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Gottes Arbeit erledigen?

Ich denke ständig über mein Leben nach. Über die Dinge für die ich Gott dankbar bin und noch mehr über die Dinge die schief gelaufen sind. Und ich versuche ständig die Ursachen dafür zu ergründen. Das ist schon zwanghaft bei mir und ich wünschte ich bräuchte nicht so viel über mich nachdenken. 
Sei 1977 habe ich so Einiges mit Gott erlebt und wollte ihm immer mit ganzem Herzen und ganzer Kraft dienen.
Allerdings habe ich den Eindruck gewonnen, daß ich sehr häufig versucht habe schneller voranzugehen als Gott das eigentlich von mir wollte. Sobald ich den Eindruck hatte, daß Gott mich in irgend einer Richtung gebrauchen wollte war ich unter Volldampf, reflektierte nicht großartig darüber und setzte mich in Bewegung wie eine Dampflokomotive. Ob mir andere hinterher kamen interessierte mich wenig. 

Und auch die Zeitpunkte Gottes (kairos) interessierten mich wenig. Gott war ja schließlich im „Wunder-Business“ und hatte gefälligst dafür zu sorgen, daß Leute sich bekehren, geheilt und befreit wurden und ihr Leben auf die Reihe kriegten. Und wenn Gott sich mit seiner Arbeit Zeit ließ, wenn die Wunder auf sich warten ließen war ich sehr wohl geneigt ihm ein wenig nachzuhelfen.

Wenn ich zum Beispiel einen leisen Eindruck oder Impuls in meinen Gedanken verspürte, posaute ich diesen gerne auf der Bühne mit dem Anspruch hinaus: „Der Herr hat gesagt!“, obwohl eigentlich der Herr gar nichts gesagt hatte.


Ich hatte vielleicht den Eindruck, daß der Herr eventuell etwas Bestimmtes  sagen wollte, aber ich hörte ja keine Stimme aus dem Himmel, kein Engel war mir erschienen und eigentlich war ich mir unsicher, ob dieser leicht verschwommene Eindruck wirklich vom heiligen Geist gewirkt war, oder einfach durch ein frommes Wunschdenken meinerseits. 
Aber in unseren Kreisen sagte man damals ja mit dramatischer Stimme: „So spricht der Herr“, oder Ähnliches. 
Und dann sprach ich kühn im Namen Gottes meine Weissagungen in die Runde. Ich würde ja nicht gesteinigt werden, wenn jemand Zweifel an meinen Aussagen hätte. Wir durften ja Fehler machen und neue Dinge ausprobieren – wie hätten wir denn sonst in den Gaben des heiligen Geistes wachsen sollen? So die durchaus gängige Meinung in der charismatischen Bewegung damals.

Heutzutage kommt mir das nackte Grauen über diese Anmaßungen von damals und ich bin froh, daß mich manchmal nicht der direkte Blitzstrahl vom Himmel getroffen hat!

Ich hatte das aufrichtige Verlangen und die Sehnsucht, daß Gott noch viel mehr und klarer reden und handeln sollte, ja ich verzehrte mich sogar danach und betete wirklich inständig und intensiv für die Gaben des heiligen Geistes: Weissagung und Prophetie, Heilungen, Zeichen und Wunder.

Aber Gott nachhelfen wollen? Gottes Arbeit erledigen wollen? Gott war so gnädig, mir immer wieder echte Eindrücke durch seinen Geist zu schenken – Dinge, die viele Glaubensgeschwister tatsächlich sehr ermutigt haben und die sie noch viele Jahre später erinnerten, weil es sie tief berührt hatte. Und vieles hatte sich auch tatsächlich bestätigt. 

Aber was ist mit dem ganzen Unheil, daß ich möglicherweise dadurch angerichtet habe, daß ich frecher Weise falsche Hoffnungen in Menschen geweckt habe?
Vielleicht war so mancher von Gott enttäuscht und hat sich innerlich sogar von ihm abgewendet?
Und was für negative Auswirkungen hatte diese Handlungsweise bei mir selbst?

Ich wollte damals am liebsten die ganze Welt retten und in die Arme Gottes hineinpushen, aber ist es nicht ein Einziger, der so etwas tun könnte?

Golgota, Gemälde von Mihály von Munkácsy, gemeinfrei.

Und ich glaube, er hat es vor zweitausend Jahren schon längst auf Golgatha getan – diesem Hügel vor Jerusalem, der „Schädelstätte“. 

