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Gottes Arbeit erledigen?

Ich denke ständig über mein Leben nach. Über die Dinge für die ich Gott dankbar bin und noch mehr über die Dinge die schief gelaufen sind. Und ich versuche ständig die Ursachen dafür zu ergründen. Das ist schon zwanghaft bei mir und ich wünschte ich bräuchte nicht so viel über mich nachdenken. 
Sei 1977 habe ich so Einiges mit Gott erlebt und wollte ihm immer mit ganzem Herzen und ganzer Kraft dienen.
Allerdings habe ich den Eindruck gewonnen, daß ich sehr häufig versucht habe schneller voranzugehen als Gott das eigentlich von mir wollte. Sobald ich den Eindruck hatte, daß Gott mich in irgend einer Richtung gebrauchen wollte war ich unter Volldampf, reflektierte nicht großartig darüber und setzte mich in Bewegung wie eine Dampflokomotive. Ob mir andere hinterher kamen interessierte mich wenig. 

Und auch die Zeitpunkte Gottes (kairos) interessierten mich wenig. Gott war ja schließlich im „Wunder-Business“ und hatte gefälligst dafür zu sorgen, daß Leute sich bekehren, geheilt und befreit wurden und ihr Leben auf die Reihe kriegten. Und wenn Gott sich mit seiner Arbeit Zeit ließ, wenn die Wunder auf sich warten ließen war ich sehr wohl geneigt ihm ein wenig nachzuhelfen.

Wenn ich zum Beispiel einen leisen Eindruck oder Impuls in meinen Gedanken verspürte, posaute ich diesen gerne auf der Bühne mit dem Anspruch hinaus: „Der Herr hat gesagt!“, obwohl eigentlich der Herr gar nichts gesagt hatte.


Ich hatte vielleicht den Eindruck, daß der Herr eventuell etwas Bestimmtes  sagen wollte, aber ich hörte ja keine Stimme aus dem Himmel, kein Engel war mir erschienen und eigentlich war ich mir unsicher, ob dieser leicht verschwommene Eindruck wirklich vom heiligen Geist gewirkt war, oder einfach durch ein frommes Wunschdenken meinerseits. 
Aber in unseren Kreisen sagte man damals ja mit dramatischer Stimme: „So spricht der Herr“, oder Ähnliches. 
Und dann sprach ich kühn im Namen Gottes meine Weissagungen in die Runde. Ich würde ja nicht gesteinigt werden, wenn jemand Zweifel an meinen Aussagen hätte. Wir durften ja Fehler machen und neue Dinge ausprobieren – wie hätten wir denn sonst in den Gaben des heiligen Geistes wachsen sollen? So die durchaus gängige Meinung in der charismatischen Bewegung damals.

Heutzutage kommt mir das nackte Grauen über diese Anmaßungen von damals und ich bin froh, daß mich manchmal nicht der direkte Blitzstrahl vom Himmel getroffen hat!

Ich hatte das aufrichtige Verlangen und die Sehnsucht, daß Gott noch viel mehr und klarer reden und handeln sollte, ja ich verzehrte mich sogar danach und betete wirklich inständig und intensiv für die Gaben des heiligen Geistes: Weissagung und Prophetie, Heilungen, Zeichen und Wunder.

Aber Gott nachhelfen wollen? Gottes Arbeit erledigen wollen? Gott war so gnädig, mir immer wieder echte Eindrücke durch seinen Geist zu schenken – Dinge, die viele Glaubensgeschwister tatsächlich sehr ermutigt haben und die sie noch viele Jahre später erinnerten, weil es sie tief berührt hatte. Und vieles hatte sich auch tatsächlich bestätigt. 

Aber was ist mit dem ganzen Unheil, daß ich möglicherweise dadurch angerichtet habe, daß ich frecher Weise falsche Hoffnungen in Menschen geweckt habe?
Vielleicht war so mancher von Gott enttäuscht und hat sich innerlich sogar von ihm abgewendet?
Und was für negative Auswirkungen hatte diese Handlungsweise bei mir selbst?

