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Verschwörungstheorien, Mythen oder Wahrheit?

2.Timotheus 3,3-4
Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben;
und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.
(Studienbibel Schlachter 2000).

Warum werden diese Art von Christen so angesprochen von Legenden und Mythen?
Legenden sind ja Erzählungen mit einem wahren Kern, um den dann eine erfundene Geschichte gesponnen wird – es werden Vermutungen angestellt, wie es wirklich gewesen sein könnte.
Der Stoff der gesponnen wird, nährt sich von Gerüchten, die man gehört oder gelesen hat, deren Wahrheitsgehalt man aber nur sehr schwer und mit viel Aufwand überprüfen kann!
  • “Nach ihren Lüsten beschaffen sie sich Lehrer“!
Da ist offenbar ein großer Mangel in ihrer Seele vorhanden, ein Mangel, den das Wort Gottes – die “gesunde Lehre“ nicht füllen kann. Ein ungesunder Mangel, der aus unserem “Fleisch“ kommt und nicht vom Geist der Wahrheit! Eine Lust am spekulieren, eine Lust am dunkelen Geheimnis, am Mythos.
Deshalb wenden sie sich von der Wahrheit ab und der Teufel gibt ihnen, was sie vermeintlich brauchen: Irrlehrer, die ihre verborgenen Sehnsüchte derart bedienen, daß ihnen die Ohren davon klingeln!
Wo bei der Masse ein Bedürfnis entsteht – da gibt es auch immer jemand, der die Marktlücke erkennt und sein Geschäft darauf aufbaut.
Das war schon zur Vorzeit so und so ist es auch heute.
 Das Wort für Fabel bzw. Legende, daß noch an verschiedenen anderen Stellen in den Briefen benutzt wird ist das altgriechische „Muthos“, von dem das heutige Wort „Mythos“ abgeleitet wurde und hat die Bedeutung nach strongs exhausive concordance: (das was mit zusammengepressten Lippen erzählt wird?) ursprünglich  Rede, das Wort, die Erzählung; daraus: eine wahre oder erfundene Begebenheit; d. Gerücht. I.) Pl.: d. Mythen 1) im NT: erfundene oder erdichtete Begebenheiten oder Geschichten; Fabeln, Märchen, Legenden, d. Sagen; fantasievolle Geschichten; d. Falschheiten.

Nun ist erstmal ein Mythos, eine erfundene Geschichte zunächst nichts Verwerfliches, schließlich hat Gott uns auch die Phantasie geschenkt – und die möchte beschäftigt werden!
Problematisch wird es, wenn wir Phantasie und Realität nicht mehr auseinander halten können!
Und diesen Eindruck habe ich in der heutigen Zeit sehr massiv!
Das Internet beherbergt ein gigantisches Reservoir an Lügengeschichten, die heutzutage „viral gehen“ – diese Legenden und Fabeln infizieren mehr und mehr Menschen und leider auch sehr viele Christen, die doch eigentlich der Wahrheit verpflichtet sind!
Was früher eigentlich hauptsächlich die Domäne der Bildzeitung war, nämlich Fakten mit Gerüchten und erfundenen Geschichten anzureichern, um das Revolverblatt besser zu verkaufen, übernehmen nun Millionen von Nutzern des Internet, die Verschwörungsideologien in den sozialen Medien verbreiten.
Und die Meisten versuchen nicht einmal die Fakten zu überprüfen sondern teilen sie bedenkenlos mit anderem nach dem Motto: „Haste schon gehört“?
Klatsch, Tratsch und Gerüchte funktionieren von jeher ja auch in der analogen christlichen Gemeinde ganz phantastisch!
Oft sogar unter dem frommen Motto: Wir müssen dringend für Bruder X oder Schwester Y beten!

Die heutigen Verschwörungsmythen passen offenbar wunderbar in diese übele christliche Unart und bedienen sich unserer menschlichen Schwächen auf hochansteckende Weise.
Wenn wir die Rige der „Wachen“, in die Wahrheit eingeweihten, den völligen Durchblick habenden, aufgenommen sind, stehen wir schon mal über der dummen, gesichtslosen Masse der armen verführten Schafe ohne Durchblick, die wegen ihrer Dummheit von den mächtigen Strippenziehern der geheimen Weltregierung zur Schlachtbank geführt werden.