Nur einer kann die ganze Welt auf seine Schultern nehmen und retten: Der einzigartige Sohn Gottes – Jesus Christus. Am Kreuz, als er für meine und Deine Sünde starb.

Meine Schultern und keine anderen Schultern der Welt sind dafür geeignet und berufen. Ich habe mich damals schwer an dieser Last verhoben. Wir können und sollen nicht Gottes Arbeit erledigen. „Was ER euch sagt, das tut“, sagte einst seine Mutter Maria zu den Dienern bei der Hochzeit zu Kana. Wir sollten nicht versuchen mehr als das zu tun!


Buße von toten Werken

Hebräer 6,1 (rev. Elberfelder Bibel)

Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen […] und nicht wieder einen Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott…

Bild: Wikipedia Sisyphos-Darstellung Tizians 

Das Fundament des Glaubens im geistlichen Leben ist ebenso wichtig, wie das Fundament eines Gebäudes in der natürlichen Welt.

Je höher man bauen will, desto tiefer und solider muss die Grundlage, das Fundament sein.

Ich frage mich, ob uns als Christen allen überhaupt bewusst ist, auf welchen Grundlagen unser christlicher Glaube überhaupt beruht.

“Der Anfang des Christus“ ist laut diesem Vers im Hebräerbrief die „Buße von “toten Werken“ und der Glaube an Gott.

Tut Buße und glaubt an das Evangelium war die Botschaft, die Jesus zu Anfang seines öffentlichen Wirkens überall predigte:

Buße von toten Werken weiterlesen

Das Herz voller Musik

Eph.5,18-20 Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes;  redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen; sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus;  (Schlachter 2000)

Mal wieder so eine starke, steile Forderung des weltfernen Apostels Paulus – oder liegt in diesen Versen des Epheserbriefes vielleicht eine Kraftquelle verborgen die durchaus das Potential hat unseren Alltag radikal zu verändern?
Sich nicht mit Alkohol (oder ähnlichen Substanzen) zu berauschen mag für den einen oder anderen ja schon Herausforderung genug sein, liegt aber für Nichtalkoholiker durchaus in greifbarer Nähe, auch wenn einem das Leben ohne das gewohnte Entspannungsbier oder das Glas Rotwein am Abend grau und fade erscheinen mag.

Vielleicht haben wir aber auch noch nie begriffen und erfahren was die weitaus bessere Alternative ist: Ständig  mit dem heiligen Geist erfüllt zu sein!

Der heilige Geist ist solch ein wunderbarer Freund und Begleiter. Er ist auch Ratgeber, Tröster und Beistand. Kann es etwas Besseres geben als ständig die wunderbare Nähe Gottes in seinem Inneren zu erleben?
Doch wie wird man voll Geistes? Garantiert nicht allein dadurch daß man auf Alkohol verzichtet, aber es kommt sehr wohl darauf an wovon unsere Seele, unser Herz und Denken erfüllt ist.

Gott erfüllt leere Gefäße

Ich bin davon überzeugt daß der Geist Gottes nur ein leeres Gefäß erfüllen kann. Er füllt ein Herz, daß hungrig und durstig nach Gott ist!

Mt 5,3    Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich!
Mt 5,6    Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden!

Unsere Sattheit, unser Erfülltsein mit allen möglichen anderen Dingen als Gott ist unser Problem. Und wenn wir unseren Mangel an Gottes Nähe spüren, wenn wir bemerken daß uns alle Dinge dieser Welt nicht wirklich zufrieden und glücklich machen ist dies Gottes Chance uns mit seinem übernatürlichen Leben, seinem wunderbaren Tröster zu erfüllen.  (Vgl. 2.Kön.4, 1-6)

Lobpreis, Dank und Anbetung sind der Schlüssel für ein geisterfülltes Leben

Die sehr urtextgenaue Elberfelder Bibel übersetzt Vers 19 aufschlußreich: sondern werdet voller Geist …indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt!
Wenn wir diese Anweisung ernst nehmen und sie befolgen werden wir also auch erleben daß der Geist Gottes uns ständig neu erfüllt…

Es tut gut dem Herrn miteinander in der Versammlung der Geschwister im Geist zu singen, zu loben und zu danken – das kennen und erleben viele Christen und sind erfreut und gesegnet von der Fülle alter und neuer Lieder die von Gottes Geist inspiriert wurden. Was von Gottes Geist inspiriert wurde strahlt und atmet auch Gottes Geist aus wenn man von Herzen für den Herrn und füreinander singt und spielt. In dieser Athmosphäre erlebe ich Gottes Liebe und Nähe in ganz besonderer und kostbarer Weise. Deshalb brauchen wir die Gemeinschaft mit anderen Kindern Gottes.

