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Gastbeitrag von "Apo-Opa" Matthias Sesselmann

Schülerstress 1968

Es gab seinerzeit unsäglich braunkleinkarierte Pädagogik-Fuzzys, pädagogisch strukturierte , nette Lehrer gab es nicht oft – der Hauskrach war vorprogrammiert.
Also erfand ich das „Durchhaltespiel“, um ein für allemal klarzumachen, „es ist etwas falsch im Staate Dänemark …“

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Ich fühlte mich eigentlich sicher vor Entdeckung, da ich nur mit „MS“ unterschrieben hatte. Aber ich machte die Rechnung ohne den Wirt!

Vertrauenslehrer der Schülerzeitung, sowie der Lehrkörper im allgemeinen, konnten trotz selbst zugestandener „Unabhängigkeit der schreibenden Schüler“ ihre Meinung ändern und Artikel verbieten, Autoren „strafverfolgen …“ – wir schrieben ja das Jahr 1968, Neuland für alle Neuerungen …
Ich fürchtete also doch ein wenig entsprechende Repressalien, und tatsächlich stürmte in mein Klassenzimmer der Chefredakteur der Schülerzeitung auf mich zu und warnte: „Schnell, er muß jeden Moment hier sein, sorry, ich mußte es ihm sagen, er hat es von mir verlangt, ich habe ihm deinen Klar-Namen sagen müssen …“
Zu spät, die Tür des Klassenzimmers wurde aufgerissen, und Dr. Zinke, Mathe-Pauker, betrat mit üblichem, puterroten Kopf den Raum, untrügliches Zeichen für anbahnende Probleme. Der Chefredakteur drehte sich weg, alles umsonst, hatte er doch den anrückenden Lehrer im oberen Flur sportlich überholt, um mich noch im letzten Moment zu warnen. Schockstarr harrte ich der Strafe, die auf dem Fuße folgen würde …

„Wer ist hier Matthias Sesselmann?“ ließ sich Dr. Zinke streng vernehmen – Mitschüler zeigten „hilfreich“ auf mich – es gab kein Entkommen!
„Hast du das geschrieben? … äh – ja, hüstel … wunderbar, ganz toll gemacht, ich weiß auch, wen du gemeint hast, völlig unpädagogisch der Mann (gemeint waren Kollegen), gut gemacht!“ Einer Ohnmacht nahe, spürte ich noch den anerkennenden Händedruck des Herrn Dr. Zinke, mit dem Rücken zur Klassenwand, unwillkürlich stetig zurückrückend – ein unvergessliches Erlebnis. Das ich das noch erleben durfte, nicht einen Moment hätte ich diese Reaktion erwartet. „Und manchmal bewegt es sich doch …“

Matthias Sesselmann

PS: Der Chefredakteur der Schülerzeitung ist heute Bismarckschullehrer, als Schüler sowie auch heute als Lehrer organisiert er die Schultheatergruppe. Am Mittwochtheater, Hannover ist Der ehemalige Chefredakteur als Schauspieler und Regisseur engagiert. (Achim Gustke, Agape, wurde im Ballhof zweimal von ihm als Jury-Mitglied gefördert.)

Was ich immer schon mal tun wollte..

Manchmal sitze ich im Bus oder der Straßenbahn, schaue mir die Leute an und denke: „Wie traurig und einsam so viele Menschen doch sind.“

Sie sind in sich gekehrt, niemand schaut sich direkt an oder lächelt gar. Fast könnte man meinen die ganze Straßenbahn (Die Menschen darin, nicht die Bahn) oder sogar ganz Deutschland ist von einer kollektiven Depression befallen.
Warum unterhält sich niemand außer den Schulkindern oder sowieso Bekannten? Warum starren die Leute nur mit leerem Blick in der Gegend herum, vermeiden sich gegenseitig anzusehen oder spielen mit dem Smartphone? Manche sind auch in ein Buch vertieft.
Ähnlich ist es in den Wartezimmern der Ärzte, von denen ich im Lauf der letzten Jahre eine ganze Menge kennengelernt habe: Die Wartezeit dauert elend lange, man sagt „Guten Morgen“ und „Auf Wiedersehen“ aber keiner kommt auf die Idee sich vielleicht mal mit dem Nachbarn zu unterhalten um das Warten kurzweiliger und angenehmer zu gestalten.

