische Meditation zu praktizieren oder mich in esoterische Praktiken einzulassen. Ich finde Jesus nach wie vor ganz wunderbar und ich bin nicht mehr auf der Suche nach Gott, wie früher. Ich habe ihn endgültig gefunden, oder richtiger: Er hat mich gefunden! Ich brauche keine andere Quelle des Lebens. Das ist Jesus für mich.
Aber Herrmann Hesse ist ein wunderbarer Erzähler. Er hatte viel Weisheit und Einblick in die menschliche Psyche. Ich verstehe jetzt viel besser, warum er mir damals so viel bedeutet hat.
Die gleiche seelische Zerrissenheit, die Ängste, die Träume und Wünsche, die mir in seinen Büchern begegnet sind, habe ich auch bei mir selbst entdeckt. Ich hatte das Gefühl: Hier versteht mich einer, hier hat jemand das Gleiche durchgemacht, wie du.
Damals konnte ich mit seinem christlichen Hintergrund und den daraus folgenden Gedanken nicht viel anfangen, heute kann ich die Kämpfe seiner Kindheit viel besser nachvollziehen.
Es war und ist mir ein absoluter Hochgenuss, ihn nach über 30 Jahren wieder neu zu entdecken.
Ich merke, so wie meine Tochter, wie sehr ich mich geändert habe und verstehe mich selbst ein Stück weit besser. Ich habe als Christ zwar einen neuen Geist bekommen als ich durch Gottes Gnade von neuem geboren wurde. „Ein Neues ist geworden“ Ich bekam ein neues „Herz“.
Aber das Kind und der Jugendliche von damals leben immer noch tief in meiner Seele. – Gestorben ist nur der alte „Geist“.
Und es ist ungesund für die Psyche und bringt uns geistlich auch nicht voran, dieses „Kind in uns“ zu verleugnen.
Der „alte Mensch“ ist gestorben, wenn wir uns Jesus zuwenden und ihm nachfolgen. Wir sollen uns für gestorben erachten, fordert Paulus. Ja, das ist schon richtig – betrifft aber in erster Linie unseren menschlichen Geist, nicht die Seele. Es betrifft unser Herz, nicht unseren Verstand.
Ich bin der festen Überzeugung, daß Gott uns als eine „Ganzheit“ sieht. Und das er uns als eine „Ganzheit“ liebt. Er sieht das Kind und den Jugendlichen in uns. Er sieht den jungen Erwachsenen und den alten Mann oder die alte Frau. Unser ganzes Leben ist vor ihm ausgebreitet und wie ein offenes Buch. Er liebt nicht erst den bekehrten und veränderten Christen, sondern genauso das ängstliche kleine Kind und den rebellischen Jugendlichen in uns. Und das sollten wir auch tun!

Herrman Hesse und mehr…

Gestern erzählte mir meine Tochter freudestrahlend von einem guten Buch, daß sie gerade zum 2. mal liest: „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm. Ich hatte es ihr dereinst empfohlen. Sie meinte zu mir, daß es beim 2. Mal lesen ganz anders und noch viel besser auf sie wirkt und nimmt sich fest vor, es noch zum dritten mal zu lesen. „Mal sehen, wie es dann ist!“
Offensichtlich hat das Buch sich in der Zwischenzeit nicht verändert. – Aber meine Tochter hat sich verändert. Sie ist erwachsener und selbstständiger geworden.
Ähnlich geht es mir mit Hermann Hesse. Seine Bücher hatten mich in der Jugend sehr stark berührt und beeinflusst. Als ich später Christ wurde, meinte ich: eher zum Schlechteren hin,
Hesse ist ja in christlichen Kreisen wohl eher als Esoteriker und falscher Mystiker verschrien.
Jedenfalls habe ich mich ziemlich von seinem Gedankengut distanziert. Schließlich hatte die Lektüre seiner Bücher mich für das Hippietum und dem Nachlaufen von indischen Gurus und „dämonischen“ Kräften infiziert.
Aber letztens kam in mir der Wunsch auf, den „Steppenwolf“ und „Siddharta“ nach über 30 Jahren nochmal zu lesen.
Das war ein ganz erstaunliches Leseabenteuer. Keine Bange – ich verspüre heute keinen Wunsch mehr, irgendwelchen Gurus nachzulaufen, indische Meditation zu praktizieren oder mich in esoterische Praktiken einzulassen. Ich finde Jesus nach wie vor ganz wunderbar und ich bin nicht mehr auf der Suche nach Gott, wie früher. Ich habe ihn endgültig gefunden, oder richtiger: Er hat mich gefunden! Ich brauche keine andere Quelle des Lebens. Das ist Jesus für mich.
Aber Herrmann Hesse ist ein wunderbarer Erzähler. Er hatte viel Weisheit und Einblick in die menschliche Psyche. Ich verstehe jetzt viel besser, warum er mir damals so viel bedeutet hat.
Die gleiche seelische Zerrissenheit, die Ängste, die Träume und Wünsche, die mir in seinen Büchern begegnet sind, habe ich auch bei mir selbst entdeckt. Ich hatte das Gefühl: Hier versteht mich einer, hier hat jemand das Gleiche durchgemacht, wie du.
Damals konnte ich mit seinem christlichen Hintergrund und den daraus folgenden Gedanken nicht viel anfangen, heute kann ich die Kämpfe seiner Kindheit viel besser nachvollziehen.
Es war und ist mir ein absoluter Hochgenuss, ihn nach über 30 Jahren wieder neu zu entdecken.
Ich merke, so wie meine Tochter, wie sehr ich mich geändert habe und verstehe mich selbst ein Stück weit besser. Ich habe als Christ zwar einen neuen Geist bekommen als ich durch Gottes Gnade von neuem geboren wurde. „Ein Neues ist geworden“ Ich bekam ein neues „Herz“.
Aber das Kind und der Jugendliche von damals leben immer noch tief in meiner Seele. – Gestorben ist nur der alte „Geist“.
Und es ist ungesund für die Psyche und bringt uns geistlich auch nicht voran, dieses „Kind in uns“ zu verleugnen.
Der „alte Mensch“ ist gestorben, wenn wir uns Jesus zuwenden und ihm nachfolgen. Wir sollen uns für gestorben erachten, fordert Paulus. Ja, das ist schon richtig – betrifft aber in erster Linie unseren menschlichen Geist, nicht die Seele. Es betrifft unser Herz, nicht unseren Verstand.
Ich bin der festen Überzeugung, daß Gott uns als eine „Ganzheit“ sieht. Und das er uns als eine „Ganzheit“ liebt. Er sieht das Kind und den Jugendlichen in uns. Er sieht den jungen Erwachsenen und den alten Mann oder die alte Frau. Unser ganzes Leben ist vor ihm ausgebreitet und wie ein offenes Buch. Er liebt nicht erst den bekehrten und veränderten Christen, sondern genauso das ängstliche kleine Kind und den rebellischen Jugendlichen in uns. Und das sollten
wir auch tun!