Aber nicht jeder Tag ist Sonntag – die Versammlung (Der Gottesdienst) dauert eine Stunde – und bei den Pfingstlern oder Charismatikern durchschnittlich vielleich zwei. Und der Tag dauert 24 Stunden – was mache ich also den gesamten Rest der Zeit? Wie verbringe ich diese Zeit in der kein Gottesdienst ist?

Im Sinne des neuen Testaments ist der Gottesdienst nicht auf irgendein Gebäude oder eine bestimmte Uhrzeit beschränkt – der wahre Gottesdienst läuft 24 Stunden am Tag in deinem Alltag – am Sonntag gibt es nur die Vesammlung der Gläubigen um sich gegenseitig für den eigentlichen Gottesdienst im Alltag zu stärken und zu ermutigen!

Ich sehe jetzt im Geist so manchen meiner Leser mit hängender Zunge total erschöpft nur allein von dem Gedanken „jeden Tag 24 Stunden Gottesdienst“ vor dem Monitor hängen: „Wie soll ich DAS denn bloß schaffen, ich halte ja noch nicht mal die eine Stunde am Sonntag durch ohne innerlich komplett abzuschalten!“   
Wenn man den eigentlichen Gottesdienst im Alltag nur als eine Forderung Gottes begreift ist man auch tatsächlich schon am Ende bevor man überhaupt damit angefangen hat – zumal unser Gottesdienst auch beinhaltet uns tatkräftig um bedürftige Mitmenschen (damals: Witwen und Waisen) zu kümmern. (Jak.1,27)

Aber Jesus ist nicht gekommen uns Stress und Arbeit ohne Ende zu bescheren sondern um uns LEBEN zu schenken – und zwar im Überfluß! Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht.
Und dieses Leben ist die ständige Verbindung zu ihm, seine wunderbare Nähe durch den heiligen Geist der uns volkommen erfüllen will – bis das Gefäß unseres Herzens überfließt!

…singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen

Ich bin sicher daß jeder schon einmal erlebt hat wie es ist einen „Ohrwurm“ zu haben. Da hört man ein Lied im Radio, daß einem einfach nicht mehr aus dem Kopf geht…
In den schlimmsten Phasen meiner Depression und Angststörung bin ich fast täglich mit solch einem depressiven Ohrwurm aufgewacht. Oft waren es Songs aus meiner Vergangenheit mit denen ich mich identifiziert hatte – zumeist sehr traurige, melancholische oder tiefdepressive, düstere Songs. So in der Art wie „Riders on the Storm“, das letzte von Jim Morrison eingesungene Lied.
Und dieses traurige Lied begleitete mich bis zum Erbrechen den ganzen Tag und zog meine Stimmung runter. Irgendwann nervte es mich total, aber ich konnte diese Lieder nur sehr schwer loswerden – irgendwann hörte ich halt eine CD mit anderen melancholischen Liedern und dann hatte ich einen neuen Ohrwurm.

In den letzten 1-2 Jahren habe ich eine andere Art Ohrwurm wieder neu für mich entdeckt: Ohrwürmer die mich nicht runterziehen sondern aufbauen und gut draufbringen. Lobpreis und Anbetungsmusik auf CD oder im Internet. Es gibt jede Menge davon günstig auf Amazon gebraucht zu erwerben sowie kostenlos auf laut.fm oder anderen Portalen zu hören. Einfach die Stichworte Lobpreis, Anbetung, praise und worship auf Youtube oder Itunes etc. eingeben.

Ich habe mir Mp3 CDs fürs Autofahren zusammengeschnitten und beim Fitness höre ich regelmäßig verschieden Lobpreissender aus dem Internet.

 – Und siehe da: Statt der depressiven Ohrwürmer wache ich nun regelmäßig mit einem fröhlichen Lobpreislied am Morgen auf! 

Und diese Lieder vermitteln mir Zuversicht, Glauben und Freude statt eines betrübten und verzagten Geistes.
Diese Lieder bringen mich den ganzen Tag in eine Haltung der Dankbarkeit, des Gebetes und des staunens über Gottes große Güte und Gnade. Welch ein Unterschied! Statt der Trauergeister erfüllt mich nun der heilige Geist mehr und mehr…

Und mein Herz ist oft den ganzen Tag voller Musik – ja ich fange auch wieder an ab und zu Gitarre zu spielen und selber diese Lieder zu singen!
Das alles ist kein großes düsteres „MUSS“ sondern eine Quelle der Kraft und Freude, eine Quelle des übernatürlichen Friedens den nur Gott schenken kann.