Das ergibt einen Bonus an Selbstwert, den ja viele von uns oft schmerzlich vermissen!
Außerdem können wir uns noch wunderbar als Aufklärer und somit Retter der Menschheit darstellen, was uns ebenfalls den Applaus und die Bewunderung unserer Mitmenschen sichern soll!

Tit 1,13 […] Dieses Zeugnis ist wahr. Aus diesem Grund weise sie streng zurecht, damit sie im Glauben gesund seien und nicht auf jüdische Fabeln und Gebote von Menschen achten, die sich von der Wahrheit abwenden! 

1Tim 4,7 Die unheiligen und altweiberhaften Fabeln aber weise ab, übe dich aber zur Gottseligkeit
( o. Gottesfurcht, o. Gottesverehrung)

Es ist nun schon schlimm genug, Unwahrheiten, Gerüchte und Lügen zu verbreiten, die ja oftmals unschuldige Menschen verletzen, beleidigen und zum Zielobjekt von Hass und Anfeindungen machen! Oft trifft es ja Menschen, die in Politik oder Wirtschaft eine große Verantwortung für viele Menschen auf sich genommen haben und sich für das Gemeinwohl abmühen.
Hier mag auch oft der Neid eine große Rolle spielen, denn „die da Oben“ verdienen ja meist viel mehr Geld als Otto Normalverbraucher. Das „Die da Oben“ normalerweise auch wesentlich mehr arbeiten und keinen geregelten Feierabend haben, übersehen wir gerne häufig dabei.
Ebenfalls die Beschimpfungen und Morddrohungen, die mittlerweile gang und gäbe sind, nehmen wir nur achselzuckend zur Kenntnis! Wer jemals im Internet einen sogenannten „Shitstorm“ aushalten musste, bekommt eine Ahnung, was täglich so auf Verantwortungsträger einprasseln kann.
Es ist nicht leicht für die Psyche, solche Anfeindungen auf Dauer zu ertragen und zu kompensieren!

Ein zweiter schlimmer Effekt von Verschwörungsmythen ist die Tatsache, daß wir uns von der gesunden Lehre des Wortes Gottes, von der Wahrheit und Gottesverehrung (Anbetung) abwenden!

Legenden und das Wort der Wahrheit passen nicht zusammen und sind keinesfalls kompatibel.
Das Eine hat die Tendenz, das Andere zu verdrängen. Wo mein Kopf voll ist mit Verschwörungstheorien folgt der gefühlte Auftrag andere Aufzuklären und zu retten. Der erfahrene Widerspruch von anderen fordert dann heraus, sich noch tiefer und eingehender mit den vermeintlichen Verschwörungsfakten zu beschäftigen, um seine Meinung hieb- und stichfest zu machen. Ein Teufelskreis!

Wer ist der Vater der Lüge? Denn um nichts anderes als Lüge handelt es sich letzten Endes bei diesen Mythen und Legenden.

Joh 8,44 … {Ihr} seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Letzlich begeben wir uns massiv in den Einflussbereich des Teufels, des Vaters der Lüge, wenn wir uns obsessiv mit diesen Lügen beschäftigen, die uns das Internet mundgerecht serviert. Und der bekommt damit auch Zugriff auf unsere Gedankenwelt und Phantasie. Und durch die Gedanken auch Zugriff auf unsere Gefühlswelt.

Diese Taktik des Bösen ist überigens nicht neu. Schon während der Ausbreitungsphase des Evangeliums musste immer wieder vor falschen Lehren und Irrlehrern gewarnt werden, die in die Gemeinde einzudringen drohten und die auch viele Gemeinden tatsächlich infiltrierten. Sowohl von ausserhalb, als auch von innen wurde die Gemeinde vom „Geist der Wölfe“ bedroht, der den „Geist der Wahrheit“ anfechtet und bekämpft.

Apg 20,29 Ich weiß, daß nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her. Darum wacht und denkt daran, daß ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen.

