Die Gabe der Geister-unterscheidung

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Einblicke in unsichtbare Wirklichkeiten…

Als Christen glauben wir an das Vorhandensein einer unsichtbaren Wirklichkeit, in der nicht nur Gott existiert, sondern auch Engel, Dämonen und andere Geistwesen.
Gott hat seinen Kindern die Gaben des Heiligen Geistes gegeben, damit sie ihn besser kennenlernen können und mit seiner Dimension vertraut werden.
Eine unter ihnen ist die Gabe der Geisterunterscheidung. Sie ist sehr nützlich, wenn wir Erfahrungen mit der unsichtbaren Welt machen, denn nicht alle übernatürlichen Einflüsse kommen von Gott.
Auch wenn Glaube, Hoffnung und Liebe die höchsten Gaben sind, nach denen wir streben können, sagt uns Paulus doch, dass wir um die Gnadengaben des Geistes eifern sollen! (1.Korintherbrief Kap.14,1)

btyRalf Förthmann
ist Gründer einer charismatischen Freikirche in Hannover (Christengemeinde Anastasis) und war dort viele Jahre als Ältester, Prediger und Lobpreisleiter engagiert. Von 1994 bis 1997 arbeitete er vollzeitig als Bibellehrer und Lobpreisleiter im CTZ (Christliches Trainingszentrum) Hannover. Danach ging er in seinen alten Beruf als Krankenpfleger zurück. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Heute sind eine Hauskirche und der Expowal (Eine unglaubliche Kirche) seine geistliche Heimat

Empfehlungen

Michael Schiffmann Touch the Nations Ministry

schreibt zu diesem Buch:

Ralf Förthmann hat in diesem stark biografischen Buch ein wichtiges und aktuelles Thema aufgegriffen. In sehr gefälliger, leicht verständlicher Sprache fordert er den Leser heraus, sich der Realität biblischer Perspektive zu stellen. Manch subjektives Erleben wird in biblischen Kontext gesetzt und macht geistlichen Hunger auf eine authentische Jesus-Nachfolge ohne „Wenn und Aber“.

Bernd Draffehn  Pastor, Liedermacher und Missionshelfer

schreibt:

Ein wertvolles, erfrischendes und anregendes Buch. Sehr gut geschrieben, theologisch sauber und ehrlich.

Die vielen persönlichen Zeugnisse des Verfassers weisen ihn als vertrauenswürdigen und ernsthaft forschenden Jünger Jesu aus, dem man seine theologischen Aussagen und Standpunkte gerne und unbedenklich abnimmt.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Was ist die Gabe der Geisterunterscheidung?

Der Richtige Maßstab

Verschiedene Arten der Wahrnehmung

Welche Geister kann man unterscheiden

  1. a) Gott

Der Heilige Geist

Jesus

Der Vater

  1. b) Engel

c.) Mächte der Finsternis

Religiöse Geister

Drei Strategien von religiösen Geistern

1.) Gesetzlichkeit (Gal. 3, 1-4)

2.) Streitsucht und Rechthaberei

3.) Süße Worte, schöne Reden

Woran erkennt man Irrlehrer und falsche Propheten?

  1. d) Der Geist des Menschen

Außerkörperliche Erfahrungen

Nachwort

 

Die Gabe der Geisterunterscheidung

© Ralf Förthmann

Vorgeschichte

Horst, Harald und ich saßen gemütlich beisammen. Wir hatten „Gebetsgemeinschaft“. In der letzten Zeit passierte das häufiger. Nachdem meine christlichen Freunde alles versucht hatten, mich zum Glauben zu bekehren, und alle ihre Argumente aufgebraucht waren, und ich auf alle ihre „Beweise“ und „Erfahrungen“ mit „Gegenbeweisen“ und „Gegenargumenten“ geantwortet hatte, blieb das immer als ihr letzter Ausweg: „Wollen wir nicht zusammen beten?“

Ich hatte nichts dagegen. Schließlich wollte ich Gott auch immer besser kennen lernen und stärker erfahren. Zwar hatte ich ein völlig anderes Verständnis und Bild von Gott als sie (mein Gottesbild war von Esoterik, indischer Meditation und Okkultismus geprägt), aber das war für mich kein Problem. Wenn sie mit Jesus sprachen, schloss ich einfach meine Augen und meditierte. Ich dachte an das Mantra, das ich von meinem Guru bekommen hatte, und öffnete mein Herz für „Gott.“ In meiner Philosophie führten alle Religionen der Welt sowieso zu ein und demselben Gott. Ob er nun Allah oder Jehova hieß, Nirwana oder kosmisches Bewusstsein. Ob ich nun Buddha, Mohammed oder Jesus folgte, dass spielte für mich keine Rolle. Wir würden uns eines Tages alle an derselben großen, goldenen Tür treffen und lachend feststellen, dass wir auf verschiedenen Wegen, wenn sie nur konsequent gegangen wurden, zu dem selben Ziel gekommen waren. Für mich gab es kein „richtig“ oder „Falsch“, kein „Gut“ und kein „Böse“. Alles war eins und alles war Gott.

Ich mochte diese Gebetsgemeinschaften lieber, als das ewige diskutieren um den richtigen Weg. Sollten die Christen doch mit ihrem Jesus glücklich werden. Ihre „Bekehrungsversuche“ gingen mir auf die Nerven und es machte mich aggressiv, wenn sie behaupteten, Jesus sei der einzige Weg zu Gott. Wenn wir zusammen beteten, konnte ich mich so richtig von der Diskussion erholen und das tat ich jetzt auch.

Plötzlich geschah etwas Eigenartiges. Horst sprach im Gebet einen Satz aus, der die ganze entspannte Atmosphäre schlagartig änderte: „Satan, ich binde dich und befehle dir, in Jesu Namen, diesen Raum sofort zu verlassen!“ Die Worte trafen mich wir Hammerschläge. Ich hatte das Gefühl, dass sie wie spitze Pfeile aus Horsts Mund kamen und mein Herz durchbohrten. Die ganze Luft schien plötzlich mit Bosheit aufgeladen zu sein. Das war ja wie im Horrorfilm! Horst und Harald schienen irgendwie meine erschreckte Reaktion wahrzunehmen und fingen an, für mich zu beten. Es geschah alles in wenigen Augenblicken. Während Harald betete: „Zeig es ihm, Herr, zeig es ihm,“ schienen seine Hände rötlich von innen zu glühen. Ich hatte eine fürchterliche Angst und geriet zusehends in Panik. Der eigentliche Grund dafür war folgender: Während Horst im Namen Jesu befahl, öffnete Gott mir die Augen, und ich wusste, dass der Teufel nicht irgendwo in einer Ecke des Raumes war, sondern direkt in der Mitte meines Herzens saß, und dass ich ihm gehörte! Ich war voller Finsternis! Nicht Gott erfüllte mein Herz, sondern eine böse Macht. Fluchtartig stürmte ich aus dem Zimmer und rannte in die Küche. Dort brach ich zitternd und weinend zusammen. Während mein Kopf auf der geöffneten Backofenklappe lag und meine Tränen sich mit den Kuchenkrümeln vermischten, hörte ich Horst im Nebenraum weiter beten. Er dankte Jesus für seine Macht und betete für meine Befreiung. Er war nicht mehr zu bremsen. Diesmal waren seine Worte nicht düster und bedrohlich, sondern kamen mir vor, wie ein Strom silbernen Lichts. Etwas Dunkles musste mein Leben verlassen. Ich sah einen Dämon einige Meter über mir in der Luft schweben. Er war vielleicht ein bis zwei Quadratmeter groß. Ich sah nur sein Hasserfülltes, ausgezehrtes und zugleich leidendes Gesicht und wusste: Dieser Bursche hatte mich gesteuert. Er hatte in mir gewohnt. Doch jetzt musste er gehen!

Ich brachte an diesem Tag noch kein Übergabegebet an Jesus als den Herrn meines Lebens über die Lippen. Aber in meinem Herzen wollte ich nur noch ihm gehören. Er hatte mir die geistliche Realität überdeutlich gezeigt. Ich wusste, es gibt nur einen wahren Gott und es gibt wirklich einen Teufel und Dämonen. Ich wusste, es gibt nur einen Weg zu Gott – Jesus. Ich wusste, es gibt Licht und Finsternis und ich konnte sie seit diesem Tag deutlich unterscheiden. Und ich wusste, ich würde Jesus nachfolgen.

Ich weiß nicht, ob man das theologisch anhand der Bibel erklären kann, denn ich war ja noch nicht einmal richtig wiedergeboren, nicht getauft und ich hatte noch nicht die Taufe im Heiligen Geist, aber seit diesem Tag war die Gabe der Geisterunterscheidung in meinem Leben wirksam.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Gabe der Geisterunterscheidung?

1.Kor. 12,8-11 Denn dem einen wird durch den Geist das Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber das Wort der Erkenntnis nach demselben Geist, einem anderen aber Glauben in demselben Geist, einem anderen aber Gnadengaben der Heilungen in dem einen Geist, einem anderen aber Wunderwirkungen, einem anderen aber Weissagung, einem anderen aber Unterscheidungen der Geister; einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen aber Auslegung der Sprachen. Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist und teilt jedem besonders aus, wie er will.