Es ist leicht dem Herrn in seinem Herzen zu singen und zu spielen, keine Last oder Bürde! Ich fühle mich von Gott geliebt und angenommen, fühle mich durch Jesus von Lasten befreit unter denen ich so viele Jahre gelitten habe. Ängste und Sorgen fliehen und können sich nicht mehr in meinen Gedanken einnisten wie große schwarze Vögel. Sie fliegen wohl ab und zu vorbei und wollen sich niederlassen – aber wohnen müssen sie woanders!

Zu Pfingsten hörte ich von einem evangelischen Pfarrer eine bemerkenswert Predigt über die Erfüllung mit dem heiligen Geist. Er verglich die menschliche Seele mit einem Schwamm. „Wenn nun ein Schwamm im Wasser liegt“, sagte er, „womit wird er sich wohl vollsaugen?“ Natürlich mit dem Element in dem er liegt, ist doch klar.
Wie können wir dann erwarten mit dem heiligen Geist erfüllt zu werden wenn wir dauernd in allen möglichen anderen Elementen herumliegen anstatt in den Dingen Gottes?

sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus;

Ein Halsabschneider im Zollamt

Matthäus 9,9
Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.
( Lutherbibel 1984)

Die meisten Menschen sahen dort am Zoll wahrscheinlich einen Halsabschneider sitzen, ein Arschloch, einen Schweinehund, Aasgeier oder Betrüger!
Jesus dagegen sah einen „Menschen“ dort am Zoll sitzen.
Ich habe mich schon oft gefragt warum Menschen alles stehen und liegen ließen um mit Jesus einfach so mitzugehen, ihm nachzufolgen.
Natürlich – er war Gottes Sohn und muß eine faszinierende Ausstrahlung und natürliche Autorität gehabt haben.
Aber deshalb wegen eines einzigen Satzes sein bisheriges Leben einfach so aufgeben?

Hatte es vielleicht auch damit zu tun, daß Jesus nicht den ungebildeten Fischer, den Steuereintreiber, die Prostituierte, den Widerstandskämpfer oder superfrommen Heuchler in den Leuten sah, sondern immer zuerst den Menschen?

Wen oder was sehen wir so am Alltag in der Arbeitsagentur, am Autosteuer, im Fernsehen oder Zeitung, auf Facebook, in der Politik, im Supermarkt? Menschen oder Arschgeigen?
Wie betrachten wir Politiker, Penner, Nachbarn, Flüchtlinge, Migranten und Asylbewerber? Wie schauen wir auf bestimmte Künstler, Moderatoren, Sportler, Journalisten?
Schauen wir verächtlich auf sie herab oder vergöttern wir einige sogar?

Was könnte sich wohl in unserem Land verändern wenn wir all diese Personen so wie Jesus wahrnehmen würden, als Mensch?

Der „Halsabschneider“ Matthäus jedenfalls veränderte sich radikal, seitdem er mit Jesus mitging und sein Jünger, sein Schüler wurde. Noch heute wird in aller Welt sein Evangelium gelesen, zitiert und darüber gepredigt. Und seine niedergeschriebenen Worte verändern die Denk- und Lebensweise von Menschen noch heute!

Jesus und die große Ernte

Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe. Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und schaut die Felder an! Denn sie sind schon weiß zur Ernte.
Joh.4,34-35 (rev. Elberfelder 1985)

Das Evangelium des Johannes spricht davon daß Jesus gekommen ist um die Welt zu retten.
Gott möchte nicht daß irgendjemand in Dunkelheit und Verzweiflung zugrunde geht, sondern daß Menschen zu Jesus, dem Licht der Welt, kommen und für ewig gerettet werden.
Sie sollen Zugang in das wunderbare Königreich Gottes erhalten und Gottes Hausgenossen werden – in die Familie Gottes aufgenommen werden, als Söhne und Töchter Gottes!
Das gilt für das irdische „Hier und Jetzt“ und für die Ewigkeit in Gottes Dimension der Heiligkeit – der neuen Welt Gottes.

Deshalb sendet Jesus seine Nachfolger in die große „Seelenernte“ aus – um die Herzen der Menschen für Gott zu gewinnen, denn niemand kommt automatisch in das Reich Gottes hinein sondern nur wer das bewusst und von ganzem Herzen will.
Kein Mensch ist automatisch Gottes Kind und Gott zwingt auch niemand dazu an ihn zu glauben oder mit ihm zu leben – man muß diese Beziehung schon haben wollen.