Oft hatte ich den Impuls in der Bahn oder dem Wartezimmer aufzustehen und die Leute mit einer Kasperei aufzuheitern oder sie zu fragen warum jeder so traurig vor sich hinbrütet anstatt sich freundlich zu unterhalten! Ich war aber meilenweit davon entfernt mich so etwas auch nur im Entferntesten zu trauen. Es wäre mir einfach zu peinlich gewesen mich vor allen Augen öffentlich zum Affen zu machen. Was sollen die Leute denn dann nur über mich denken?

Zur Zeit mache ich ja Psychotherapie in einer Tagesklinik und hatte diesen Punkt in einer Gruppe mal aus irgendeinem Grund angesprochen.

Und vorgestern passierte es dann plötzlich.
Ich war nach irgend einer Gruppentherapie einfach gut drauf und ging zufällig durch den Wartebereich in der Anmeldung der psychosomatischen Klinik.
Er war vollgepackt mit Leuten die sich über den Aufenthalt dort informieren wollten, Fragebögen durchlasen oder auf eine Führung warteten. Das sattsam bekannte Bild der einsam Wartenden und vor sich hin brütenden Menschen berührte mich mal wieder unangenehm.

„Warten macht Spaß, ne?“ fragte ich laut vernehmbar im vorbeigehen. „Ich hätte da mal einen Tip für Sie: Unterhalten Sie sich doch einfach mal!“

 Grinsend und innerlich befriedigt ging ich durch die Glastür ins Treppenhaus, denn ich war auf dem Weg zu einem anderen Termin.
Einer der Wartenden hielt mich an der Tür auf und zeigte mir die Zeitung mit seinem Rätsel, daß er gerade gelöst hatte – sichtlich erheitert und dankbar für die kurze Abwechslung. Wir unterhielten uns einen Moment, dann musste ich weiter.
Ich grinste breit in mich hinein und aus mir heraus, war total begeistert über mich und dachte: „Jetzt haste es tatsächlich gebracht! Da wissen die Leute gleich was für Bekloppte sie hier erwarten und trauen sich gar nicht mehr in die Klinik einzuchecken!“ 😉

Ich habe mich selten besser gefühlt in meinem Leben.

Was mir so zu Pfingsten durch den Kopf ging

Was mir so zu Pfingsten durch den Kopf ging: 
In der Pfingstpredigt meiner Gemeinde (ev.luth) wurde gesagt daß Pfingsten eines der drei „Hochfeste“ der Kirche sei und daß diese Feste immer 2 Tage dauern würden. Zu Weihnachten wird wochenlang über die Geburt Jesu gepredigt und zu Ostern wochenlang über seinen Tod und die Auferstehung. Aber im Pfingstgottesdienst war der heilige Geist merkwürdiger Weise nur eine Randnotiz! 🙂 Und scheinbar kann die evangelische Kirche und möglicherweise auch viele anderen mit dem heiligen Geist nicht viel anfangen. Er ist nicht so anschaulich und handfest wie der „Menschensohn“ Jesus Christus.
Aber besteht einfach kein Interesse an der Person des heiligen Geistes, oder hat man Angst vor ihm? Befürchtet man daß er Unruhe oder Unordnung in die Kirche hereinbringen könnte?
Was ist wohl die Ursache dafür, daß man mit dem Heiligen Geist nichts anfangen kann?

In der Kirche umme Ecke

Sylle und ich waren heute in unserer evangelischen Kirche umme Ecke.
Nebst Chor und Adventsliedern gab es auch eine Taufe. Der Kleine und seine Schwester waren schon etwas älter und der erste wollte nicht mit Wasser benetzt werden und hat immer wieder NEIN gesagt. Auch den Segen der Pastorin (mit Handauflegung) wollter er nicht. Die Pastorin musste sich ganz schön Mühe geben 🙂

Und ich dachte bei mir: Sind wir nicht oft genauso? Gott möchte uns Gutes tun und unser Leben segnen, aber wir sind skeptisch und wollen lieber nicht, weil uns dieser Gott unheimlich ist 😉

Ich fragte mich auch warum Jesus gesagt hat: Ihr müßt umkehren und sein wie die Kinder wenn ihr in Gottes Reich hineinwollt.
Kinder haben doch meist ihren eigenen Kopp und wehren sich erstmal gegen alle gutgemeinten Warnungen vor dem Feuer oder dem überqueren der Strasse ohne auf die Autos zu achten!
Sie misachten doch grundsätzlich alle Mahnungen welche die Eltern aussprechen um sie zu schützen und müssen mit gaaanz langem Atem mühevoll erzogen werden…