Ich wollte damals am liebsten die ganze Welt retten und in die Arme Gottes hineinpushen, aber ist es nicht ein Einziger, der so etwas tun könnte?

Golgota, Gemälde von Mihály von Munkácsy, gemeinfrei.

Und ich glaube, er hat es vor zweitausend Jahren schon längst auf Golgatha getan – diesem Hügel vor Jerusalem, der „Schädelstätte“. 

Nur einer kann die ganze Welt auf seine Schultern nehmen und retten: Der einzigartige Sohn Gottes – Jesus Christus. Am Kreuz, als er für meine und Deine Sünde starb.

Meine Schultern und keine anderen Schultern der Welt sind dafür geeignet und berufen. Ich habe mich damals schwer an dieser Last verhoben. Wir können und sollen nicht Gottes Arbeit erledigen. „Was ER euch sagt, das tut“, sagte einst seine Mutter Maria zu den Dienern bei der Hochzeit zu Kana. Wir sollten nicht versuchen mehr als das zu tun!


Gott verherrlichen

Psalm 50,23 “Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.“

Mit dem Wort „verherrlichen“ in der Bibel hatte ich immer Verständnisprobleme. Es wirkt so angestaubt und unverständlich! In unserem Sprachgebrauch hat es oft eine eher negative Bedeutung, z.B. wenn jemand Drogenkosum verherrlicht. Oder es werden “gewaltverherrlichende“ Filme beklagt und kritisiert.

Aber Gott verherrlichen? Das erscheint irgendwie so gestelzt religiös oder merkwürdig fromm. Ich kann mich schwer eines inneren Bildes von aufgesetzter, heuchlerischer Heiligkeit erwehren.
Doch so etwas war König David, von dem diese Worte aus Psalm 50 stammen, komplett wesensfremd! Bei einer besonderen Gelegenheit tanzte er ja halbnackt wie von Sinnen vor der Bundeslade des Gottes Israels her und “verherrlichte“ unseren Gott auf sehr emotionale, extravagante Weise. Da war keinerlei Anschein von frommer Heuchlelei und abgehobener, heiliger Seriosität zu erkennen!

Und wer “Dank opfert“, also Gott in allen Lebenslagen danke sagt, auch wenn das Leben gerade schwierig ist, wenn es dunkel und hoffnungslos erscheint, der zollt Gott nicht allein den gebührenden Respekt. Er gibt Gott und seinen Worten Schwere und Gewicht!
Wenn wir Gott in solchen Lebenslagen danken – und es gibt immer noch genügend kleine und größere Dinge, die uns vielleicht selbstverständlich erscheinen – für die wir Gott dankbar sein können, dann ändern wir unseren Fokus, unsere Blickrichtung: Wir schauen weg von unseren schweren Lasten und Sorgen und richten den Blick auf den himmlischen Vater, den Geber des Lebens und aller guten Gaben.
Dadurch wird Gott in unserer Wahrnehmung größer und die Lasten kleiner! 
Wer Dank opfert, verherrlicht Gott, macht ihn gleichsam schwerer und gewichtiger als die schwer zu ertragenden Umstände. 
Sei es Krankheit, Einsamkeit, mangelnde Wertschätzung von nahen Mitmenschen, oder gar Mobbing und Verfolgung!
Gott ist immer größer als unsere Not! Er ist auch größer als unsere Fehler und Schwächen! Und bei ihm sind alle Dinge möglich. 
Unser Helfer ist größer als unsere Not! 
Und so bahnen wir einen Weg selbst durch unwegsame Einöde.
“Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.“
Gott selbst bahnt uns einen Weg in der Wildnis und Dunkelheit der Seele.
Und wohin führt uns dieser Weg? Zum “Heil Gottes“!
Das Wort Heil hat nicht nur zufällig den selben Anfang wie das Wort Heilung.
Es bedeutet nämlich auch tatsächlich Heilung und Ganzsein oder Unversehrtheit. (3)
Es bedeutet, daß es uns rundum gut geht und wir absolut zufrieden sind mit dem was wir haben, sei es viel oder wenig. Es bedeutet, daß wir einen Sinn in unserem Leben haben und diesen Sinn in der Beziehung zu Gott finden.
Gott ist Liebe, Gott ist Freude und Gott ist Licht.
Und durch Jesus Christus wurde uns der Zugang zum Vater und zu seinem wunderbaren Reich geschenkt. Aus seiner Gnade und Barmherzigkeit. Durch Glauben allein, nicht durch unsere guten Werke. (1)
Und das nicht erst im Jenseits sondern bereits hier und jetzt!
Das Reich Gottes ist mit der Auferstehung Jesu Christi und der anschließenden Ausgießung des wunderbaren heiligen Geistes bereits angebrochen und erfahrbar geworden.
Und diese Verheißungen der heiligen Schrift sind schon allein Grund genug, dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit zu danken!
Wenn wir unserem Gott Dank opfern, werden wir das Heil Gottes sehen und wohltuend am eigenen Leib erfahren! 
“Gottes Reich ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Frieden und Freude im heiligen Geist“ (Röm.14,26)
Und wir sind durch unseren Glauben Mitbürger seines Königreiches und damit Teilhaber des himmlischen Sozialsystems und aller himmlischen Segnungen und Gaben. (2)
Danke Jesus, danke Vater, danke heiliger Geist!