Vor ein paar Tagen las ich die Geschichte von Jesus und der samaritischen Frau am Brunnen – mal wieder… (Joh.4,4-39)
Im direkten Zusammenhang mit dieser Geschichte weist er die Jünger auf ihre große Aufgabe hin – die Seelenernte: Schaut die Felder an! Denn sie sind schon weiß zur Ernte.“

Eine interessante Einzelheit an diesem Statement leuchtete mir plötzlich im Geist auf: Jesus kümmerte sich im Moment selbst nicht im Geringsten um die große Masse der reifen Ähren die geerntet werden mussten, sondern nur um einen einzigen Halm, eine einzelne Ähre – die Frau am Brunnen!
Und Frauen galten damals als relativ unwichtig, das öffentliche Abgeben mit ihr (dazu noch eine Ausländerin) galt für einen Rabbi als unschicklich. (Vielleicht vergleichbar mit den patriarchalischen Kulturen der islamischen Länder heutzutage)
Jesus widmet sich aber ganz intensiv diesem einen (in den Augen der Menschen) ärmlichen Halm, er widmet dieser in sexueller Unmoral lebenden Frau seine ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung, verurteilt sie nicht obwohl er alles über ihr Leben auf übernatürliche Weise wusste und macht ihr das Angebot des ewigen Lebens:
Joh 4,10  Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüßtest, wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Wow, Lebendiges Wasser, der heilige Geist – nicht mehr dürsten in Ewigkeit – Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, Gottes Kind werden – ganz nah am Herzen des Vaters leben dürfen!

Und die vielen Felder ringsum waren reif zur Ernte – vielleicht schon überreif – warum kümmert sich Jesus nur so intensiv um den Einzelnen, noch dazu ziemlich kaputten und unwichtigen Menschen?
Weil Gottes Liebe allen Menschen gilt und alle Menschen in seinen Augen gleich wertvoll sind!
Und weil es in diesem Moment der Wille Gottes, des himmlischen Vaters war: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat,“

Und es war effektiver in der „Seelenernte“ als so manche teure Massenveranstaltung der heutigen Zeit, denn:

Joh 4,39 Aus jener Stadt aber glaubten viele von den Samaritern an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 
Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute glaubten um seines Wortes willen; und sie sagten zu der Frau: Wir glauben nicht mehr um deines Redens willen, denn wir selbst haben gehört und wissen, daß dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist.
(rev. Elberfelder 1985)

Don Ralfo und die Musik

Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde die Musik mein Gott. Ich kann das korrekte Datum nicht nennen…
War es mit meiner erste Single „Oh well“ von Fleetwood Mac, welche mir völlig unter die Haut ging?
Oder etwas später als ich (leicht angesoffen) zu Deep Purples „Speed King“ wie wild in meinem Zimmer zu tanzen begann?
Jedenfalls war es bald eine Art religiöser Frevel für mich eine LP (damals gab es nur Vinyl) einfach nur halb abzuspielen, oder gar nur einen einzigen Song zu spielen.
Damals in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern des letzten Jahrtausends gab es ohnehin fast nur Konzeptalben für mich, die man zusammenhängend hören musste – es gab noch so etwas wie „Botschaften“ in der Musik, die ich verzweifelt herauszuhören versuchte weil mein Englisch leider nicht ausreichte… aber irgendwie setzte sich das bischen was ich verstand immer zu einer Art Botschaft für mich zusammen die mein Lebensgefühl prägte.

Undenkbar war auch zu einem Termin aufzubrechen, wenn die LP nicht bis zum letzten Lied fertig gehört und gebührend zelebriert wurde – mit Luftgitarre, Luftschlagzeug oder Schweineorgel und der entsprechenden Mimik dazu.
Als wir ein eigenes Auto besaßen (da war meine Sylle schon permanent dabei) gab es bald auch Kassettenabspielgeräte und es wurde nicht ausgestiegen bis zumindest der derzeitig laufende Song
zu Ende gespielt hatte. Wenn im Radio etwas entsprechendes kam natürlich ebenso.