Lasst uns also nüchtern und wachsam sein – nicht im Sinne der Verschwörungstheoretiker, sondern als Beter, die das Wort Gottes lieben und seine Wahrheit als größten Schatz und Schutz begreifen.
Lasst uns keine unbewiesenen, ungeprüften Behauptungen in den sozialen Netzwerken oder der Gemeinde teilen, sondern wir wollen untereinander die „Wahrheit in Liebe“ reden! (Eph.4,15)
Wie kann etwas Liebe sein, das mit dem Finger auf andere zeigt, andere denunziert und zur Empörung aufstachelt?

Vollmächtig beten

Jakobus 5,16-18
„Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.
Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir; und er betete inständig, dass es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor.“

(Rev. Elberfelder Bibel)

Wir werden von Jakobus aufgefordert, einander die Sünden zu bekennen und füreinander zu beten.
Das “Füreinander beten“ habe ich sehr oft erlebt in meiner nun über 40jährigen Reise als Christ – das “einander die Sünden bekennen“ sehr selten!
Dabei hat gerade DAS die Verheißung der Heilung!

Kann es sein, daß gerade dadurch unser Gebet dermaßen kraftvoll werden kann, wie es die folgenden Verse nahelegen?
Viel vermag das Gebet des Gerechten in seiner Wirkung!
Die “Hoffnung für alle“ übersetzt an dieser Stelle:
“Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.“

Ich habe mir angewöhnt in guter Tradition zu glauben und zu bekennen das Jesus allein meine Gerechtigkeit ist, “mein Schmuck und Ehrenkleid“.
Aber ich habe auch so häufig erlebt, wie kraftlos mein Gebet ist – ebenfalls das Gebet der Gemeinde..
Und ich rätsele und frage seit Beginn meines Christseins warum wir meist nicht diese Vollmacht im Gebet erleben wie Elia, dieser Mensch mit den selben Gemütsbewegungen wie wir.

Woran liegt es, daß wir es so schwer damit haben, einander die Sünden zu bekennen?
Sind wir zu stolz, uns selbst und erst recht nicht vor anderen, Versagen einzugestehen?
Haben wir Schwierigkeiten uns voreinander zu demütigen – denn ein Schuldeingeständnis zerstört ja erstmal das Bild des tollen geistlichen Kerls der ich doch gerne in den Augen der Gemeinde sein will.
Ich will doch gern jemand sein, der geistlichen Durchblick hat, der sich mit dem Willen Gottes und seinem Wort auskennt! Ich möchte gern jemand sein, dessen Theologie ernstgenommen wird usw. usw.

In der Demut liegt eine große Kraft verborgen: Den Demütigen gibt Gott Gnade!
Demut bedeutet auch, nicht höher von sich zu denken, als sich zu denken gebührt.
Nicht vor anderen etwas scheinen wollen, was man gar nicht ist.
Und ich kenne doch meine Fehler und Schwächen ganz genau, bin ein Mensch mit den gleichen Gemütsbewegungen wie Elia..
 
Doch das Gebet des Elia hatte diese gewaltige Kraft, nach der ich mich immer so gesehnt habe!
Ist vielleicht praktische Demut – das Eingeständnis unserer Schwächen und Fehler – ein entscheidender Schlüssel für unsere Kraft im Gebet? 
 
Bekennt einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Lasst uns
nicht voreinander leugnen, daß wir krank sind, wenn wir doch innerlich genau wissen, wo wir es sind!

Paul Gerhardt und Co

Paul Gerhardt: Quelle Wikipedia, Gemeinfrei

Mal etwas Persönliches:
Seit ca 3 Jahren lese ich (unter Anderem) das christliche Andachtsbuch “Momento“, daß mir immer wieder gute Impulse gibt.

Ganz am Ende des kurzen Textes steht auch immer der Hinweis auf ein Kirchenlied des Tages aus dem evangelischen Gesangbuch.
Irgendwann habe ich angefangen die Lieder mitzulesen, weil mir die Andacht doch arg kurz war!
Über die Monate und Jahre sind mir die Texte sehr zum Segen geworden.
Ich besorgte mir ein Gesangbuch auf Ebay und entdeckte später auch die online-Version eines evangelischen Pfarrers.