Die meisten von uns kennen sicherlich die Geschichte aus 2. Kön. 6, als der König von Aram versuchte, den Propheten Elisa gefangen zu nehmen, weil dieser durch seine prophetische Gabe dem König von Israel stets die Kriegspläne und Strategien des Königs von Aram verriet:

2.Kön. 6,14 „Da sandte er (der König von Aram) Pferde und Kriegswagen dorthin und sein starkes Heer. Und sie kamen bei Nacht und umringten die Stadt. Und als der Diener des Mannes Gottes früh aufstand und hinausging, siehe, da umringte ein Heer die Stadt, und Pferde und Kriegswagen. Und sein Diener sagte zu ihm: Ach mein Herr! Was sollen wir tun?

Er aber sagte: Fürchte dich nicht! Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind. Und Elisa betete und sagte: Herr, öffne doch seine Augen, dass er sieht!

Da öffnete der Herr die Augen des Dieners, und er sah. Und siehe, der Berg war voll von feurigen Pferden und Kriegswagen um Elisa herum.“

Der Herr öffnete die Augen des Dieners und er sah!

Wer von uns möchte nicht einmal einen Blick in die unsichtbare Welt werfen können, um die Herrlichkeit der himmlischen Heerscharen zu sehen?

Wie sehr wurde der Diener Elisas ermutigt und im Glauben gestärkt, als der Herr ihm die Augen für die geistliche Realität öffnete!

Jetzt können wir Elisas Gelassenheit verstehen, mit der er anschließend als einzelner Mann das Heer der Aramäer an der Nase herumführte und sie direkt vor die Flinte des Königs von Israel brachte.

Elisas Augen waren nicht auf die sichtbare Wirklichkeit und das starke gegnerische Herr gerichtet, sondern er durfte in die unsichtbare Wirklichkeit hinein schauen. Und dort sahen die Kräfteverhältnisse völlig anders aus!

Und genau darum geht es bei der Gabe der Geisterunterscheidung.

Es geht um ein Wahrnehmen, ein hineinschauen in die unsichtbare Welt.

Im 1. Kor. 12,10 steht die Gabe der Geisterunterscheidung in der Mehrzahl. Es geht um Unterscheidungen der Geister!

Das bedeutet, dass es verschiedene Arten der Wahrnehmung gibt und verschiedene Arten von geistigen Personen, die man unterscheiden kann.

Früher glaubte ich, dass es bei dieser Gabe nur darum geht, Dämonen zu erkennen um sie besser aus Leuten austreiben zu können oder vor falschen Propheten und Irrlehrern schneller gewarnt zu werden, und ich war froh, nicht zu viel von der geistigen Welt wahrzunehmen, weil ich glaubte, das gar nicht ertragen zu können

Der Himmel schien mir voller Dämonen und finsterer Mächte zu sein. Ich vermutete, dass mir ständig Dämonen auf den Fersen waren, um mich vom richtigen Weg abzubringen, und dass ständig irgend so ein Kerl auf meiner Schulter saß, um mir schlechte Neuigkeiten ins Ohr zu flüstern. Welch eine Lüge!

Dietrich Bonhoeffer hat in seiner Gefängniszelle kurz vor seiner Hinrichtung durch die Nazis gedichtet: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag! Das ist die Wahrheit!

Im Eph. 1,17 betet Paulus, dass der Vater der Herrlichkeit den Ephesern den Geist der Weisheit und Erkenntnis schenken möge, damit sie ihn, den Vater, erkennen würden.

Es geht zuallererst darum, die guten geistlichen Mächte zu erkennen, die uns schützend umgeben, oder, wie der Heilige Geist, sogar direkt in uns wohnen. , Es geht darum, unseren Gott besser und tiefer zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis

Der Richtige Maßstab

Wenn wir in der natürlichen Welt etwas beurteilen oder messen wollen, brauchen wir einen Originalmaßstab.

Wenn wir beispielsweise Falschgeld von echtem Geld unterscheiden wollen, brauchen wir echtes Geld, mit dem wir das Falschgeld vergleichen können, um die Unterschiede am Druck oder Papier festzustellen. So ist es auch mit der Unterscheidung der Geister!

Was ist hier unser Originalmaßstab?

1.Kor.12,11 sagt: „Dies alles wirkt ein und derselbe Geist…“Unser guter Freund, unser Beistand, der Heilige Geist, ist unser Maßstab!

Wenn wir Ihn gut kennen und uns ständig von Ihm füllen lassen, wenn wir mit Ihm vertraut sind, werden wir alle anderen geistigen Mächte viel besser unterscheiden können. ,

Ich bin sehr froh darüber, dass uns die Person des Heiligen Geistes in den letzten Jahren durch Lehre und viele frische Auswirkungen ganz neu vor Augen gemalt wurde.

Es ist die Person der Dreieinigkeit, mit der wir es in unserer Beziehung zu Gott am meisten praktisch zu tun haben. Es ist unmöglich, eine Beziehung zu Gott zu haben, ohne den Heiligen Geist. Wenn nicht der Geist Gottes in dir wohnt, dann gehörst du überhaupt nicht zu ihm. Röm. 8,9 „Wenn aber jemand den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein.

Wir können nicht am Geist Gottes vorbei zu Jesus kommen. Wiederum können wir auch nicht ohne JESUS zum Vater kommen.

Als Jesus seine 33 Jahre in einem menschlichen Körper auf der Erde verbrachte, war Er die Person der Dreieinigkeit, die physisch auf der Welt war. Man konnte ihn sehen und anfassen und man konnte seine Stimme hören.

Wenn man Jesus berührte, berührte man Gott.

Wenn man ihn ansah, sah man den Vater. Wenn man seine Worte hörte, hörte man reine Worte des lebendigen Gottes.

Jesus war die einzige Möglichkeit auf der Welt, in einen praktischen Kontakt mit Gott zu kommen. Es war unmöglich, eine Beziehung zum Vater oder zum Heiligen Geist zu haben, aber Jesus abzulehnen. Nach Jesu Tod und Auferstehung hat die Person des Heiligen Geistes seinen Platz auf der Erde eingenommen (Joh.14, 26).

Ich möchte auf gar keinen Fall die zentrale Bedeutung des Kreuzes und der Auferstehung Jesu für unseren Glauben herabwürdigen. Nur wenn wir Jesus mit unserem Mund als Herrn bekennen und mit dem Herzen glauben, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, werden wir errettet (Röm.10, 9+10).

Alles was ich sage ist: Wir können nicht ohne die Person und das Wirken des Heiligen Geistes zu Jesus kommen und ihn von Herzen „Herr“ nennen. Es ist auch unmöglich, Jesus nachzufolgen, ohne vom Heiligen Geist geleitet zu werden. Ohne den Geist Gottes ist es unmöglich, den Willen Gottes zu tun, wir haben keinerlei Kraft für irgend etwas Gutes, Gott Wohlgefälliges!

Jesus selbst sagte, dass es nützlich für uns ist, wenn er weggeht, denn wenn er nicht weggehen würde, würde der Beistand nicht zu uns kommen.

Jesus ist jetzt von der Erde weggegangen und der Heilige Geist ist für ihn gekommen.

Nachdem der Heilige Geist auf die Gemeinde ausgegossen worden ist, ist es unmöglich, zu Jesus zu kommen, aber die Person des Heiligen Geistes abzulehnen!

Das ist eine sehr, sehr wichtige Tatsache. Denn es gibt viele Christen, die eine gestörte Beziehung zum Geist Gottes haben. Sie betrachten den Heiligen Geist als eine mystische nebulöse Kraft, ähnlich wie elektrischen Strom. Aber der Heilige Geist ist keine unpersönliche Kraft, er ist genauso eine vollwertige Person wie Jesus und der Vater. Der Heilige Geist wird von Paulus „Herr“ genannt (2. Kor.3,17), genauso wie er Jesus „Herr“ nennt. Er würde sicher keine unpersönliche, zweitrangige Kraft „Herr“ nennen. Die Frage ist: Ist der Heilige Geist DEIN Herr?

Darf der Heilige Geist Herr in unseren Gemeinden sein? Wie gehen wir mit unserem Herrn, dem Geist Gottes um? Wie behandeln wir ihn, wenn ER zu uns redet? Wie können wir behaupten, dass wir Jesus nachfolgen, wenn wir uns gegen das Wirken des Heiligen Geistes sperren? Wer gegen den Heiligen Geist rebelliert, wenn er uns seine Gaben schenken möchte, und sagt: das war nur für die Zeit der frühen Kirche da, der rebelliert gegen Jesus!

Wer sich angewidert oder voller Furcht und Zweifel vom Wirken des Heiligen Geistes abwendet, wenn er mit spektakulären Auswirkungen wie Lachen und Weinen, Zittern oder Stöhnen, prophetischer Rede oder tiefgreifender Buße kommt, der wendet sich von Jesus ab! Natürlich gibt es in diesem Bereich auch seelische oder fleischliche Verhaltensweisen, die nicht vom Geist Gottes herrühren, es kann so eine Art Gruppendynamik entstehen, mit der versucht wird, das Wirken des Geistes zu kopieren. Wir müssen nicht jede Bewegung mitmachen und auf jeder neuen Welle mitreiten. Aber hüten wir uns davor, den Heiligen Geist zu betrüben und das Kind mit dem Bade auszuschütten! Der Herr hat geboten, das Unkraut nicht vor der Zeit aus dem Weizenfeld auszurupfen. Das übernehmen dann später die Engel für uns.