Und dann kam das Jahr 1977, in dem sich schlagartig alles änderte. Ich war schon einige Zeit von einem gewissen „Jesus“ verfolgt worden, der versuchte mich einzufangen.
Zuerst hatte ich mich noch ziemlich erfolgreich gegen ihn gewehrt – er ging mir mit seinen Absolutheitsansprüchen gehörig auf den Wecker – und seine Leute, sein Bodenpersonal, welche sich als seine Jünger bezeichneten waren teilweise schon sehr schräg und seltsam drauf.
Dummerweise begegneten wir ihnen ab einem gewissen Zeitpunkt nahezu an jeder Ecke der Stadt, vor der Disko, bei der Arbeit und auch im engsten Freundeskreis.

Als meine Sylle sich dann auch noch von ihnen einfangen und „umpolen“ ließ, dachte ich daran jeden Kontakt zu den Jesus-Leuten völlig abzubrechen und mir komplett neue Freunde zu suchen.
Allerdings hing zu diesem Zeitpunkt schon ein Angelhaken von diesem Jesus direkt in meinem Herzen weil ich anfing rational unerklärliche Erlebnisse mit seinem heiligen Geist zu haben immer wenn über ihn gesprochen wurde.
Wie soll ich das nur erklären? Worte können es nicht fassen – aber dein Herz weiß es wenn Gott direkt zu ihm spricht, auch wenn der Verstand noch am Diskutieren und Lamentieren ist!
Und Emotionen wie Glück, innerer Friede oder das Gefühl von Liebe und angenommen-sein waren auch dabei…

Hoppla! Ich bemerke gerade daß sich da eine ziemlich lange Geschichte schreiben will…
vielleicht sollte ich sie etwas unterteilen und portionieren?
Ok. Dann mache ich das so und schreibe Teil 2 und vielleicht 3 etwas später, wenn ich dazu komme…

Der himmlische Stromkreislauf

Damit das Licht in der Glühbirne leuchtet, der Kühlschrank kühlt oder der PC rechnen kann muß er an den elektrischen Strom angeschlossen sein.
Ohne die Kraft des Stroms läuft nichts – kein Fernseher, kein Telefon, kein Elektromotor.

Ohne die Kraft Gottes läuft in gleicher Weise nichts im Hinblick auf Gottes Werk hier auf der Erde. Jesus hat uns, seinen Nachfolgern nicht grundlos geraten ständig mit ihm verbunden zu sein und hat dafür das Bild des Weinstocks und der Reben benutzt. Wenn die Zweige des Weinstocks von ihm abgeschnitten sind, wenn sie nicht ständig von Saft und Kraft des Weinstocks und dessen Wurzel ernährt werden, können sie keine Frucht hervorbringen und verdorren.
Getrennt von mir könnt ihr nichts tun, sagte Jesus zu seinen Jüngern. Viele Christen haben diese Wahrheit für sich selbst, für die Gemeinde oder das vielfältige Werk daß Gott durch sie tun möchte erkannt und strecken sich nach dem heiligen Geist aus, den Jesus verheißen hat.
Der heilige Geist ist uns nicht nur versprochen worden – er wurde zu Pfingsten auch ein für allemal auf die Gemeinde ausgegossen.
Die Kraft des Himmels ist für alle gläubigen Nachfolger von Jesus vorhanden und frei zugänglich – als Geschenk. Es ist kostbar aber völlig kostenlos!

Wer einmal von diesem Wasser des Lebens getrunken hat möchte es nie mehr missen. Und er wird nicht satt und zufrieden davon sondern will immer mehr!

Aus diesem Grund lernte ich Lobpreislieder mit der Gitarre zu spielen und dazu zu singen. Aus diesem Grund fing ich an die Bibel zu lesen und regelmäßig zu beten. Aus diesem Grund half ich mit eine charismatische Gemeinde zu gründen, deren Schwerpunkt Lobpreis und Anbetung, Gebet und die Kraft des heiligen Geistes war.

Ich glaubte wie so viele andere, daß uns eine gewaltige Erweckung bevorstand wenn wir nur intensiv genug beten und Gott bestürmen würden seinen Geist mehr und immer mehr auszugießen. Wenn sich „die Ungläubigen“ nicht bekehrten, so lag es gewiß daran, daß wir noch nicht genug von Gottes Kraft „getankt“ hatten und so war meine Blickrichtung immer nach oben – zu Gott. Ich wollte mehr von seiner Kraft, mehr von seiner Autorität damit Zeichen und Wunder geschehen würden und die Welt erkennt daß Gott existiert und Jesus der Herr ist.

Und irgendwie hatte ich die Erwartung das Gott selbst dafür sorgen würde daß Menschen zur Gemeinde dazukämen.  

