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Das Herz voller Musik

Eph.5,18-20 Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes;  redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen; sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus;  (Schlachter 2000)

Mal wieder so eine starke, steile Forderung des weltfernen Apostels Paulus – oder liegt in diesen Versen des Epheserbriefes vielleicht eine Kraftquelle verborgen die durchaus das Potential hat unseren Alltag radikal zu verändern?
Sich nicht mit Alkohol (oder ähnlichen Substanzen) zu berauschen mag für den einen oder anderen ja schon Herausforderung genug sein, liegt aber für Nichtalkoholiker durchaus in greifbarer Nähe, auch wenn einem das Leben ohne das gewohnte Entspannungsbier oder das Glas Rotwein am Abend grau und fade erscheinen mag.

Vielleicht haben wir aber auch noch nie begriffen und erfahren was die weitaus bessere Alternative ist: Ständig  mit dem heiligen Geist erfüllt zu sein!

Der heilige Geist ist solch ein wunderbarer Freund und Begleiter. Er ist auch Ratgeber, Tröster und Beistand. Kann es etwas Besseres geben als ständig die wunderbare Nähe Gottes in seinem Inneren zu erleben?
Doch wie wird man voll Geistes? Garantiert nicht allein dadurch daß man auf Alkohol verzichtet, aber es kommt sehr wohl darauf an wovon unsere Seele, unser Herz und Denken erfüllt ist.

Gott erfüllt leere Gefäße

Ich bin davon überzeugt daß der Geist Gottes nur ein leeres Gefäß erfüllen kann. Er füllt ein Herz, daß hungrig und durstig nach Gott ist!

Mt 5,3    Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Himmelreich!
Mt 5,6    Selig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden!

Unsere Sattheit, unser Erfülltsein mit allen möglichen anderen Dingen als Gott ist unser Problem. Und wenn wir unseren Mangel an Gottes Nähe spüren, wenn wir bemerken daß uns alle Dinge dieser Welt nicht wirklich zufrieden und glücklich machen ist dies Gottes Chance uns mit seinem übernatürlichen Leben, seinem wunderbaren Tröster zu erfüllen.  (Vgl. 2.Kön.4, 1-6)

Lobpreis, Dank und Anbetung sind der Schlüssel für ein geisterfülltes Leben

Die sehr urtextgenaue Elberfelder Bibel übersetzt Vers 19 aufschlußreich: sondern werdet voller Geist …indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt!
Wenn wir diese Anweisung ernst nehmen und sie befolgen werden wir also auch erleben daß der Geist Gottes uns ständig neu erfüllt…

Es tut gut dem Herrn miteinander in der Versammlung der Geschwister im Geist zu singen, zu loben und zu danken – das kennen und erleben viele Christen und sind erfreut und gesegnet von der Fülle alter und neuer Lieder die von Gottes Geist inspiriert wurden. Was von Gottes Geist inspiriert wurde strahlt und atmet auch Gottes Geist aus wenn man von Herzen für den Herrn und füreinander singt und spielt. In dieser Athmosphäre erlebe ich Gottes Liebe und Nähe in ganz besonderer und kostbarer Weise. Deshalb brauchen wir die Gemeinschaft mit anderen Kindern Gottes.

Aber nicht jeder Tag ist Sonntag – die Versammlung (Der Gottesdienst) dauert eine Stunde – und bei den Pfingstlern oder Charismatikern durchschnittlich vielleich zwei. Und der Tag dauert 24 Stunden – was mache ich also den gesamten Rest der Zeit? Wie verbringe ich diese Zeit in der kein Gottesdienst ist?

Im Sinne des neuen Testaments ist der Gottesdienst nicht auf irgendein Gebäude oder eine bestimmte Uhrzeit beschränkt – der wahre Gottesdienst läuft 24 Stunden am Tag in deinem Alltag – am Sonntag gibt es nur die Vesammlung der Gläubigen um sich gegenseitig für den eigentlichen Gottesdienst im Alltag zu stärken und zu ermutigen!