Vater, Sohn und Heiliger Geist sind sich immer völlig einig. Der Heilige Geist macht keine Extratouren, wenn er meint, dass es gut wäre, dass eine Person sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, dass es jetzt besser wäre, wenn sie sich auf dem Boden herum rollte, oder vor Lachen prustend irgendwo in der Ecke läge. Der Geist Gottes tut nämlich immer nur das, was Jesus ihm gesagt hat. Lasst uns dem Heiligen Geist doch voll und ganz vertrauen, auch wenn wir nicht alles verstehen, was er tut! Haben wir doch nicht so viel Angst vor dem Fleisch und dem Teufel. Der Herr ist soviel mächtiger und größer als diese beiden. Er ist in der Lage uns sicher zu leiten und zu führen. Wir haben die Verheißung, dass seine Salbung uns lehren und in alle Wahrheit führen wird. (1.Joh 2,27+Joh 16,13)

Wenn wir in der Unterscheidung der Geister wachsen wollen, brauchen wir eine herzliche, vertrauensvolle Beziehung zur Person des Heiligen Geistes. Er ist solch eine wunderbare Person. Ist es nicht gut, dass wir ihn kennen und spüren dürfen? (Joh. 14.17)

Inhaltsverzeichnis

Verschiedene Arten der Wahrnehmung

Kor. 12,10 …einem anderen aber Unterscheidungen der Geister

Genauso wie wir im Natürlichen die verschiedenen Sinnesorgane besitzen, über die wir verschiedene Eindrücke und Reize aufnehmen, hat unser innerer Mensch, unser Geist, verschiedene Wahrnehmungsorgane. Wir haben „Augen des Herzens“, „geistliche Ohren“, wir können „schmecken“ wie freundlich der Herr ist, wir können den „Wohlgeruch Christi“ riechen und haben ein „inneres Zeugnis“ des Heiligen Geistes, wir können ihn tastend „fühlen und finden“.

(Eph.1,18. Jes.50,4+5. Ps.34,9. 2.Kor.2,15. Röm.8,16. Apg.17,27)

In der Lernpsychologie hat man herausgefunden, dass der Mensch auf sehr unterschiedliche Arten und Weisen lernt.

Es gibt Menschen, die am schnellsten einen Lerninhalt aufnehmen können, wenn sie ihn auf irgendeine Weise bildhaft dargestellt sehen. Weitaus weniger Menschen lernen, indem sie nur gesprochene Worte hören, und so über das Ohr die Lerninhalte aufnehmen.

Ein Kleinkind lernt, die Welt zu begreifen, in dem es alles „be-greift“ was so auf dem Teppich oder in der Wiege herumliegt. In einem gewissen Alter muss auch alles in den Mund genommen werden, um auf Geschmack und Konsistenz geprüft zu werden.

(Du kannst dir vielleicht meinen Schock vorstellen, als ich eines Tages eines meiner „Krabbelkinder“ am Napf mit dem Katzenfutter erwischte, wie es genüsslich darin herum rührte, und schon im Mund hatte.)

Genauso gibt es aber auch größere Kinder und Erwachsene, die etwas am besten begreifen, wenn sie es selbst praktisch getan haben. Sie lernen durchs anfassen, berühren und praktische ausprobieren.

Ein großes Hindernis für mich in der Wahrnehmung der unsichtbaren Welt war, dass ich bestimmte Vorstellungen hatte, wie sich Gott mir offenbaren müsste. Ich war sehr fixiert auf das visuelle Erlebnis. Ich erwartete immer, dass eines Tages der große Vorhang wie im Kino aufgehen würde, und dass dann ein dreidimensionaler Film mit Stereoton vor meinen Augen abrollen würde, selbstverständlich in Farbe! Ich erwartete, Jesus, die Heere des Himmels und Dämonen genau so klar und deutlich vor mir zu sehen wie die natürliche Welt mit meinen natürlichen Augen. Schließlich hatten Elisas Diener und andere Personen der Bibel ja auch solche Erlebnisse.

Diese Erwartung wurde leider enttäuscht! Ich war frustriert, fühlte mich von Gott nicht voll akzeptiert und verpasste durch diese übertriebene Erwartung viele gute „kleine“ Offenbarungen, die vielleicht nicht so spektakulär, aber durchaus sehr hilfreich gewesen wären. Immer, wenn prophetisch begabte Geschwister ihre tollen „Bilder“, Eindrücke und Visionen mitteilten, seufzte ich innerlich und sagte zum Herrn: ,,So was möchte ich auch gern mal haben. Ich kriege nie so etwas. Ich bin zwar auch prophetisch begabt, aber ich sehe nie irgend etwas!“

Eines Tages, als ich mit einem stark prophetisch begabtem Bruder in einer Versammlung für Leute betete, drehte er plötzlich seinen Kopf zur Seite und sagte zu mir: ,,Ralf, du hast doch gerade ein Bild für diese Schwester gesehen, willst du es ihr nicht mitteilen?“ Ich wollte gerade enttäuscht protestieren: ,,Aber ich sehe doch keine Bilder,“ als ich einen sanften, leichten inneren Eindruck hatte. Ich sah, wie diese Schwester mit eisernen Ketten um die Handgelenke gefesselt war, und als sie die Hände preisend zum Herrn erhob eine Hand von oben kam und diese Fesseln nach oben abzog und wegnahm.

Die Schwester wurde durch diesen Eindruck sehr gesegnet; sie bestätigte das Bild und wir konnten viel gezielter für sie weiter beten.

Ich hatte dadurch ein großes ,,Aha-Erlebnis“. Also, das sind Bilder und Eindrücke vom Heiligen Geist. Ich hätte diesen Impuls total übersehen und nicht beachtet, weil ich auf etwas viel Größeres und Spektakuläreres gewartet hätte, wenn nicht mein prophetischer Bruder mir diesen übernatürlichen Hinweis gegeben hätte.

Die häufigste Art, wie Gott mir begegnet und mir Dinge offenbart, ist (neben der Tatsache, dass Gott durch sein Wort zu mir spricht) das ,,innere Zeugnis“ des Heiligen Geistes. Ich habe auch schon oft Gottes Stimme klar und deutlich gehört, und er hat mir ganz konkrete Anweisungen gegeben oder mich einfach stark ermutigt, aber das innere Zeugnis ist beinahe wie mein täglich Brot.

Als ich mein allererstes Gebet vorsichtig, zweifelnd aber erwartungsvoll gen Himmel schickte, betete ich sinngemäß diese Worte: ,,Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann möchte ich dich gern kennen lernen. Und wenn du dich mir wirklich klar zu erkennen gibst, dann sollst du auch der uneingeschränkte Herr in meinem ganzen Leben sein.“

Der Herr antwortete prompt und sofort.

Eine unerklärliche, überschäumende, helle Freude floss in mich hinein und füllte mich von Kopf bis Fuß. Das ganze Zimmer wurde hell. Selbst die Natur draußen schien plötzlich von innen heraus mit diesem hellen Licht zu leuchten. Friede wie ein Strom durchflutete meine Gedanken. Ich fühlte mich von Gott umarmt, angenommen und geliebt. Seine Liebe wurde so reichlich in mein Herz gegossen, dass ich nur noch fähig war, Gott für alles, was mir in den Sinn kam, zu danken. Danach fing ich an, vor Freude zu tanzen.

Seitdem war ich in der Lage, die Gegenwart Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes überall zu spüren, wo er sich bewegte. Das funktionierte sogar, wenn ich zum Beispiel anderer Meinung mit dem Prediger war, oder vielleicht einer ganzen Gemeinde oder Bewegung gegenüber skeptisch oder kritisch gegenüber stand.

Da waren vielleicht Fragen, Kritik oder Skepsis in meinem Verstand, aber mein innerer Mensch, mein Geist, nahm dennoch die Gegenwart Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes wahr. Andererseits litt ich auch unter vielen Gottesdiensten, die nach außen hin zwar fröhlich und geisterfüllt schienen, aber innerlich merkwürdig hohl und leer waren.

Alle taten zwar ganz feurig und begeistert, aber der Herr war scheinbar abwesend und unsere Begeisterung schien erzwungen und selbstgemacht.

Lasst uns nicht den Herrn begrenzen, indem wir ihm vorschreiben, auf welche Art und Weise er uns Dinge aus der unsichtbaren Welt offenbaren soll. Wenn du nicht viel siehst, kannst du Dinge vielleicht stark körperlich empfinden oder hören. Vielleicht will der Herr auch über Geruchsempfindungen oder andere Arten der Wahrnehmung arbeiten. Vielleicht gibt er dir einfach eine starke innere Gewissheit durch den Heiligen Geist. Finde deine individuelle Art und Weise der Wahrnehmung unsichtbarer Dinge heraus.

Inhaltsverzeichnis

Welche Geister kann man unterscheiden?

1.Kor. 12,10 …einem Anderen aber Unterscheidungen der Geister.

Es gibt vier Arten von Geistern, die man unterscheiden kann:

  1. a) Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist)
  2. b) Engel
  3. c) Mächte der Finsternis
  4. d) Der Geist des Menschen
  1. a) Gott

Der Heilige Geist

Wie schon gesagt, ist es die Person des Heiligen Geistes, mit der wir es hier auf der Erde am meisten praktisch zu tun haben. Wenn wir spüren, das wir in die Gegenwart Gottes kommen, spüren wir Seine Nähe, Seine Liebe, Seine Kraft.