Er selbst würde die Menschen in unsere Gottesdienste ziehen wenn nur genügend von dieser himmlischen Energie, dem heiligen Geist, der Kraft Gottes in unserer Mitte wäre.
Die Erweckung blieb aus. Die Menschenmassen kamen nicht. Die Gemeinde wuchs zwar einige Jahre lang, aber meine Vision von einer gewaltigen Erweckung unter den nichtgläubigen, säkularen Menschen in unserer Stadt erfüllte sich nicht.

Vielleicht hatten wir das einfache, natürliche Prinzip des Stromkreislaufs vergessen?

Gestern gab es in Hannover einen schrecklichen Unfall durch Starkstrom, bei dem zwei Arbeiter verbrannten. Sie hatten eine Aluminiumleiter an ein Gebäude der Bahn gestellt um das Gebäude zu reinigen. Die hohe Leiter kippte nach hinten um und berührte die Hochspannungsleitung der Züge im Bahnhof.
Die Arbeiter hatten Kontakt mit der Leiter und der Strom floß durch sie hindurch in die Erde, weil der Stromkreislauf geschlossen war. 
Nun wollten einige Leute helfen und die Arbeiter aus der Gefahrenzone ziehen, weg von der Kraftquelle des Starkstroms. Glücklicherweise wurden sie von anderen zurückgehalten, denn sobald sie die Arbeiter berührt hätten wären sie ein Teil des Stromkreislaufes geworden und die Kraft wäre auch durch sie geflossen – mit tödlicher Wirkung.

Wenn sich Vögel auf den Hochspannungsdraht setzen passiert ihnen überhaupt nichts, weil sie zwar engen Kontakt zur Kraftquelle haben aber nicht die Erde berühren – so wird kein Kreislauf geschlossen und der Strom kann nicht fließen.
In der Analogie für uns als Christen heißt das: Wenn wir wollen, daß Menschen zum lebendigen Glauben an Gott kommen, wenn wir wollen, daß sie unsere Kraftquelle kennenlernen nützt es rein gar nichts wenn wir selbst ausschließlich einen wunderbaren und engen Kontakt zur Quelle, zu Gott haben. 
Wir können selbst die stärksten Berührungen mit Gott haben, den Himmel offen- und die Engel dahin auf- und niedersteigen sehen. Es wird sich kein Mensch Gott zuwenden, wenn wir unsere Hände und Herz ausschließlich zu Gott hin ausstrecken und die Welt dabei vergessen!

Wir müssen auch die Menschen berühren, damit der himmlische Stromkreislauf geschlossen wird und die Kraft Gottes auch für sie spürbar wird!

Dieses ganze einseitige ausgerichtet-sein auf den Himmel und die Power Gottes bringt nichts im Hinblick darauf Menschen für Jesus zu gewinnen!
Wir brauchen nicht noch mehr und immer mehr von Gottes Kraft, damit sich die Herzen der Menschen für Gott endlich öffnen. Wir müssen uns selbst diesen Menschen zuwenden und ihre Herzen berühren. Wir müssen den himmlischen Stromkreislauf schließen!

Zuwendung bedeutet erst einmal Zeit opfern. Für Freundschaft, Nachbarschaft und Verwandschaft, Arbeitskollegen oder Mitschüler. Es bedeutet ein ehrliches Interesse für seinen Nächsten und alle seine Belange zu haben. Für sein Wohlergehen, seine Verletzungen oder Krankheiten, seine Interessen, seine Weltsicht. Und zwar völlig ohne Bekehrungsabsichten! Denn das merken die Leute schnell und das macht unsere Zuwendung unglaubwürdig und unecht.

Wenn wir kein ehrliches Interesse an den Menschen haben werden wir auch ihre Herzen nicht berühren können.

Ich habe Gemeinde so erlebt, daß die ganze Kraft und Energie fast nur auf das Laufen und den Erhalt des Gemeindesystems verwendet wurde. Ich war so in Gemeindeaktivitäten verstrickt, daß ich kaum Zeit für Freundschaften innerhalb der Gemeinde hatte. Es wurden ja ständig Mitarbeiter für alle möglichen Dienste gesucht.
Dann auch noch Freundschaften und Kontakte mit Nichtchristen pflegen? Mir waren schon private Freundschaften innerhalb der Gemeinde lästig, weil ich mit Familie, Beruf und Gemeindeaufgaben mehr als ausgelastet war. Das wäre mir einfach zu viel gewesen und so blieb als Alibi nur die sogenannten Strasseneinsätze übrig, um mit der „Welt“ in Kontakt zu kommen.