Ich sehe jetzt im Geist so manchen meiner Leser mit hängender Zunge total erschöpft nur allein von dem Gedanken „jeden Tag 24 Stunden Gottesdienst“ vor dem Monitor hängen: „Wie soll ich DAS denn bloß schaffen, ich halte ja noch nicht mal die eine Stunde am Sonntag durch ohne innerlich komplett abzuschalten!“   
Wenn man den eigentlichen Gottesdienst im Alltag nur als eine Forderung Gottes begreift ist man auch tatsächlich schon am Ende bevor man überhaupt damit angefangen hat – zumal unser Gottesdienst auch beinhaltet uns tatkräftig um bedürftige Mitmenschen (damals: Witwen und Waisen) zu kümmern. (Jak.1,27)

Aber Jesus ist nicht gekommen uns Stress und Arbeit ohne Ende zu bescheren sondern um uns LEBEN zu schenken – und zwar im Überfluß! Sein Joch ist sanft und seine Last ist leicht.
Und dieses Leben ist die ständige Verbindung zu ihm, seine wunderbare Nähe durch den heiligen Geist der uns volkommen erfüllen will – bis das Gefäß unseres Herzens überfließt!

…singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen

Ich bin sicher daß jeder schon einmal erlebt hat wie es ist einen „Ohrwurm“ zu haben. Da hört man ein Lied im Radio, daß einem einfach nicht mehr aus dem Kopf geht…
In den schlimmsten Phasen meiner Depression und Angststörung bin ich fast täglich mit solch einem depressiven Ohrwurm aufgewacht. Oft waren es Songs aus meiner Vergangenheit mit denen ich mich identifiziert hatte – zumeist sehr traurige, melancholische oder tiefdepressive, düstere Songs. So in der Art wie „Riders on the Storm“, das letzte von Jim Morrison eingesungene Lied.
Und dieses traurige Lied begleitete mich bis zum Erbrechen den ganzen Tag und zog meine Stimmung runter. Irgendwann nervte es mich total, aber ich konnte diese Lieder nur sehr schwer loswerden – irgendwann hörte ich halt eine CD mit anderen melancholischen Liedern und dann hatte ich einen neuen Ohrwurm.

In den letzten 1-2 Jahren habe ich eine andere Art Ohrwurm wieder neu für mich entdeckt: Ohrwürmer die mich nicht runterziehen sondern aufbauen und gut draufbringen. Lobpreis und Anbetungsmusik auf CD oder im Internet. Es gibt jede Menge davon günstig auf Amazon gebraucht zu erwerben sowie kostenlos auf laut.fm oder anderen Portalen zu hören. Einfach die Stichworte Lobpreis, Anbetung, praise und worship auf Youtube oder Itunes etc. eingeben.

Ich habe mir Mp3 CDs fürs Autofahren zusammengeschnitten und beim Fitness höre ich regelmäßig verschieden Lobpreissender aus dem Internet.

 – Und siehe da: Statt der depressiven Ohrwürmer wache ich nun regelmäßig mit einem fröhlichen Lobpreislied am Morgen auf! 

Und diese Lieder vermitteln mir Zuversicht, Glauben und Freude statt eines betrübten und verzagten Geistes.
Diese Lieder bringen mich den ganzen Tag in eine Haltung der Dankbarkeit, des Gebetes und des staunens über Gottes große Güte und Gnade. Welch ein Unterschied! Statt der Trauergeister erfüllt mich nun der heilige Geist mehr und mehr…

Und mein Herz ist oft den ganzen Tag voller Musik – ja ich fange auch wieder an ab und zu Gitarre zu spielen und selber diese Lieder zu singen!
Das alles ist kein großes düsteres „MUSS“ sondern eine Quelle der Kraft und Freude, eine Quelle des übernatürlichen Friedens den nur Gott schenken kann.

Es ist leicht dem Herrn in seinem Herzen zu singen und zu spielen, keine Last oder Bürde! Ich fühle mich von Gott geliebt und angenommen, fühle mich durch Jesus von Lasten befreit unter denen ich so viele Jahre gelitten habe. Ängste und Sorgen fliehen und können sich nicht mehr in meinen Gedanken einnisten wie große schwarze Vögel. Sie fliegen wohl ab und zu vorbei und wollen sich niederlassen – aber wohnen müssen sie woanders!