Als frisch bekehrter, junger Christ hatte ich ein interessantes Erlebnis. Ich wuchs in einer Gemeinde auf, in der es als, „nicht- biblisch“ galt, öffentlich in anderen Sprachen zu beten. Deshalb übten auch nicht allzu viele Leute diese Gabe aus, und es wurde höchstens hinter vorgehaltener Hand gemunkelt: ,,Dieser Bruder soll die Gabe des Sprachengebets besitzen.“ Ich hatte vorher nie über das Sprachengebet gehört oder gelesen und war in der Bibel auch noch nicht bis zur Taufe Jesu vorgedrungen, wo es heißt, dass der Geist wie eine Taube auf Jesus herabkam. (Natürlich hatte ich, wie es sich gehört, am Anfang des Buches zu lesen begonnen, im 1. Buch Mose). Eines Tages saß ich in einer, „Gebetsgemeinschaft“ und hörte eine junge Frau beten. Irgend etwas an ihrer Art zu beten, faszinierte mich. Sie schien anders zu beten als die anderen Geschwister. Ihre Worte schienen so innig, hingegeben und voller Feuer zu sein. Ich hatte die Augen geschlossen und konzentrierte mich auf den Herrn. Plötzlich schien es mir, als ob ihre Stimme immer höher stieg und irgendwie von der Decke des Raumes auf mich herabkam. Gleichzeitig sah ich das Bild einer Taube und es war mir, als ob die Stimme der Schwester irgendwie mit der Stimme der Taube identisch wäre. Ihre Worte schienen von der Taube hervorgerufen zu werden und eine angenehme Süße und Schwere, die an wunderschönen Vogelgesang erinnerte, erfüllte jedes Wort. Kurz darauf las ich in der Bibel den Bericht von der Taufe Jesu und der Ausgießung des Geistes zu Pfingsten. Nun wusste ich Bescheid. Diese Schwester hatte die Taufe im Heiligen Geist empfangen und praktizierte das Sprachengebet! Später habe ich noch öfter diesen Eindruck einer Taube visuell gesehen. Meistens ging es dabei um geisterfüllte Männer Gottes und ich sah einfach, dass der Geist Gottes auf ihnen war.

In den ersten Jahren meines Christseins besuchte ich nicht nur Sonntagabends unseren Gemeindegottesdienst, sondern ich war auch fast jeden Sonntagnachmittag und auf unzähligen Konferenzen in einer guten geisterfüllten Bibelschule zu Gast. Sehr oft hatte ich dort ein sogenanntes „durch die Tür-Geh-Erlebnis.“ Irgendwie schien es in meinem Leben immer Kämpfe, Zweifel, Sünde, Depressionen und Unglauben zu geben. Von Montag bis Samstag schien der Teufel ständig mein ganzes Leben zu ramponieren und meine geistliche Waffenrüstung von oben bis unten zu durchlöchern wie einen Schweizer Käse. Dann kam der Sonntagnachmittag. Schon auf dem Weg zur Bibelschule freute ich mich die ganze Zeit auf die Gegenwart Gottes, die mich erwarten würde. Sobald ich die Türschwelle überschritt spürte ich die Gegenwart Gottes in dem Haus. Hier wohnten Leute, die zu beten wussten, die den Herrn kannten und die Anbeter waren! Sobald der Pianist anfing, leise auf dem Klavier zu spielen, fing der Heilige Geist an, mir zu dienen, mich abzuwaschen und mit Glauben zu erfüllen. Er ist so wunderbar! Man könnte ganz Bibliotheken füllen, wenn man detailliert über alles schreiben würde, was der Heilige Geist ist, und was er alles tut.

In den letzen Jahren ist eine ganz neue Palette von Auswirkungen des Heiligen Geistes bekannt geworden, mit der ich auch in näheren Kontakt gekommen bin. Wenn früher der Geist Gottes in starker Weise auf mich kam, flossen sofort die Tränen bei mir. Nicht weil ich eine Sünde begangen hatte und nun Buße tat, nein, einfach weil er so wunderbar und heilig und schön war, und mich zutiefst in meinem Herzen berührte.

Seit einiger Zeit kommt fast nur noch ein fast unbeherrschbares, berstendes Lachen auf mich, wenn der Heilige Geist auf mich kommt. Ich habe den „neuen Wein“ des Geistes in seiner berauschenden Eigenschaft ganz neu kennengelernt. Wenn ich früher gelesen habe: „Und sauft euch nicht voll Wein, sondern werdet voll des Heiligen Geistes“, hatte ich den Herrn schon immer im Verdacht, dass sein Geist uns berauschen kann wie Alkohol. Aber ich hatte es nie erfahren. Seit geraumer Zeit entwickele ich mich immer mehr zum „Heilig Geist Alkoholiker.“ Es ist des Öfteren vorgekommen, dass ich „volltrunken“ zum Dienst als Lobpreisleiter gekommen bin. Zumindest bin ich bereits ein „Gelegenheitstrinker“. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, trinke ich soviel „neuen Wein“, wie in mich auch nur hineinpasst!

Ein richtiger Trinker trinkt nicht gern allein. Am liebsten trinkt man mit guten Freunden in geselliger Runde. Dann macht es erst so richtig Spaß! Eines meiner schönsten Erlebnisse dieser Art hatte ich in Toronto/Kanada. Meine Frau und ich waren im April 95 im Rahmen einer um 15 Jahre verspäteten Hochzeitsreise in der dortigen Vineyard Airport Gemeinde zu Gast. Ich fühlte mich sofort in dieser Gemeinde wie zu Hause. Wir bemühten uns redlich, in den „Ministry-Zeiten“ mehr vom Herrn zu empfangen, wenn die Gebetsteams herumgingen und für die einzelnen Leute beteten. Vielleicht lag es einfach dran, dass mit ein- bis zweitausend Leuten, die anwesend waren, der Rahmen einfach zu groß war, und uns ablenkte, mehr vom Herrn zu empfangen. Die ganz große Dusche des Heiligen Geistes blieb in den Versammlungen jedenfalls meistens aus. Wie gut, dass der Herr nicht auf Gemeindegebäude und offizielle christliche Versammlungen angewiesen ist! Der Heilige Geist kann auch mit dir im Bus oder in der U-Bahn fahren.

Wir wollten an einem Tag in die Innenstadt Torontos fahren und stiegen gerade in den Bus ein, als der Busfahrer uns wieder ausladen wollte, weil wir nicht das richtige Kleingeld parat hatten. Eine freundliche junge Dame mit ihrer Begleiterin schenkte uns daraufhin sofort die passenden Münzen. Da ich meinte, eine der beiden schon auf dem Weg zur Airport- Gemeinde gesehen zu haben, sprach ich sie an, ob sie auch dort zu Gast sei. Sie bejahte, und schon entspann sich ein sehr fröhliches, munteres Gespräch. Es war, als ob wir uns schon seit Jahren kennen würden. Es waren zwei farbige Schwestern aus England in Begleitung von zwei anderen sehr urigen Schwestern aus Großbritannien. Wir hatten viel Spaß miteinander. Wir unterhielten uns über Jesus, den Vater und den Heiligen Geist und alles, was Gott so in Deutschland und England tut. Wir lachten viel zusammen und binnen kurzer Zeit kam es mir vor, als ob ich Sekt getrunken hätte. Ich fühlte mich so richtig fröhlich und leicht albern, als ob ich einen Schwips hätte! Dieser Schwips dauerte ungefähr eine ganze Stunde oder länger. Wir konnten nicht ruhig und gesittet bleiben. Jede Spur von englischer Seriosität und deutscher Ernsthaftigkeit war verflogen! Wir unterhielten mit unserem Gespräch den ganzen Bus. Die Leute lächelten vor sich hin oder stießen sich gegenseitig an, wenn sie in unsere Richtung guckten. Uns war das alles völlig egal! Nach einiger Zeit stieg ein Mann in den Bus und setzte sich sofort zu uns. Er war auch Christ und kam aus Australien. Wir unterhielten uns wie alte Bekannte, die sich seit längerer Zeit nicht gesehen haben. Die Leute kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie herausfanden, dass wir alle uns erst im Bus kennen gelernt hatten, aber wie alte Freunde zusammen saßen. Dann stiegen wir in die U- Bahn um. Wir stellten fest, dass wir alle leicht beschwipst waren, und dass fröhliche Treiben ging in der U- Bahn weiter. Plötzlich sah ich wie eine unserer Schwestern für einen Fahrgast betete. Er hatte ihr von seinen Problemen erzählt und sie hatte ihn sofort gefragt, ob sie für ihn beten dürfe. Anschließend kam der Mann auf mich zu und fragte: „Dann bist du also auch einer von diesen Holy Rollers (Heilige Roller)?“ Ich antwortete: „Oh, ich rolle eigentlich nicht so viel, ich bin mehr ein Holy laugher (Heiliger Lacher)“. Anschließend erklärte ich ihm, warum wir als Christen viel Grund zum Lachen haben und gab ihm ein einfaches Zeugnis. Es war so leicht wie Pfannkuchen essen! Ich habe keine große Gabe als Evangelist und hatte oft Mühe mit Leuten über das Evangelium zu sprechen, weil ich nie wusste, wie man so ein Gespräch locker und unverkrampft beginnt. Aber hier floss der Heilige Geist einfach so leicht und unbekümmert, dass es mich keine Überwindung kostete, mit dem Mann zu sprechen. Einige Fahrgäste hörten zu. Der Mann wurde am Abend von den englischen Schwestern in der Gemeinde gesichtet und hatte sogar noch seine Mutter mitgebracht! Es gab eine gute Evangelistische Botschaft. Alles passte. Lasst uns doch mehr als Geschwister „Heilig-geist-beschwipst“ Bus oder U- Bahn fahren!