Ich kann euch nur ermutigen, euch auf die teilweise mittelalterlichen Texte einzulassen, die oft inhaltlich “Schwarzbrot des Glaubens“ enthalten und manchmal sehr tiefgehend sind.

Ich liebe auch viel vom modernen Lobpreis und war selber jahrzehntelang Lobpreisleiter. Jeden Tag höre ich ungefähr eine Stunde die “Feiert Jesus“ CDs und viele andere CDs, die mich in den Tag begleiten und oft sehr fröhlich drauf bringen.
Das Eine Schließt das Andere ja nicht aus! 😀

Aber ich bin auch extrem dankbar für diese alten Lieder unserer Vorväter des Glaubens, die auch Mangel, Leid, Schmerz und Tod nicht aussparen wie oft die modernen “Siegeslieder“.
Liest man die Lieder der Psalmen, wird ja ebenfalls nichts ausgespart, was menschlich ist. Sogar Zorn und Wut hat da manchmal seinen Platz! Oder Angst, Trauer und Sorgen..

Hier der Link zur Online-Version

Ich kann nicht glauben

Röm 10,17  Demnach kommt der Glaube aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort. (Schlachter 1951)
Ich würde ja gerne glauben können wie du, aber ich kann es einfach nicht! Ich beneide dich um deinen Glauben; ich habe das Gefühl mir fehlt dazu irgendwie etwas, ich habe einfach nicht die Befähigung zum Glauben!
So oder ähnlich habe ich schon so Manchen reden hören, dem ich etwas von meiner Beziehung zu Gott mitgeteilt habe.
Und dann kommen manchmal diverse Hinderungsgründe. An erster Stelle das Argument: Wenn Gott tatsächlich existiert, wie kann er dann XYZ zulassen! Und DESHALB kann ich einfach nicht glauben!
Ich sage dazu: Es fehlt nicht an irgendeiner mystischen Befähigung zum Glauben! Es fehlt nicht an Zeichen, Wundern oder Heilungen, die man miterleben müsste, damit man glauben kann.

Es fehlt allein die Predigt vom Glauben und das Hören von Gottes Wort!
Denn niemand kann so einfach von Haus aus glauben, wir sind alle gleich: Die “mysteriöse“ Kraft des Glaubens wird erst durch das lebendige Wort Gottes geweckt!
Es ist ein einziges Wunder, wenn wir an Gott glauben können.
Ein Wunder, das allein Gott selbst durch seinen heiligen Geist wirken kann
Epheser 2,8  Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.
Deshalb nützt es in der Regel nichts, wenn wir versuchen, die Argumente von Nichtgläubigen zu widerlegen und ihnen genauestens zu erklären, warum Gott XYZ zulässt und aufgrund bestimmter Tatsachen sogar gezwungen ist das zuzulassen. Es nützt nichts, ihnen die Schwachstellen der Evolutionstheorie nahe zu bringen oder gute Argumente für die wissenschaftliche Historizität der Bibel vorzutragen.
Durch geschickte Rhetorik und Argumente wird nämlich kein Mensch von der Wahrheit des Glaubens oder der Existenz Gottes überzeugt.
Gottes GABE ist es.
Woher kommt der Glaube? Aus der Predigt bzw. Verkündigung des Wortes Gottes!

Jesus sagte in Johannes 6,63: “Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;“

Deshalb kann Gottes Wort allein auch neues Leben und Glauben erschaffen. Es sind eben keine menschlichen Argumente, keine Vernunftsschlüsse, sondern Worte, die nicht von dieser Welt sind. Worte aus einer völlig anderen Dimension: Die Dimension Gottes. Gewirkt durch den heiligen Geist. Und dadurch wird Glaube gewirkt und ein völlig neues Leben in uns erschaffen. Es ist ein Wunder wie die Erschaffung einer neuen Welt.
Wenn sich ein Mensch also danach sehnt, glauben zu können, muss er die Verkündigung des Wortes Gottes hören! Und wenn er sich auch nur einen kleinen Spalt breit dafür öffnet, wird Glaube in sein Herz einziehen!
Und er wird ein völlig neues, verändertes Leben geschenkt bekommen, ein neues Herz und einen neuen Geist.