Zu Pfingsten hörte ich von einem evangelischen Pfarrer eine bemerkenswert Predigt über die Erfüllung mit dem heiligen Geist. Er verglich die menschliche Seele mit einem Schwamm. „Wenn nun ein Schwamm im Wasser liegt“, sagte er, „womit wird er sich wohl vollsaugen?“ Natürlich mit dem Element in dem er liegt, ist doch klar.
Wie können wir dann erwarten mit dem heiligen Geist erfüllt zu werden wenn wir dauernd in allen möglichen anderen Elementen herumliegen anstatt in den Dingen Gottes?

sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus;

Don Ralfo und die Musik – Teil 3

Zimmer 20 und die Lobpreismusik.

Zu der Zeit als ich zu Jesus fand arbeitete ich als Zivildienstleistender Im Annastift auf der Frauenstation im Wohnheim für Schwerstbehinderte.
Einige der behinderten Frauen waren lebendige und engagierte Christen, die mich schon lange auf dem Kiecker hatten und für mich beteten.
Sie wohnten zusammen in Zimmer 20 und hießen Ilona, Siggi, Helga und Heike.
Immer wenn ich dieses Zimmer versorgen musste, bemerkte ich daß die Atmosphäre hier irgendwie anders war als in den restlichen Zimmern – ich kam oft zutiefst deprimiert und voller schlechter Gefühle und Gedanken morgens hinein und wurde durch das fröhliche Wesen und die Lust am Leben die die Bewohnerinnen versprühten angesteckt, so daß es mir danach viel besser ging und ich selber gut gelaunt und fröhlich wurde.

Dort lief auch ständig ein Kassettenspieler mit christlicher Musik von Manfred Siebald oder den Leuten der Teestube „Jesustreff“ wie Markus Egger, Bernd Draffehn oder Max Grischka im Hintergrund. Besonders die Lieder der Teestubenleute (alle im Dunstkreis der christlichen Rockband Semaja) erreichten irgendwie mein Herz, obwohl ich der Botschaft sehr kritisch gegenüber stand.

Das anhaltende Gebet von Zimmer 20 für mich hatte sicher einen großen Anteil an meiner Hinwendung zu Jesus und nachdem ich Christ geworden war ging ich um so lieber in dies Zimmer – nicht nur um die Bewohnerinnen zu pflegen, sondern auch um zu quatschen und über meinen neuen Glauben auszutauschen.

Ilona, eine Patientin mit Muskelschwund, hatte einen besonders intensiven Glauben und eine besondere Liebe zur Musik. Sie spielte Gitarre, verschiedene Blockflöten und sang auch im Kirchenchor des Annastifts. Durch die Behinderung fehlte ihr völlig die Kraft in den Beinen und auch die Arme waren nicht zu vielen Dingen zu gebrauchen. Ich legte ihr die Gitarre auf den Schoß, platzierte die Hände an die richtige Position und sie griff  (Im Stille von Jeff Healey) von Oben auf die Saiten und zupfte mit der anderen Hand was aber recht beschwerlich war. Und so sang das Zimmer 20 zusammen christliche Lieder.
Da ich ein paar Akkorde auf der Gitarre konnte wurde ich bald von Ilona angestellt die einfachen Lieder mit 2 oder 3 Akkorden zu begleiten, was mir schnell ganz gut gelang.
Ich verbrachte oft meine Pausen in Zimmer 20 und sie sangen gemeinsam Lobpreislieder, während ich dabei die neuen Akkorde auf Ilonas Gitarre lernte. Ich selbst konnte ja nicht mitsingen weil ich total mit den Akkorden beschäftigt war – dazu zu singen hatte ich oft genug versucht und war kläglich gescheitert.