Inhaltsverzeichnis

Jesus

Der Heilige Geist hat viele Aufgaben und wirkt viele verschiedene Dinge. Er kam auf Bezaleel und Oholiab, um ihnen künstlerische Fähigkeit und Kreativität beim Bau der Stiftshütte zu geben. Er kam auf Simson, um ihm übernatürliche Kraft zu verleihen. Er gab den Propheten Visionen und die Gabe, Wunder zu wirken.

Sicherlich ist es nicht die Hauptaufgabe des Heiligen Geistes, uns betrunken zu machen. Seine Hauptaufgabe ist, Jesus zu verherrlichen und uns die Augen für unseren Vater zu öffnen! ( Joh 16,14) ( 1.Kor.2,9-12)

Seit ich in der Bibel gelesen hatte, wie Paulus und Johannes Jesus gesehen haben, habe ich immer wieder dafür gebetet, dass ich Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen möge. Wenn ich las, wie Kenneth Hagin seine Begegnungen mit unserem auferstandenen Herrn beschrieb, dass seine Augen wie Brunnen voller flüssiger Liebe sind, dann bekam ich eine unbeschreibliche Sehnsucht nach meinem himmlischen Zuhause und besonders danach, Jesus zu sehen.

Durch die Gabe der Geisterunterscheidung können wir feststellen ob der Vater, der Sohn oder der Heilige Geist gerade zu uns spricht oder an uns handelt. Ich begegne Jesus am häufigsten, wenn ich ihn direkt anbete, wenn ich Lieder über seinen Tod und seine Auferstehung singe, wenn ich das Lamm Gottes und den Löwen von Juda anbete und ihm mein ganzes Herz zu Füßen lege. So sehr ich auch den Heiligen Geist liebe und schätze, Jesus eines Tages von Angesicht zu Angesicht zu sehen, und vor Ihm zu stehen, bedeutet mir alles! Durch die Gnade Gottes durfte ich vor einigen Jahren einmal einen kleinen Vorgeschmack davon haben. Es war überraschend anders, als ich erwartet hätte.

Ich war in einem Gottesdienst während der Anbetungszeit. Der Geist Gottes war in einer ungewöhnlichen Stärke und Kraft am Wirken. Dann sah ich im Geist ein Gesicht vor mir. Es war wie eine bewegliche, künstlerische Strichzeichnung und strahlte eine große Kraft aus. Ich erkannte sofort, dass es Jesus selbst war. Ich fühlte mich in den Armen des Heiligen Geistes völlig angenommen und geborgen, da lag kein Hauch von Ablehnung oder Verurteilung in der Luft, ich spürte, wie ich total geliebt wurde. Dennoch sah Jesus irgendwie ärgerlich aus, als er mir folgende Frage stellte: „Willst du mir wirklich nachfolgen?“ Nur dieser Satz. Er ging mir durch Mark und Bein und eine große Verwunderung erfüllte mich. Ein anderer Satz, den ich aus dem Mund Jesu hörte war: „Wenn du wirklich mehr Autorität von mir haben möchtest, dann musst du mir mehr Autorität über dich geben!“

Neulich hatte ich eine andere starke Begegnung mit dem Herrn, als ich den Bericht eines Traumes las, den Rick Joyner vor einiger Zeit im „Morning Star Journal“ veröffentlicht hatte. Er erzählte davon, wie er im Traum eine starke Begegnung mit Jesus hatte, und seinen Richterstuhl sah. Ich las diesen Bericht eigentlich nur nebenbei im Kreise meiner Familie, während die Kinder irgendeine Vorabendserie im Fernsehen verfolgten und meine Frau mich ab und zu ansprach. Obwohl ich etwas abgelenkt war, gingen die Worte des Berichts tief in mein Herz. Noch den ganzen Abend, während ich andere Dinge tat, und beim Einschlafen musste ich über Rick Joyners Erlebnis nachdenken. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war sofort die spürbare Gegenwart Gottes in meinem Zimmer. Verschlafen ging ich ins Badezimmer. Ich musste sofort wieder an die Worte des Traumes denken. Eine gewaltige Welle des Heiligen Geistes erwischte mich unter der Dusche! Immer wieder zogen diese Worte aus 2. Kor.5,10 durch meine Gedanken, während ein Geist der Buße und der Furcht des Herrn mich total erschütterte: ,,Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses“.

An einigen Stellen im Neuen Testament wird der Heilige Geist auch „der Geist Jesu Christi“ genannt. Ich glaube, es war ganz spezifisch dieser ,,Geist Jesu Christi“, der in mir eine starke Ehrfurcht und Buße auslöste. Das Wort Ehrfurcht ist eigentlich noch viel zu schwach. Es war der ,,Schrecken des Herrn“, der auf mich kam. Ich wusste, dass Jesus mein ganzes Herz und meine ganzen Motive in diesem Moment durchschauen konnte.

Ich war nackt und bloß wie ein aufgeschlagenes Buch vor Ihm. Er kannte alle meine Werke und all mein Versagen. Nichts konnte ich vor Ihm verstecken. Er sah auch alle guten Dinge und mein Bemühen ihm nachzufolgen. Er sah, wie vieles von meiner sogenannten ,,Nachfolge“ religiös, selbstgemacht und nicht aus der Kraft seiner Gnade heraus geschah. Der Geist Jesu Christi brachte mich zu seinem Richterstuhl.

Ich kam mit meiner Körperpflege diesmal nicht zu ende. Halbfertig wankte ich aus dem Badezimmer, um den Herrn weiter zu suchen und zu beten.

Ist Dir Jesus schon einmal in seiner Eigenschaft als Richter begegnet, oder kennst Du Ihn nur als Deinen Erretter, Helfer in der Not oder als Freund?

Petrus sagt in Apg.10,42 :,,Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und ernstlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist.“

Petrus spricht hier über Jesus. Wann hast Du das letzte Mal in einer Predigt diese Botschaft gehört, dass Jesus der Richter der Lebenden und der Toten ist?

Paulus sagte: ,,Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden.“

Das schließt Dich und mich und alle Christen mit ein, nicht nur die Ungläubigen.

Ich habe das Wort, alle“ im Urtext nachgeschlagen und festgestellt: Alle bedeutet alle!

Wenn ich mir den ganzen Berg von stinkender Sünde und Lauheit gerade auch in unseren sogenannten ,,charismatischen“ Gemeinden betrachte, (und ich habe festgestellt, dass ,,charismatisches Fleisch genauso eklig und dreckig ist wie ,,evangelikales Fleisch“) dann habe ich den Eindruck, dass wir Jesus als Richter wieder ganz neu erkennen müssen.

Jawohl, alle, die wir an Jesus als unseren Herrn und Erlöser glauben, werden errettet werden und nicht mit einem Verdammungsurteil vor dem Richterstuhl Christi rechnen müssen. Wir glauben, dass Jesus selbst die Strafe für unsere Sünden trägt und dass wir deshalb keine Strafe mehr erwarten müssen.

Aber wie wollen wir eigentlich Jesus an jenem Tag in die Augen schauen und Ihm den Grund für all unsere Lauheit und Trägheit erklären? Wie wollen wir Ihm erklären, dass wir tatenlos zugeschaut haben, wie Millionen von Menschen in den Abgrund der Hölle gegangen sind? Wie wollen wir Ihm erklären, warum wir keine Zeit für Bibel lesen und Gebet hatten, während wir sehr viel Zeit für fernsehen, Hobbys und andere Dinge hatten?

Der Vater

Ich wünschte mir, ich würde Ihm mehr kennen! Mein einziger Trost in dieser Sache ist, dass Jesus gesagt hat: ,,Wer mich sieht, der sieht den Vater!“

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  1. b) Engel

Apg.10,3 (Kornelius) sah in einer Erscheinung ungefähr um die neunte Stunde des Tages deutlich, wie ein Engel Gottes zu ihm hereinkam und zu ihm sagte…

Die Bibel ist voll von Engelgeschichten. Wir wissen, dass sie die Fähigkeit haben, einen materiellen Körper anzunehmen, mit Menschen zu essen und zu trinken, und die verschiedensten Dinge zu tun. Ein Engel befreite Petrus nachts aus dem Gefängnis und schlug ihm an die Seite, um ihn zu wecken. Er meinte, verschlafen wie er war, trotzdem nur ein Gesicht zu sehen. Visionen von Engeln scheinen zur Zeit der Apostelgeschichte etwas sehr häufiges gewesen zu sein. Kornelius sah einen Engel in einer ,,Erscheinung“.