Kein Bild von Gott

2Mo 20,3ff   Du sollst keine andern Götter neben mir haben!

Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, das unten auf Erden, noch dessen, das in den Wassern, unterhalb der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht; denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen…

In den vergangenen Jahrzehnten war viel von unserem „Gottesbild“ die Rede. Es wurde von Vielen behauptet, daß unser „Vaterbild“ auch unser Bild von Gott beeinflussen oder prägen würde. So gab es denn Seelsorge um ein falsches Vaterbild zu korrigieren. Es wurde betont, wie wichtig es sei, mit dem leiblichen Vater im Reinen und versöhnt zu sein um ein gutes Verhältnis auch mit unserem himmlischen Vater zu haben.

Ein sehr psychologischer Ansatz – wenn ihr mich fragt.

Ich habe ja nun überhaupt nichts gegen Psychologie einzuwenden – sie kann nützlich und sehr hilfreich sein.

Aber ist es ratsam biblische Wahrheiten mit menschlicher Psychologie zu vermischen?

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Depressionstest

Krankheitseinsicht ist überhaupt erst die Basis für eine erfolgversprechende Therapie.
Ohne die Anerkennung meiner Symptome als ernsthafte psychische Störung, gibt es weder für Seelsorger noch Therapeuten eine Arbeitsgrundlage. Jahrelang habe ich meine Depressionskrankheit geleugnet, obwohl mich verschiedene Hausärzte mehrfach darauf angesprochen hatten. „Ich bin ein Mann des Glaubens“, sagte ich mir innerlich dabei. „Die wollen mich doch nur vom Glauben abbringen, auf den ich alle meine Hoffnung setze. Schließlich bin ich Ältester, Bibellehrer und Lobpreisleiter! Was wäre das denn ein Zeugnis für die Kraft und Hilfe Gottes, wenn ich ärztliche Hilfe in Anspruch nähme? Ich wäre als Prediger dann doch völlig unglaubwürdig“
So oder ähnlich predigte mir mein innerer Kritiker Jahrzehntelang!
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Leiden – als Christ?

In unserer Hauskirche lesen wir oft zusammen ein Kapitel aus der Bibel. Zur Zeit haben wir den 1. Petrusbrief in der Mangel. Dort lasen wir auch diese Verse:

1Petr 1,5-7 …die ihr in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet zur Rettung, die bereit steht, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden. Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi;

Ich bin ja durchaus der Meinung, daß Gott es sehr gut mit uns meint. Ich glaube auch, daß Jesus Christus derselbe ist – gestern, heute und in alle Ewigkeit! Deshalb glaube ich, daß Gott auch heute noch die Kraft hat zu heilen, zu retten und zu befreien. Ich glaube auch daran, daß er das tatsächlich auch heute noch tut! Dafür gibt es viele biblische Verheißungen und Berichte von erlebter Heilung und Hilfe von Heute. Leiden – als Christ? weiterlesen

Nimmst Du die Bibel noch wörtlich?

Gott sagt was er meint und er meint was er sagt, wurde ich als junger Christ gelehrt. Und deshalb müssten wir die Bibel wortwörtlich als direktes Reden Gottes an uns ganz persönlich nehemen, wurde uns gesagt. Ein Beispiel: Gottes Wort sagt im Eph 5,18:

Und berauschet euch nicht mit Wein, was eine Liederlichkeit ist, sondern werdet voll Geistes!

Wenn ich das wörtlich nehme, darf ich mich nicht mehr besaufen. Aber wenn ich den folgenden Vers wörtlich nehme, darf ich mich trotzdem vollaufen lassen:

Spr 31,6 Gebt starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und den Wein den betrübten Seelen.

Ich habe einen starken Hang zu einer betrübten Seele und zum Blues. Ist es jetzt OK, wenn ich mich öfter mal berausche und zudröhne? Nimmst Du die Bibel noch wörtlich? weiterlesen