Eines abends klagte ich Ilona mein Leid: „Ich finde es doof, nur Gitarre spielen zu können, während ihr am singen seid. Das macht mir einfach keinen Spaß mehr!“ Ilona antwortete: „Versuch doch einfach mal beim Gitarrespielen mitzusingen, daß ist gar nicht schwer“. Ich kann nicht gleichzeitig spielen und singen“, gab ich zurück, „daß habe ich schon jahrelang erfolglos versucht“. „Versuch es doch trotzdem noch mal, Du kannst das“, war ihre Antwort. „Nein, ich kann es eben nicht“! gab ich schon halb entrüstet zurück. „Doch Du kannst!“ beharrte Ilona hartnäckig auf ihrer Meinung. „OK“, antwortete ich mürrisch, „damit Du mir glaubst, daß es eben nicht geht, versuche ich es Dir zuliebe eben noch mal“. Wir suchten ein einfaches Lied aus, ich nahm die Gitarre und spielte , machte meinen Mund auf…. und konnte singen!
Ilona strahlte mich an wie ein Honigkuchenpferd und feixte grimassierend über mich. Seitdem konnte ich gleichzeitig singen und Gitarre spielen.

Schnell lernte ich mehr und mehr Lobpreis und Anbetungslieder – auch anspruchsvollere – und entwickelte mich kontinuierlich weiter. Die Anbetung Gottes mithilfe von Liedern wurde mir zur Kraftquelle und zum Lebenstil und ich erlebte die Kraft des heiligen Geistes am stärksten in diesen privaten und öffentliche Zeiten des Lobpreises. Ohne Ilonas Glauben an Jesus wäre das nicht möglich gewesen. Und für mich war es ein Wunder Gottes.

Ilona (li.) und Siggi

Don Ralfo und die Musik – Teil 2

…Und dann kam das Jahr 1977, in dem sich schlagartig alles änderte… 

Als ich Jesus in einer für mich völlig überzeugenden Weise begegnete wurde mir schnell klar, daß ihm ab sofort mein ganzes Leben gehören sollte – mit allen Bereichen, auch dem der Musik. Ich wollte ihm mit ganzem Herzen nachfolgen, nicht weil mich die Jesus-Leute bequatscht hatten, sondern weil mir der Auferstandene selbst begegnet war und sich mir offenbart hatte.Ich bin der Herr Dein Gott – Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, das erste Gebot, wollte ich ganz selbstverständlich in meinem Leben  praktisch verwirklichen. Jesus sollte wirklich der Herr in meinem Leben werden und niemand anderer sonst. Mein altes Leben sollte mit Jesus am Kreuz sterben und das neue Leben wollte ich nur aus seiner Hand nehmen.

Und mir wurde nach kurzer Zeit bewusst, daß die Musik über viele Jahre meine Haupt-Gottheit gewesen war. Sie hatte mich einen berauschenden, aber zerstörerischen Weg entlanggeführt – als erstes zu halluzinogenen Drogen wie LSD und Haschisch, dann zur Hippiephilosophie und Esoterik.
Ich wollte in den Drogenerfahrungen bewusst Gott erleben bzw. kosmisches Bewusstsein erlangen, angeregt durch psychodelische Musik und das Buch von Timothy Leary „Politik der Ekstase“.
Und wenn die Beatles sich vom Guru Maharishi Mahesh Yogi in die Mantra-Meditation einführen ließen dann musste das doch etwas Gutes sein, oder? Auch auf diesem Weg machte ich ebenso einige Erfahrungen und las haufenweise Bücher über östliche Mystik und die Erleuchtung.
Doch blieb ich innerlich ziemlich leer und hoffnungslos. Und ich wurde zunehmend verwirrter und einsamer.