Als Petrus nach seiner Befreiung an die Tür der Gemeinde klopfte, und die Magd mit dem Namen Rhode es der Gemeinde aufgeregt berichtete, winkten die Brüder nur müde ab :,,Schon wieder eine von diesen Engelerscheinungen!“ Ich habe im Laufe meines Christseins immer wieder dafür gebetet, dass ich Begegnungen mit Engeln habe, und so wie Kornelius deutlich sehen kann, wenn sie mich besuchen, oder in der Gemeinde am Wirken sind. Im Laufe der Jahre ist meine geistliche Wahrnehmungsfähigkeit um einiges gestiegen, aber sie könnte noch um einiges „deutlicher“ werden. Das erste Mal, als ich bemerkte, dass ein Engel mir diente war bei folgender Gelegenheit: Mein Vater war schon relativ alt und sehr krank. Er rief mich an, ob ich ihn besuchen könne. Er war so schwach, dass er nicht mehr aus eigener Kraft zur Toilette gehen konnte, und die Frage stand im Raum, ob ich ihn ins Krankenhaus bringen müsste. Ich fing an für meinen Vater zu beten und bat Gott auch ganz konkret um die Hilfe und Unterstützung seiner Engel, weil die Wohnung meiner Eltern immer voll war von Geistern der Bedrückung und Krankheit. Oft kamen wir munter und fröhlich bei meinen Eltern an, um sie zu besuchen, und kamen dann derart unter diese Decke von Müdigkeit, Traurigkeit und Krankheit, dass wir ganz erschöpft und beladen wieder nach Hause fuhren. Ich hatte meinem Vater zu jedem Geburtstag und zu Weihnachten christliche Bücher geschenkt, die er auch immer brav las, ich hatte ihm öfter von meinem Leben mit Jesus erzählt und unzählige Diskussionen mit ihm über den Glauben gehabt. Er wollte sich einfach nicht bekehren und öffnete seine Herzenstür immer nur einen kleinen Spalt. Er glaubte an Evolution, er sei zu alt, er könnte vieles nicht glauben und hatte tausend Ausreden. Ich war es leid und hatte seit Jahren nicht mehr mit ihm über Jesus gesprochen. Alles war gesagt worden, und ich hatte keine Kraft mehr und traute mich auch nicht mehr, ihn auf dieses Thema anzusprechen. Während ich betete, keimte Glauben und Hoffnung in meinem Herzen auf, der Geist Gottes erfüllte mich und gab mir den Eindruck, dass ich meinen Vater fragen sollte, ob ich für seine Heilung beten dürfe. Dann setzte ich mich ins Auto und fuhr los. Ich betete in Sprachen und lobte Gott während der Fahrt. Plötzlich bemerkte ich, dass neben mir auf dem Beifahrersitz eine unsichtbare Person saß! Manchmal kann man bei Menschen spüren, dass sie dich von hinten anschauen. Wenn du dich dann umdrehst, schauen sie meistens weg, weil es ihnen peinlich ist, dass sie dich angestarrt haben. So ein ähnliches Gefühl hatte ich bei dieser Person auf dem Beifahrersitz. Ich spürte, dass sie mich beobachtete. Aber von ihr ging eine leichte, heilige Freude aus! Ich überlegte, ob es der Heilige Geist war, stellte dann aber fest, dass der Geist Gottes in mir war und mich erfüllte, er saß nicht neben mir. Und dennoch war diese andere Gegenwart einer guten, göttlichen Person neben mir spürbar da. Ich kam zu dem Schluss, dass es ein Engel Gottes sein musste und fing an, mich noch mehr als vorher zu freuen und den Herrn zu preisen. Ab und zu sprach ich in Richtung des leeren Beifahrersitzes: „Hallo Engel, schön dass du da bist und mich begleitest. Bin mal gespannt, was zu Hause bei meinem Vater passiert!“ Als ich zu Hause bei meinem Vater ankam, war keinerlei Decke von Bedrückung in der Wohnung zu spüren. Der Heilige Geist breitete sich sofort in der ganzen Wohnung aus, während ich mit meiner Stiefmutter sprach. Mein Vater saß auf dem Balkon. Das Gespräch ging sofort um Jesus und den Heiligen Geist. Meine Stiefmutter konnte seine Gegenwart spüren und berichtete erstaunt, dass eine unbekannte Freude ihr ganzes Herz erfüllte. Ich konnte mit ihr beten und sie lud Jesus in ihr Herz ein. Dann ging ich zu meinem Vater auf den Balkon. Er sah sehr müde und schwach aus. Als ich ihn fragte, ob ich ihm die Hände auflegen und für ihn beten dürfte, war er sofort einverstanden. Ich erklärte ihm, dass Gott ihn heilen würde und fing an zu beten. Es ging alles so leicht wie Butter. Er fühlte sich sofort besser. Danach konnte ich ihm unter der Salbung des Geistes erklären, dass er von neuem geboren werden müsse und wie das geschehen würde. Die Worte drangen voll in sein Herz. Es gab keinerlei Diskussion oder Widerstand. Er versprach mir zu beten, wenn er allein wäre. Am nächsten Tag war mein Vater schon viel kräftiger und konnte wieder allein aufs Klo gehen. Am folgenden Tag war er wieder völlig gesund. Er lebte nach dieser Begebenheit noch etwa ein weiteres Jahr in guter Gesundheit und obwohl er nicht in die Gemeinde mitkam, weiß ich, dass er errettet war, als er starb.

– Danke Jesus, für den Dienst deiner Engel! –

Einige andere Male nahm ich Engel in einer visuellen Art und Weise wahr. Es war immer auf der Ebene von „Eindrücken“ und „bewegten Bildern“, nicht von Angesicht zu Angesicht, aber trotzdem oft recht eindrucksvoll. Während einer großen Gebetskonferenz befanden wir uns einmal in geistlichem Kampf für Deutschland. Während Lobpreis und Anbetung in den Himmel aufstiegen und einige sehr vollmächtige Proklamationen über das Land ausgesprochen wurden, öffnete der Herr meine Augen für das, was in der unsichtbaren Welt passierte. Ich sah vor meinen geistlichen Augen den Himmel über Deutschland. Unsere Gebete hatten eine derartige Vollmacht, dass es schien, als ob Gott als Antwort mit einem riesigen Stab oder ähnlichem Gerät den ganzen Himmel umrühren würde. Der ganze Himmel wurde blass und fahl, die Weltbeherrscher der Finsternis erschraken vor dem Herrn und der Autorität seiner Kinder. Dann sah ich die Armeen des Herrn losmarschieren. Es waren Engel mit grimmigen Gesichtern die mit großer Entschiedenheit in den Kampf marschierten. Sie hatten Fackeln in ihren Händen. Nach den Fackelträgern kamen die Heere der Bogenschützen. Pfeile regneten vor ihnen herab. Danach kamen Reiter in großer Zahl. Nachdem die Engelsheere ihre Arbeit getan hatten, sah ich wie die Taube des Heiligen Geistes neu über Deutschland schwebte. Danach änderte sich das Bild, und aus der Taube wurde plötzlich ein Flugzeug aus dem ersten Weltkrieg, das mit Maschinengewehren schoss. Diese Vision ereignete sich 1991 oder 1992 und ich glaube, dass es sich dabei auch um die neue Bewegung des Heiligen Geistes in Deutschland drehte, die wir seit Ende 1994, Anfang 95 erleben. Eine neue Erfrischung und Bewegung des Geistes kam nach Deutschland, aber dann begannen Kämpfe um diese Bewegung. Das Flugzeug war aus dem ersten Weltkrieg. Das bedeutet: Diese Kämpfe sind nicht neu! Wann immer der Heilige Geist etwas neues tut, wird dieses Wirken von skeptischen Christen bekämpft, die dieses neue Wirken nicht verstehen und nicht in ihre alten Schubladen einordnen können. Wann immer der Heilige Geist in einer neuen Weise ausgegossen wird, gibt es nicht nur Segnungen, es gibt auch Trennungen zwischen Brüdern.

Gal. 4,29: Aber so wie damals der nach dem Fleisch Geborene den nach dem Geist Geborenen verfolgte, so ist es auch jetzt.

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c.) Mächte der Finsternis

Apg 16,16 Es geschah aber, als wir zur Gebetsstätte gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagergeist hatte.

Wie erkannten Paulus und seine Gefährten, dass die Magd von einem Wahrsagergeist beherrscht wurde? Sie folgte Paulus und seinem Team nach und rief einfach nur die Wahrheit über sie aus: „Dies sind Knechte Gottes, des Höchsten, die euch den Weg der Rettung (oder des Heils) verkündigen.“ Diese Botschaft war richtig, aber Paulus und seine Gefährten hatten durch die Unterscheidung der Geister die dämonische Quelle dieser Äußerungen entdeckt. Es spricht vieles dafür, dass dieser Wahrsagergeist sogar die beherrschende, geistliche Macht über der ganzen Stadt Philippi war, denn als Paulus den Geist aus der Magd ausgetrieben hatte, geriet die ganze Stadt in Aufruhr, und die obersten Behörden der Stadt ließen sie mit Ruten schlagen und ins Gefängnis werfen. Wir wissen, dass Paulus und Silas im Gefängnis nicht aufgaben, sondern um Mitternacht beteten und Loblieder sangen. Als das Erdbeben geschah, wurden nicht nur die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert, sondern die Grundfesten der Mächte der Finsternis in der ganzen Stadt. Der Kerkermeister bekehrte sich mit seinem ganzen Haus und ließ sich und die Seinen sofort taufen. Das war der geistliche Durchbruch für die erste Christengemeinde der Stadt Philippi! Andere biblische Beispiele, bei denen die Gabe der Geisterunterscheidung mit ihm Spiel war, sind zum Beispiel die Konfrontation von Petrus und Jesus in Matthäus 16,23 als Petrus mit seinen gutgemeinten, menschlichen Ratschlägen Jesus vom Weg ans Kreuz abbringen will, und Jesus den Teufel selbst als Urheber dieser „liebevollen“ Ratschläge erkennt. Sein Wort: „Geh hinter mich, Satan,“ war sicherlich nicht zuerst an Petrus gerichtet, sondern an den, der ihm diese menschlichen Gedanken ins Ohr flüsterte.

In Luk. 13, 11-16 erkennt Jesus einen Geist der Schwäche als Krankheitsursache der zusammengekrümmten Frau; und der dämonisierte Gerasener (Mark. 5,1-9 und Lukas 8,26-29) gebärdet sich deshalb so wild, weil Jesus schon von weitem die finsteren Mächte erkannt hatte und ihnen geboten hatte, aus dem Menschen auszufahren.