Prof. Dr. Dr. Dr. Arthur Ernest Wilder-Smith

Ich habe seine Bücher als junger Mensch gelesen und war sehr beeindruckt von dem Mann und seinen Thesen. Natürlich auch von den drei Doktortiteln, die übrigens nicht erschwindelt waren wie so oft heutzutage. „Copy and Paste“ existierten noch nicht als er seine Doktortitel erwarb.
In „Herkunft und Zukunft des Menschen“ setzt sich Wilder-Smith mit der Evolutionstheorie, ihren Lücken und Ungereimtheiten auseinander und versucht die Basis für eine kreationistische Wissenschaft zu legen. Man könnte ihn auch einen Vater des Kreationismus oder des heute viel diskutierten „Intelligent Design“ nennen.
Er vertrat die These eines relativ jungen Universums und glaubte, daß der Schöpfungsbericht der Bibel durchaus mit der modernen Naturwissenschaft vereinbar sei. Erstaunlich für einen Menschen, der gelernt hat akademisch und naturwissenschaftlich zu denken und zu arbeiten.
Neben seinem Doktor in organischer Chemie hatte er auch einen Doktor in Pharmakologie und beschäftigte sich mit der Wirkung von Drogen und dem Drogenmissbrauch.
Neben seinen vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen schrieb er auch einige christliche Bücher zu Themen wie: Warum lässt Gott das Böse zu? Darf ein Christ zur Waffe greifen? Wilder-Smith war Kriegsdienstverweigerer.

Ich hatte nun das Privileg einige seiner Vorträge aus den Jahren 1989 und 1990 in meinen Youtube-Kanal hochzuladen. Und zwar in voller Länge von ca. anderthalb Stunden. Youtube hat mir seit einiger Zeit das Recht eingeräumt Filme von weit über 15 Minuten Länge hochzuladen.
Matthias Sesselmann hatte die Vorträge damals in der Leibniz-Universität und EFH (FHH) veranstaltet und mit einer christlichen Studentengruppe zusammen verwirklicht. Es war für ihn auch nicht so leicht die Familie des verstorbenen Professors wegen der Erlaubnis zur Veröffentlichung der Filme zu erreichen. Mit anderen Worten: Es steckt eine Menge Arbeit hinter diesem Projekt!
Und ich bin glücklich einen Teil dazu beizutragen, daß diese historischen Zeitdokumente nun für jedermann zugänglich sind. 

Hier die Links zu den Filmen:
Die Erschaffung des Lebens Teil 1
Die Erschaffung des Lebens Teil 2
Die Erschaffung des Lebens Teil 3  
Das Drogenproblem

Jammern oder glücklich sein auf jedem Niveau?

Gestern sah ich Nick Vujicic auf ERF im Fernsehen und war zu Tränen gerührt. Und ich schämte mich, weil ich mich so oft hängen lasse, mit dem Schicksal hadere und dem Selbstmitleid ergebe.
Nick hat weder Arme noch Beine und hätte allen Grund sein Leben mit jammern und Klagen zu verbringen. Aber durch die Hilfe Gottes und die Liebe seiner Familie ist er zu einem Vorbild an Lebensmut, Selbstannahme und Hoffnung geworden.
Er lässt sich nicht dauerhaft hängen sondern ist dankbar für die Dinge die er noch schafft und kann. Und der nutzt die Ressourcen die er noch hat und baut sie sogar noch aus.
Wer glaubt schon, daß ein Mensch ohne Arme und Beine ohne fremde Hilfe aufstehen kann, wenn er am Boden liegt? Nick kann es. indem er sich mit dem Kopf auf seine dicke Bibel stützt und er nützt den kleinen Stummel von Fuß den er an einer Seite hat zum schreiben an der PC-Tastatur. Er ist dankbar für seinen kleinen Stummelfuß und klagt nicht über die fehlenden Beine und Arme. Er rasiert sich sogar selber und lässt sich nichts von Pflegern oder Familie abnehmen, was er selber irgendwie schafft!

Ein unglaublich positiver Mensch, der andere ermutigt die sich hängen lassen.
Ein Beweis dafür, daß man selbst schlimmsten Schicksalschlägen eine positive Seite abgewinnen kann und das es möglich ist in jeder Situation zufrieden und glücklich zu sein.
Ebenso kann man in jeder Situation unglücklich sein und ohne Ende jammern. Wir deutschen sind Weltmeister darin und ich selbst bin zeitweise einer der Besten in dieser Disziplin!
Und hier kommt zur deutschen Ehrenrettung ein gewisser Samuel Koch ins Spiel. Der Kandidat, der bei „Wetten Das?“ diesen furchtbaren Unfall hatte und seitdem vom Hals abwärts gelähmt ist. Ein Sportler und Bewegungsmensch. Im Interview mit Peter Hahne meint der, daß Selbstmitleid nicht sein Ding wäre. Er hat Hoffnung für die Zukunft und gibt nicht auf. Er freut sich über jede kleine Besserung seines Zustands und ist dankbar für seine Ärzte, Therapeuten und Familie.
Hier das volle Interview mit ihm:

Die Weidenkirche

Der braungebrannte Gärtner des Annastifts hats mir verraten. Am 27. Mai ist Eröffnung der Weidenkirche.