Eine Gemeinde die nur damit beschäftigt ist sich um sich selbst zu drehen, um ein Gebäude, die Veranstaltungen und verschiedenen Dienste um das „Gemeindeleben“ aufrecht zu erhalten hat in meinen Augen kaum eine Existenzberechtigung. Und sie taugt nicht dazu andere Menschen zum Glauben an Gott zu bewegen.
Vielleicht sollten einige Gemeinden umkehren und ihre Strukturen noch einmal ganz neu überdenken. Und sie sollten Raum machen für eine Struktur die sich an den Bedürfnissen der nichtgläubigen Menschen um sie herum orientiert? Es gibt ja vielerlei Anregungungen in der christlichen Szene dazu.

Ich freue mich darüber, daß es immer noch Christen gibt die an so etwas wie „Erweckung“ glauben. Aber ich bin davon überzeugt daß weder 24 Stunden unablässiges Gebet oder 24 Stunden Dauerlobpreis den erhofften „Durchbruch“ bringen wird.
Es bringt keinen Durchbruch und hat keinen Effekt auf Nichtgläubige wenn wir für uns selbst die schönsten Gottesdienste feiern und die herrlichste Gegenwart Gottes in unseren Veranstaltungen haben.
Weil damit allein nicht der himmlische Stromkreislauf geschlossen wird. Die Kraft wird nicht zu den Menschen hinfließen die wir doch eigentlich erreichen wollen. Es ist wie mit den Vögeln die auf der Hochspannungsleitung sitzen. Nichts passiert – trotz engster Verbindung zur Kraftquelle!

Die alte christliche Band „Love Song“ hat es in ihrem Lied „Two Hands“ treffend ausgedrückt:
With one Hand reach out to Jesus – and with the other bring a friend!
(Mit der einen Hand strecke dich nach Jesus aus und mit der anderen bring einen Freund mit)

Wir brauchen keine neue Welle

Der Wind (als Symbol des heiligen Geistes) weht bekanntlich wo er will. Und wo er weht gibt es dann auch Wellen, wenn er stark genug weht. Wir haben in den letzten Jahrzehnten sehr viele solcher „Wellen“ erlebt und durch das Land rollen sehen.
Der Nervenkitzel und Adrenalinausstoß einer Achterbahn ist legendär. Ähnlich einer Achterbahnfahrt kann auch das Surfen auf einer Riesenwelle Euphorie und Glückstaumel auslösen.
Wenn eine neue geistliche Welle durchs Land rauscht bewegt sich scheinbar etwas. Bei Wellen, die von Gott herrühren sollten eigentlich auch Menschen mit ihm in Berührung kommen, die ihm bisher fern waren, sollte man meinen. Wenn Wellen allerdings nur dazu dienen, die schon bestehende Gemeinde bei der Stange zu halten bzw. ihnen „geistliche Unterhaltung“ im eintönigen Gemeindealltag zu bieten, dann frage ich mich ob wirklich Gott der Urheber dieser Wellen ist. Paulus meint dazu, daß wir unmündig sind, wenn wir uns als langjährige Christen von jeder Welle mitreißen und umherwerfen lassen: Wir brauchen keine neue Welle weiterlesen

Todd Bentleys Wiederherstellungsprozess

todd

Hier gibt es Neuigkeiten über Todd Bentleys sogenannten „Wiederherstellungsprozess „. Er ist ganz in die Nähe von Rick Joyner gezogen und geht bei ihm zur Seelsorge. Neu daran ist, daß sie offenbar die ganze Welt an dieser Seelsorgebeziehung teilhaben lassen. Ich finde das befremdlich, weil solche Dinge meiner Meinung nach ins stille Kämmerlein gehören und nicht an die Öffentlichkeit. Vor allen Dingen angesichts der Tatsache, daß Todd nach seiner Scheidung sofort wieder geheiratet hat. Und zwar die Frau, mit der er seine erste Ehe gebrochen hat. Bildet Euch selbst ein Urteil – oder auch nicht!

>>Das schreibt Idea.de darüber.

Erfüller der Sehnsucht

Für alle, die noch nicht ausreichend über Todd Bentley, die Erweckungsveranstaltungen in Lakeland informiert sind gibt es hier einen Link zum Bayrischen Sonntagsblatt von Gestern. Da gibt es vorsichtiges Lob und Kritik zu lesen.

Ach ja und ein evangelischer Pfarrer aus Ansbach hat ihn in Lakeland zu seinen Plänen interviewed, auch Europa und Deutschland zu besuchen…Dieser Artikel heißt: Wir werden nach Europa kommen