Ich habe schon in der Vorgeschichte erwähnt, dass ich mit vielen okkulten Dingen zu tun hatte, bevor ich Christ wurde, und dass ich bei meiner Befreiung einen Dämon über mir sehen konnte, der in mir gewohnt hatte. Mein Hauptgötze war Musik. Bestimmte Arten der Rockmusik waren wie Gott für mich. Wenn ich meine Lieblingsmusik hörte, durfte niemand reden, um nicht den Genus den der Musik zu stören. Ich ging nicht aus dem Haus, wenn eine bestimmte Platte lief, bis der letzte Ton der Platte abgelaufen war. Ich stieg nicht aus dem Auto, bis mein Lieblingssong im Autoradio zu Ende war. Musik war mein Leben. Als ich Christ wurde, gab ich Jesus zu 100 Prozent die Herrschaft über mein Leben und Jesus trat diese Herrschaft auch praktisch an.

Es war kurz nach meiner Bekehrung. Ich hatte die aus meinem „alten Leben“ stammenden Drogen die Toilette hinuntergespült und wollte ganze Sache mit Jesus machen. Aber ich hörte immer noch meine alte Musik. Als ich eines Tages gemütlich auf dem Bett saß und einer meiner alten Platten zuhörte, hatte ich ein seltsames Erlebnis: Während ich mit geschlossenen Augen den Tönen lauschte, sah ich, wie ein dämonisches Gesicht den Rillen der Platte entstieg. Es sah ähnlich aus, wie der Dämon, der mich verlassen hatte. Sein Gesicht war leidend und ausgezehrt. Ich erkannte, dass es der Geist war, der die Musik inspiriert hatte. Ich hatte keine Angst vor ihm, denn ich wusste, dass ich Jesus gehörte, ich fand das Ganze nur sehr interessant und überraschend. Aber während ich der Musik weiter zuhörte und mir diesen Geist betrachtete, bemerkte ich, wie dieser Geist Einfluss über mich gewinnen wollte. Ich bemerkte, wie sein Gesicht eine Kraft auf mein Gesicht ausübte. Meine Mundwinkel wurden nach unten gezogen, wie die Mundwinkel des Geistes, mein Gesichtsausdruck schien sich zu verändern und dem Gesichtsausdruck des Geistes anzupassen. Ich hatte keine Angst, aber in mir stieg ein großer Ärger auf. Es war ein heiliger Zorn gegen den Teufel und seine Machenschaften. Ich nahm einen Hammer und zerstörte die ganze Platte.

In der Folgezeit hörte ich mir noch einige andere Platten an, um sie auf Dämonen zu testen. Wieder konnte ich die Mächte sehen, die die Musik inspiriert hatten. Einige Platten kamen unter den Hammer. Da ich eine recht umfangreiche Plattensammlung hatte und ich es mir nicht antun wollte, jede einzelne Platte durchzuhören, schaffte ich kurzerhand die ganze Plattensammlung aus dem Haus und hörte ab diesem Zeitpunkt nur noch christliche Musik.

Eines Tages wurde ich in die Wohngemeinschaft eingeladen, in der Manfred wohnte, ein Arbeitskollege von mir, dem ich schon einmal Zeugnis gegeben hatte. Ein Bruder aus Indien, der zu der Zeit mit mir zusammen wohnte, wollte für die ganze Wohngemeinschaft indisch kochen. Ich ahnte, dass der Herr an diesem Tag irgendetwas Besonderes vorhatte. Wir saßen in der Küche und plauderten, während Siradj, der Inder, das Essen vorbereitete. Das Gespräch drehte sich bald auch um den Glauben an Jesus. Von den Leuten der WG schlug mir viel Skepsis entgegen. Dann betrat Taina, eine junge Frau, die ich auch entfernt von der Arbeit her kannte, die Küche. Ich wusste, dass sie etwas mit Drogen und indischer Meditation zu tun hatte. Sie war eine Jüngerin Bhagwans gewesen, und auch zu diesem Guru nach Indien gefahren. Ein ungutes Gefühl stieg in meiner Magengegend auf. Ich fühlte mich wie gelähmt und hatte den Eindruck, dass eine starke, finstere Kraft von Taina ausging. Ich wollte anfangen zu beten, um diese finsteren Mächte zu binden, doch in der Gegenwart der anderen traute ich mich nicht, das laut zu tun. So ging ich für eine kurze Zeit auf die Toilette, um meinem Herzen Luft zu machen und wenigstens halblaut zu beten. Ich band alle Mächte der Finsternis und proklamierte, dass Jesus viel stärker ist als alle Mächte von Okkultismus, Meditation und Drogen. Dann ging ich wieder zurück in die Küche. Kaum betrat ich den Raum, als die junge Frau auffallend eilig die Küche ohne Angabe von Gründen verließ. Sie kam nicht wieder, auch nicht zum Essen. Ich triumphierte im Geist: Der Böse ist besiegt! Danach gab es einen großen Freiraum, über das Evangelium und über meine eigenen Glaubenserfahrungen zu sprechen. Später ging ich allein mit Manfred, meinem Arbeitskollegen in sein Zimmer und wir beteten zusammen. Er nahm Jesus als seinen Herrn an.

Eine ganze Zeit später half ich beim Umzug eines befreundeten Ehepaares mit. Sie zogen in die gleiche Straße, in der sich auch die Wohngemeinschaft befunden hatte, nur eine ganze Reihe von Häusern weiter. Ich war mit Streichen der Fensterrahmen im zukünftigen Wohnzimmer beschäftigt. Auf einmal bemerkte ich, wie das gleiche unangenehme Gefühl in meinem Magen hochkam, dass ich damals in der Küche verspürt hatte, als ich die junge Frau ansah, die in östliche Religion und Drogen verstrickt war. Es fühlte sich haargenau gleich an. Die verschiedensten Gedanken flogen durch meinen Kopf. Ist Taina jetzt vielleicht gerade ein paar Häuser weiter am meditieren oder im LSD-Rausch? Fängst du langsam an, verrückt zu werden? Leidest du vielleicht unter Verfolgungswahn? Jedenfalls entschloss ich mich, diese dämonische Kraft, die mich scheinbar attackierte und die ich deutlich in meiner Magengegend spürte, nicht zu tolerieren. „Du dämonischer Geist von Taina R.“ sagte ich mit Entschiedenheit,“ ich binde dich in dem Namen Jesu! Verlass sofort diesen Raum!“ Nichts rührte sich. Ich fühlte mich schlecht. Nach einer Weile des Betens, entschloss ich mich, dem Herrn Lobpreislieder zu singen und den Sieg Jesu zu proklamieren. Der Kampf dauerte etwa eine halbe Stunde lang. Danach konnte ich wieder frei durchatmen und hatte den Eindruck, dass der böse Geist gegangen war. Als ich einige Zeit später den Mülleimer auf die Straße brachte, um ihn in die Mülltonne zu kippen, kam ich an den Briefkästen des Hauses vorbei. Ich guckte, ob der Name meiner Freunde schon angeschrieben war, und bekam wahrscheinlich Augen groß wie Wagenräder, als ich folgenden Namen an einem der Briefkästen fand! Taina R.! Atemlos fragte ich meine Freunde, ob diese junge Frau vorher in dieser Wohnung gelebt hatte. Genau in dem Zimmer wo du gerade die Fenster streichst, war ihre Antwort. Seit dieser Zeit bete ich jede Wohnung frei, in die ich neu einziehe! Es gibt nicht nur finstere Mächte, die an Personen gebunden sind, sondern auch Dämonen, die unabhängig von Menschen an bestimmte Orte oder Länder gebunden sind. Besonders der Götzendienst (Anbetung von Dämonen) und Blutschuld geben dem Feind ein Anrecht, nicht nur in den Menschen zu wohnen, die diese Dinge verübt haben, sondern auch an den Orten, an denen diese Dinge geschehen sind. Wer davon noch nicht überzeugt ist, der lese doch einmal Jes. 34, 5-17. Dort ist vom Gericht über Edom die Rede, dass auch später eingetroffen ist. Der Herr sagt in dieser Prophetie, dass das ganze Land durch sein Gericht menschenleer gemacht würde und nur noch Tiere und Dämonen in seinen Trümmern hausen würden. Es ist davon die Rede, dass dort die Bocksdämonen einander begegnen würden und die Lilit (ein Nachtdämon) dort einen Ruheplatz für sich findet. In Vers 17 steht sogar, dass der Herr selbst ihnen diesen Ort zugeteilt hat. Preis sei Gott, der uns in dem Namen Jesu Autorität über die ganze Macht des Feindes gegeben hat (Luk. 10, 17-19)! Wir brauchen uns keine dämonischen Belästigungen gefallen zu lassen und sollten dafür sorgen, dass unsere Wohnungen und Häuser zu „dämonenfreien Zonen“ werden. Dazu brauchen wir noch nicht einmal die Gabe der Geisterunterscheidung, sondern einfach nur Glauben an das Wort Gottes und die Macht des Namens Jesu! Wichtig ist, dass wir Selbst dem Teufel keinen Raum durch fortgesetzte Sünde geben, dass wir nicht mit ihm kooperieren. Es ist auch wichtig, uns nicht ständig mit dem Feind zu beschäftigen und zu versuchen, aus jedem Busch einen Dämon hervor zu klopfen. Unser Wettkampf besteht nicht darin, unsere Augen fest auf den Feind gerichtet zu halten, um jeden seiner Schläge sofort parieren zu können, sondern wir sollen von allem anderen wegschauen und nur allein auf Jesus schauen (Hebr. 12, 1-3). Wenn der Teufel versucht, uns davon abzulenken, dann dürfen wir ihm ohne Angst und mit Entschiedenheit widerstehen und er muss von uns fliehen. Es ist aber auch sehr wichtig, nicht passiv und ängstlich zu sein, wenn wir merken, dass wir es mit Mächten der Finsternis zu tun haben. Wir müssen wirklich standhaft im Glauben widerstehen, bis wir merken, dass wir den Sieg haben. Jesus hat am Kreuz den Feind besiegt und entwaffnet (Kol 2,14-15). Diesen Sieg sollen wir im Glauben unbeirrbar festhalten, wie hoch die Wellen auch scheinbar gehen und wie sehr sich die „alte Schlange“ auch winden mag. Er ist ein besiegter Feind und wir sind im Team der Gewinner!