Niemand erzählte mir daß ich mich von meinen alten Platten trennen sollte weil ich nun Christ geworden war. Ich machte die Entdeckung beim Musikhören selber, daß sie mich nicht näher zu Gott brachte sondern irgendwie zwischen mir und Gott stand.
So fing ich an einige dieser LPs mit dem Hammer zu zerstören, kam aber schon bald auf einen anderen Gedanken. Ich verkaufte sämtliche Alben auf dem Flohmarkt für einen Preis den die Leute selbst bestimmen durften – in jeder Platte steckte ein Traktat über den Weg zu Jesus.
Es war ein wunderbares, fröhliches und erleichterndes Erlebnis als ich mich von meiner Plattensammlung trennte. Es war die beste und schönste Aktion in meinem damaligen Leben – und ich fühlte mich total frei danach und vermisste meine Lieblingsmusik keinen Deut!
Und es gab auch schon bald einige sehr gute christliche Platten mit hervorragender Musik und guten Botschaften darin die den leeren Platz schnell auffüllten.

Und dann kam das größte Geschenk von Gott an mich daß ich jemals erhalten habe – er schenkte mir die Gabe selber Musik zu seiner Ehre zu machen – Lobpreis und Anbetungsmusik.
Ich konnte wohl vorher ein wenig mit Freunden zusammen den Blues auf dem Bass zupfen, aber es war mir unmöglich dazu zu singen.
Ich hatte auch schon viele Jahre lang einige schöne Western-Gitarren gehabt und konnte ein paar Akkorde schrammeln – aber dazu singen oder einen eigenen Song kreieren? Fehlanzeige.
Ich glaubte das sei einfach unmöglich für mich, ich konnte noch nicht einmal „House of the rising Sun“ nachspielen geschweige denn singen.

Und wie dieses Geschenk genau zu mir kam, das schreibe ich wohl besser im nächsten Teil der Geschichte. – Mittlerweile hoffe ich daß aus dieser Geschichte kein Buch wird… ich habe doch gar keine Zeit für so etwas im Moment…
Aber diese Geschichte hat scheinbar wieder mal ein Eigenleben.
Sehen wir uns im dritten Teil wieder? 😉

Don Ralfo und die Musik

Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde die Musik mein Gott. Ich kann das korrekte Datum nicht nennen…
War es mit meiner erste Single „Oh well“ von Fleetwood Mac, welche mir völlig unter die Haut ging?
Oder etwas später als ich (leicht angesoffen) zu Deep Purples „Speed King“ wie wild in meinem Zimmer zu tanzen begann?
Jedenfalls war es bald eine Art religiöser Frevel für mich eine LP (damals gab es nur Vinyl) einfach nur halb abzuspielen, oder gar nur einen einzigen Song zu spielen.
Damals in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern des letzten Jahrtausends gab es ohnehin fast nur Konzeptalben für mich, die man zusammenhängend hören musste – es gab noch so etwas wie „Botschaften“ in der Musik, die ich verzweifelt herauszuhören versuchte weil mein Englisch leider nicht ausreichte… aber irgendwie setzte sich das bischen was ich verstand immer zu einer Art Botschaft für mich zusammen die mein Lebensgefühl prägte.

Undenkbar war auch zu einem Termin aufzubrechen, wenn die LP nicht bis zum letzten Lied fertig gehört und gebührend zelebriert wurde – mit Luftgitarre, Luftschlagzeug oder Schweineorgel und der entsprechenden Mimik dazu.
Als wir ein eigenes Auto besaßen (da war meine Sylle schon permanent dabei) gab es bald auch Kassettenabspielgeräte und es wurde nicht ausgestiegen bis zumindest der derzeitig laufende Song
zu Ende gespielt hatte. Wenn im Radio etwas entsprechendes kam natürlich ebenso.

Und dann kam das Jahr 1977, in dem sich schlagartig alles änderte. Ich war schon einige Zeit von einem gewissen „Jesus“ verfolgt worden, der versuchte mich einzufangen.
Zuerst hatte ich mich noch ziemlich erfolgreich gegen ihn gewehrt – er ging mir mit seinen Absolutheitsansprüchen gehörig auf den Wecker – und seine Leute, sein Bodenpersonal, welche sich als seine Jünger bezeichneten waren teilweise schon sehr schräg und seltsam drauf.
Dummerweise begegneten wir ihnen ab einem gewissen Zeitpunkt nahezu an jeder Ecke der Stadt, vor der Disko, bei der Arbeit und auch im engsten Freundeskreis.