Lasst uns Gott verherrlichen, lasst uns ihn ehren, lasst ihn uns gewichtiger und schwerer machen als all die Widrigkeiten unseres Lebens.

“Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.“

 

Fußnoten
(1) Epheser 2,6-9  (2) Epheser 2,19
(3) Heil = soteria
Subst.fem. (46) Gräz.: d. körperliche Heil, d. Gesundheit, d. Sicherheit.
I.) d. Errettung 1) gegenwärtig: d. Befreiung und Errettung (von Feinden, von Gefahren d. jetzigen Zeit und vom leiblichen Tod); Erhaltung und Sicherheit in diesem Leben. 2Mo 14,13; 15,2; Ps 106,10; Lk 1,71.77; Apg 7,25; 27,34; Hebr 11,7 ua. 2) zukünftig: d. ewige Errettung, d. ewige Heil: 2a) diese hat schon jetzt begonnen und ist d. Teil aller Gläubigen. Jes 45,17; Lk 1,69; Apg 16,17; Eph 1,13; Jud 1,3 ua. 2b) d. zukünftige Errettung (= Errettung d. Seele) bedeutet entgültige Erlösung vom Leib d. Todes und von d. Macht d. Sünde. Es ist das zukünftige Hineingerettet-werden in sein kommendes Reich. Röm 13,11; 2Kor 7,10; Phil 1,28; 1Thes 5,8.9; Hebr 9,28; 1Petr 1,5.9.10 ua. 3) als Hebräismus: d. Heil (2,1598). Ps 3,9; Offb 7,10; 12,10; 19,1

Depressionstest

Krankheitseinsicht ist überhaupt erst die Basis für eine erfolgversprechende Therapie.
Ohne die Anerkennung meiner Symptome als ernsthafte psychische Störung, gibt es weder für Seelsorger noch Therapeuten eine Arbeitsgrundlage. Jahrelang habe ich meine Depressionskrankheit geleugnet, obwohl mich verschiedene Hausärzte mehrfach darauf angesprochen hatten. „Ich bin ein Mann des Glaubens“, sagte ich mir innerlich dabei. „Die wollen mich doch nur vom Glauben abbringen, auf den ich alle meine Hoffnung setze. Schließlich bin ich Ältester, Bibellehrer und Lobpreisleiter! Was wäre das denn ein Zeugnis für die Kraft und Hilfe Gottes, wenn ich ärztliche Hilfe in Anspruch nähme? Ich wäre als Prediger dann doch völlig unglaubwürdig“
So oder ähnlich predigte mir mein innerer Kritiker Jahrzehntelang!
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Was hat der Mensch dem Tier voraus?