Es ist eine lebendige Konstruktion aus Weidenstämmen, die in der Erde Wurzeln schlagen und schon anfangen grün zu werden.
Das wird sicher noch ganz zuwachsen. Die Kirche ist nach allen Seiten hin offen. Auch das Dach! Ist das nicht ein schönes Gleichnis?

Eines Tages wird es dort Andachten und Gottesdienste geben, die von den Rollstuhlfahrern des naheliegenden Wohnheims für Schwerbehinderte ohne Barrieren besucht werden können.
Barrierefreie Kirchen – können wir das nicht auch im übertragenen Sinne gebrauchen?
Viel ehrenamtliche Arbeit wurde von Mitarbeitern des Annastifts in Hannover an freien Wochenenden geleistet, um das Projekt zu verwirklichen – sonst wäre es nicht finanzierbar gewesen.
Ein Dach und ein Kreuz werden demnächst noch oben angebracht – das Kreuz fungiert als Blitzableiter!
Ebenfalls ein grandioses Bild! Jesus als unser Blitzableiter – sonst hätte uns die ganze Wucht des Zornes Gottes getroffen… 

Teestube Jesus Treff Hannover 1976

Ein Dokumentarischer Streifzug durch die Jugendarbeit der Intermission mit Szenen aus der Teestube, dem Haus der Gnade, Come In und dem Büro der Intermission in der Kestnerstraße. Mit Zeugnissen der damaligen Mitarbeiter der Teestubenarbeit.
Hoffentlich werde ich für die Veröffentlichung nicht gelyncht, denn aus heutiger Sicht könnte so manches ein wenig kurios bis unfreiwillig komisch wirken…

Neue Thora-Rolle in Hannover

Neben den vielen furchtbaren Nachrichten aus aller Welt gab es heute einen nettgemeinten kleinen Artikel in unserer Tageszeitung: „Tanz mit der Thorah“.
Gestern gab es eine große Einweihungsfeier im Maritim Hotel für eine Torah-Rolle, auf der die letzten Buchstaben während der Feier hinzugefügt wurden. Sie ist für das jüdische Zentrum Chabad Lubawitsch in Hannover Kleefeld bestimmt und wurde mit einem ausgelassenen Tanz von der jüdischen Gemeinde gefeiert. „Simchat Torah“ (Freude an der Torah) heißt ja auch ein jüdischer Feiertag und ich frage mich wie es mit meiner Freude am Wort Gottes aussieht. Oder mit unserer Freude als Christen.
Vor Freude mit dem Wort Gottes tanzen? Welch ein herrlicher Brauch!
Eine Sache an dem Bericht hat mich ganz besonders berührt. Die HAZ von heute schreibt:

„Hochkonzentriert hält Rafael Lerer die Feder in der Hand: „Alles an so einer Thora-Rolle muss koscher sein“, sagt er. „Das Pergament stammt von der Haut eines koscheren Tieres, und die Tinte ist nach einer besonderen Rezeptur zubereitet.“ Rafael Lerer ist ein jüdischer „Sofer“, ein speziell ausgebildeter Thora-Schreiber. Mehr als ein Jahr lang hat er in Israel an den 304805 Buchstaben dieser Schriftrolle geschrieben, mit höchster Akribie – denn ein einziger falscher Buchstabe macht die gesamte Rolle, auf der etwa die fünf Bücher Mose des Alten Testaments aufgezeichnet sind, nach jüdischen Gesetzen unbrauchbar.“

Ein EINZIGER falscher Buchstabe! Das erinnerte mich sofort an einen Ausspruch unseres Herrn Jesus: Mt 5,18  Denn wahrlich, ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
Und ich dachte weiter: Wenn die Schreiber der Bibel so akkurat und peinlichst genau mit dem Wort Gottes umgehen – selbst heute noch – woher stammen dann die vielen angeblichen Abschreibfehler, die von Atheisten so gern beschworen werden? Vielleicht gibt es ja überhaupt keine? Oder zumindest so gut wie keine.
Mein Fazit aus diesem Artikel ist:

Das Wort Gottes ist absolut wahr und Zuverlässig! Und wir können uns darauf verlassen.