Als meine Sylle sich dann auch noch von ihnen einfangen und „umpolen“ ließ, dachte ich daran jeden Kontakt zu den Jesus-Leuten völlig abzubrechen und mir komplett neue Freunde zu suchen.
Allerdings hing zu diesem Zeitpunkt schon ein Angelhaken von diesem Jesus direkt in meinem Herzen weil ich anfing rational unerklärliche Erlebnisse mit seinem heiligen Geist zu haben immer wenn über ihn gesprochen wurde.
Wie soll ich das nur erklären? Worte können es nicht fassen – aber dein Herz weiß es wenn Gott direkt zu ihm spricht, auch wenn der Verstand noch am Diskutieren und Lamentieren ist!
Und Emotionen wie Glück, innerer Friede oder das Gefühl von Liebe und angenommen-sein waren auch dabei…

Hoppla! Ich bemerke gerade daß sich da eine ziemlich lange Geschichte schreiben will…
vielleicht sollte ich sie etwas unterteilen und portionieren?
Ok. Dann mache ich das so und schreibe Teil 2 und vielleicht 3 etwas später, wenn ich dazu komme…

Argus

Ich hoffe nicht daß meine Nachbarn heute zu sehr gelitten haben. Ich musste die Musik etwas lauter drehen, nachdem ich „Argus“ in den CD-Spieler eingeworfen hatte.
Wishbone Ash ist eine meiner Lieblingsgruppen, welche sich dem melodischen Rock verschrieben hatten und mit zweistimmigen Gitarrenmelodien glänzten.
Das Album Argus ist etwas ganz Besonderes für mich und bedeutet mir sehr viel. Ich wünschte man könnte statt Worten seine Emotionen und tiefen Empfindungen irgendwie direkt mitteilen.
Na klar – andere könnten auch einfach die Platte oder Cd auflegen und hören – aber – würden sie das Gleiche wie ich dabei empfinden?

Ich lag entspannt im Fernsehsessel und drehte die Anlage laut. Die Klänge rührten Bilder und Szenen der Jugend in mir auf. „I got to rearrange my life – I got to rearrange my World. I got to try to live – again“
Der Sänger sang mir aus der Seele. Einen neuen Anfang machen – irgenwie. Das Alte verlassen – aufbrechen zu neuen Ufern. In unbekanntes Land vorstoßen.
„Aber bin ich dafür nicht zu alt und zu krank?“ schoss es mir durch den Kopf. „Habe ich denn eine andere Wahl?“ dachte ich weiter. Mit Gott sind doch alle Dinge möglich! Und er hat doch viel Zeit. Wie viele Jahre musste Abraham warten, bis er den versprochenen Sohn in den Armen hielt? Und dann sollte er ihn auch noch plötzlich opfern als er sich schon so sehr an ihn gewöhnt hatte und ihn so sehr liebte…

Was ist das nur für ein Gott, mit dem wir es zu tun haben?

Wie lange durfte Mose warten, bis er bereit war den Auftrag Gottes zu erfüllen? Gott hat Zeit. Sehr viel Zeit! Eben so viel Zeit wie es dauert bis wir bereit werden ihm völlig zu vertrauen und seinen Willen in allen Einzelheiten zu tun. Und zwar mit Freuden und Liebe. Ohne Druck oder Pflichtgefühl sondern aus vollster Glaubensüberzeugung. Nicht in menschlichem Übereifer und Begeisterung sondern in der Kraft und Vollmacht des heiligen Geistes.