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Wenn Tiere in Freiheit geboren werden, können sie kurz nach der Geburt laufen oder schwimmen. Fliegen lernen dauert ein paar Wochen. Tiere lernen in kurzer Zeit, sich ihre Nahrung selbst zu besorgen oder einen Unterschlupf zu finden oder zu bauen. Sie sind von vornherein fit fürs Leben, machen sich keine Gedanken über Moral und Ethik und leben einfach. Was hat der Mensch dem Tier voraus? weiterlesen

Was der Mensch sät… Teil 1

saat…wird er auch ernten, sagt ein genialer Satz aus der Feder des Paulus in der Bibel.

Gal 6,7 Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleische Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geiste ewiges Leben ernten.

Laßt uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten.

Wenn ich Weizenkörner aussäe, werde ich keinen Apfelbaum ernten sondern eben genau das, was ich gesät habe: Weizen! Wenn ich Unkraut aussäe, darf ich nicht erwarten, daß ich Erdbeeren ernte. Was der Mensch sät… Teil 1 weiterlesen

Stellungnahmen zu Lakeland und Todd Bentley

Stellungnahme zur Erweckung in Lakeland und zu Todd Bentley

(von Regina Frohms/Partners in Harvest Ministry: Neue Wassermühle)

Stellungnahme von John Arnott…(in deutsch)

Gefunden über „ReviveGermany“ der selbst einen guten Artikel zum selben Thema verfasst hat: „Was ich über Todd Bentley denke“

Foto: ReviveGermany

Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes – Teil VI.

Frei sein von Menschenfurcht

Foto: Luke-Addiso (Flickr.com)

Römer 8,21 Denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.

Freunde, eine herrliche Freiheit wartet auf uns. Sie ist besser als jede andere Art von irdischer Freiheit, denn sie ist unvergänglich, tiefgehend und allumfassend. Sie ist keine „normale“ Freiheit, wie wir sie vielleicht an den Reichen und Schönen bewundern. Sie ist besser als die Freiheit der jugendlichen Rebellen oder der Freiheitskämpfer. Sie ist wirklich Herrlich!

Du darfst und kannst völlig frei von jeder Art von Furcht vor Menschen sein. Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes – Teil VI. weiterlesen

Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes – Teil V.

Völlige Freiheit von Furcht und Sorgen

Lk 1,74 …daß wir, gerettet aus der Hand unserer Feinde, ohne Furcht ihm dienen sollen…

Das ist ein Satz aus dem Dankeslied des Zacharias bei der Namensgebung für Johannes den Täufer. Wir sollen unserem Gott völlig frei von Furcht und Sorgen dienen! Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes beinhaltet diese Freiheit von allen Ängsten und Sorgen um die Zukunft. Wir dürfen und sollen in dieser Freiheit leben.

Bild: PotironLight (Flickr.com)

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Leiden – als Christ?

In unserer Hauskirche lesen wir oft zusammen ein Kapitel aus der Bibel. Zur Zeit haben wir den 1. Petrusbrief in der Mangel. Dort lasen wir auch diese Verse:

1Petr 1,5-7 …die ihr in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet zur Rettung, die bereit steht, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden. Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi;

Ich bin ja durchaus der Meinung, daß Gott es sehr gut mit uns meint. Ich glaube auch, daß Jesus Christus derselbe ist – gestern, heute und in alle Ewigkeit! Deshalb glaube ich, daß Gott auch heute noch die Kraft hat zu heilen, zu retten und zu befreien. Ich glaube auch daran, daß er das tatsächlich auch heute noch tut! Dafür gibt es viele biblische Verheißungen und Berichte von erlebter Heilung und Hilfe von Heute. Leiden – als Christ? weiterlesen