Es gibt viele Songs in dem genialen Album Argus. Einer ist besser als der Andere. Ich denke an den Film: Der Solist. Ein überaus begabter schwarzer Junge liebt Beethoven und übt schon als Kind das Cello spielen weil er so gut werden will wie Mozart, der schon als Kind die ersten Stücke komponiert hat. Seine zärtliche Mutter sagt ihm, daß sie die Stimme Gottes hören würde wenn er hingegeben Cello spielt…
Leider wird der Cellist beim Musikstudium psychisch krank und gerät als Entwurzelter in L.A. in die Gosse und unter die Obdachlosen, wo er auf einer 2-saitigen Violine für sich allein und die Vögel spielt.
Musik ist sein Leben und wenn er eine Symphonie hören darf taucht er in die Musik ein wie in einen Wasserstrom – wird völlig eins mit der Musik und verliert sich in ihr. Er vergisst seine Krankheit und allles um sich herum wenn er Beethoven hören darf…

So ähnlich ergeht es mir mit Argus von Wishbone Ash jetzt gerade auch.
The King will come. Ein mächtiges, ja gewaltiges Stück Musik für mich. Ich liebte das Stück schon als Drogenfreak und Hippie und wusste schon damals daß es nur von Jesus handeln konnte: Dem König der bald kommen wird…
Und er wird Gericht über all die Bosheit der Menschen halten. „In the fire – the King will come. Jugdement comes…“
Was wäre das für ein Gott, der nicht Gericht halten würde über all die abgrundtief bösen Menschen auf der Welt. Menschen, die andere quälen, ausbeuten und ermorden.
Was wäre das für ein Gott, der nicht für Gerechtigkeit sorgen würde wenn er auf die Erde kommt?
Wenn es einen wahren Gott und Schöpfer gibt, dann ist es nicht dieser merkwürdig weichgespülte „Friede-Freude-Wellness-Gott“ der so oft an allen Orten gepredigt wird. Ich glaube zwar von ganzem Herzen, daß Gott überaus freundlich und nett ist. Aber ich glaube auch daran, daß er kein Hampelmann und Taschenkasper ist mit dem wir machen können was uns gerade beliebt!
Ich glaube an das gerechte Gericht Gottes über alle Übeltäter und alle Bosheit auf der Welt!
Sonst wäre die Bibel tatsächlich nichts als ein realistisch gestaltetes Mächenbuch. Und ein völlig sinnloses dazu.

Über was man so alles nachdenken kann, wenn man „weltliche“ Musik hört und sich in der Musik verliert… und darin völlig aufgeht.

Mad John

1968 brachten die Small Faces ein wunderschönes Konzeptalbum mit dem Namen „Ogden’s Nutgone Flake“ heraus. Die zweite Seite der Schallplatte beinhaltete ein musikalisches Märchen von der Reise eines kleinen Suchenden namens Happiness Stan, der sich fragte wo bei Halbmond wohl die andere Hälfte des Mondes hingegangen sei. Im laufe der Reise begegnete ihm „Mad John“, ein alter Weiser, der im Wald lebte. Ein Tramp der nicht nur die Antwort auf diese Frage wusste, sondern Stan sogar den Sinn des Lebens erkären konnte…
Ach ja…. und so einen Typen wie „Mad John“ hatte ich am Freitag zu Gast. Ein Wohnungsloser und bewusster Aussteiger der vor Heiterkeit strahlte und einen überaus zufriedenen und geistig gesunden Eindruck machte…

There was an old man who lived in the greenwood
nobody knew him or what he had done
but mothers would say to their children beware of Mad John.
John would sing with the birds in the morning
laugh with the wind in the cold end of night
but people from behind their curtains, said he’s not quite right.
John had it sussed he was living the life of a tramp
yes his bed was the cold and the damp but the sun was his friend
he was free
So here was a wise one who loved all the haters
he loved them so much that their hate turned to fear
and shaking from behind their curtains the loved ones would hear:
Ei diddelieidei diddelieidei diddelieidei…… ♪♫

Give all you got to give

Für alle, die nicht auf Facebook mit mir befreundet sind: Ich habe zwei neue Musikvideos fabriziert. Bryn Haworth ist meiner Meinung nach ein genialer Songwriter und (Slide)Gitarrist und zu unrecht in der Welt sehr unbekannt. Seine Musik hat mich seit 1977 sehr bewegt und wir singen einige seiner wunderschönen Lobpreislieder in den Gemeinden. Einige seiner Songs würde ich gern auf meiner Beerdigung spielen lassen… 🙂
Weitere Songs werden folgen sobald ich Kraft und Zeit dafür finde.