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Religiöse Geister

Apg. 20,29-30: Ich weiß, dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.

1.Tim. 4,1+2: Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind.

Wir neigen als Christen oft dazu, mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die böse Welt zu zeigen und erschreckt zu beklagen, was der Teufel alles tut, um mehr und mehr Bereiche der Gesellschaft zu unterwandern und noch mehr unter seine Herrschaft zu bringen. Wir beklagen die Zunahme von Gewalt und Pornographie in den Medien, den Vormarsch von Esoterik und New Age an den Schulen und in der Wirtschaft, wir machen uns Sorgen um das Wachstum von Sekten und dem Islam in Deutschland. Ein Schauer läuft uns den Rücken herunter, wenn wir uns ernsthaft in die Augen sehen und übereinstimmend feststellen: der Antichrist kommt bald!

Stell dir mal vor, du wärst ein großer Feldherr und hättest schon ganz Europa durch deine militärische Macht eingenommen, das ganze Volk zu Sklaven gemacht und alle wichtigen Offiziere ins Gefängnis gesteckt, während alle wehrfähigen Soldaten schon in deine eigene Armee übergelaufen sind. Aber da wäre noch eine gefährliche Stadt übriggeblieben, die sich dir nicht unterworfen hat, die eine geheimnisvolle Superwaffe besitzt, und ständig versucht, durch furchtlose Terrorkommandos deine Gefangenen zu befreien und überall im Land einen Aufruhr gegen dich anzuzetteln. (Mir fällt in diesem Zusammenhang ein kleines gallisches Dorf mit zwei wohlbekannten Helden ein)

Was wäre deine Reaktion? Würdest du die gefährliche Stadt möglichst in Ruhe lassen und deine ganzen Soldaten damit beschäftigen, die Gefängnisse noch besser zu bewachen und die Sklaven noch mehr zu bedrücken und den Grenzzaun um ganz Europa zu verstärken? Oder würdest du versuchen mit allen Mitteln den Widerstand dieser gefährlichen Stadt zu brechen?

Ich glaube nicht, dass der Teufel so dumm ist, alle seine Heerscharen gegen Menschen einzusetzen, die sowieso schon seine Gefangenen sind, die gut bewacht sind und ihm überhaupt nicht gefährlich werden können.

Ich bin fest davon überzeugt, dass der Hauptangriff des Teufels der Gemeinde Jesu gilt, und dass er versucht, überall seine Spione und Undercoveragenten einzuschleusen.

Das Volk Gottes, der Leib Jesu auf der Welt, ist der einzige Gegner, der ihm gefährlich werden kann, und er setzt alles daran, uns zu schwächen und zu lähmen und schachmatt zu setzen. Ich glaube, er hat seine besten und gefährlichsten Offiziere auf die Gemeinde des lebendigen Gottes angesetzt! Und diese Offiziere sind betrügerische Geister; sie kennen sich sehr gut mit der Bibel aus und sie produzieren fortwährend „Lehren von Dämonen.“

Wir brauchen nicht nach dem Antichrist Ausschau zu halten, und vor den falschen Propheten zittern, die von außen in unsere Gemeinde einbrechen wollen, denn aus unserer eigenen Mitte werden Leute aufstehen, die verkehrte Dinge reden. Grobe Irrlehrer und falsche Apostel sind eigentlich leicht zu erkennen, weil sie immer versuchen, die Person Jesu Christi in ihrer Bedeutung herabzusetzen. Entweder sie verleugnen seine Auferstehung, sein Kommen im Fleisch, seine Geburt von einer Jungfrau, seinen Tod am Kreuz, oder die Tatsache, dass er ganz Gott und ganz Mensch war. Sie versuchen ständig, irgendeine Zentrale Wahrheit über den Sohn Gottes abzuschneiden oder zu verdrehen.

Wir können diese zentrale Wahrheiten leicht am Wort Gottes überprüfen. (1.Joh. 4,1-5)

Aber es gibt religiöse Geister, die innerhalb der Gemeinde wirken, die weitaus schwieriger zu erkennen sind, weil sie äußerst geschickt mit dem Wort Gottes und biblischen Wahrheiten umgehen können.

Lies doch einmal die Versuchungsgeschichte Jesu Christi durch ( Math. 4,1-11) und versuche zu erklären, warum es Sünde gewesen wäre, wenn Jesus aus Steinen Brot gemacht und sich von der Zinne des Tempels gestürzt hätte. Jesus hat doch auch aus Wasser Wein gemacht. Er war doch wirklich der Sohn Gottes. Gott hat doch wirklich gesagt, dass seine Engel uns auf den Händen tragen würden, wie viel mehr den eingeborenen Sohn Gottes!

Ich habe Jahre gebraucht, um diese Versuchungen einigermaßen zu verstehen und bin mir nicht sicher, ob ich den gleichen Test wie Jesus bestehen würde.

Wir als Charismatiker glauben doch wohl schließlich an Wunder. Würden wir nicht jede Gelegenheit ausnutzen, um Steine in Brot zu verwandeln? Es geht doch schließlich um die Verherrlichung Jesu und die Verlorenen, oder nicht?

Ich möchte nicht das eigene Nest beschmutzen, alles was ich sagen möchte, ist folgendes: Religiöse Mächte arbeiten oft sehr subtil und sind mit ihren falschen Lehren manchmal sehr schwer zu erkennen, und sie machen garantiert nicht vor uns Charismatikern halt.

Ihr lieben Evangelikalen, bildet euch bitte nicht ein, religiöse Geister sind nur bei uns schwärmerischen Pfingstlern und Charismatikern am Werke! Ihr wisst doch: Wenn ihr ständig mit ausgestrecktem Zeigefinger auf uns zeigt und vor uns warnt, dann zeigen drei der übrigen Finger auf euch selbst!

Wir haben doch einen gemeinsamen Herrn – Jesus Christus! Möglicherweise haben wir vergessen, dass wir auch einen gemeinsamen Feind haben, den Teufel. Ich kann es nur auf das Wirken von religiösen Geistern zurückführen, dass der Feind es geschafft hat, uns zu trennen und auseinander zu dividieren. Wir brauchen nicht nur eine gute Kenntnis des Wortes und die richtige Theologie, wir brauchen auch die Gabe der Geisterunterscheidung, um das Wirken dieser betrügerischen Geister zu erkennen, zu entlarven und davon frei zu werden. Und wir brauchen die Salbung des Heiligen Geistes, der uns in alle Wahrheit führen will. Wir haben die Verheißung (1.Joh. 2,26-27) dass seine Salbung in uns bleibt und uns über alles belehrt, was wir im Hinblick auf die Verführer wissen müssen. Das ist eine Verheißung für jeden Christen.

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Drei Strategien von religiösen Geistern

1.) Gesetzlichkeit (Gal. 3, 1-4)

In diesem Kapitel des Galaterbriefes beschreibt Paulus, dass die Galater regelrecht von betrügerischen Geistern „bezaubert“ wurden. Sie hatten sich vom gekreuzigten Jesus Christus und von seiner Gnade abgewendet (Gal. 1,6) und wollten nun aus Gesetzeswerken vor Gott gerecht werden.

Das ist eine Gefahr für einen jeden ernsthaften Christen. Wir wollen doch alle Jesus mit ganzem Herzen nachfolgen. Wir nehmen es ernst, wenn Jesus sagt, dass wir nicht unser eigenes Leben lieben sollen. Wir nehmen alle seine Gebote ernst und wollen sie von ganzem Herzen befolgen. Wir wissen, wie wichtiges ist, zu beten und das Wort Gottes zu kennen. Wir wollen seine Zeugen sein und uns ist bewusst, dass die ganze Welt verloren geht und Milliarden Menschen in die Hölle wandern, wenn wir unseren Missionsauftrag nicht erfüllen. Und genau an diesem Punkt haken religiöse Mächte ein. Gerade wenn unser Gewissen an diesen Punkten sensibel und nicht abgestumpft ist, kommen ihre „wohlmeinenden“ Ratschläge in unsere Gedanken: Du betest nicht genug! Du liest nicht genug die Bibel! Gestern hast du eine Chance verpasst, Zeugnis zu geben! Streng dich mehr an! Du bist ein Waschlappen!

Der Teufel ist ein Sklaventreiber. Er arbeitet mit Verdammnis und Schuldgefühlen und treibt uns zur Eile an. – Wen der Teufel nicht bremsen kann, den treibt er an!

Wenn wir auf die Vorschläge von Geistern der Gesetzlichkeit eingehen, stellen wir unseren Wecker tatsächlich eine Stunde früher ein, um „stille Zeit“ zu machen. Wir fangen tatsächlich an, mehr Bibel zu lesen und gehen mit einem Missionstrupp von Tür zu Tür. Uns wir sind stolz darauf! Und weil wir anfangen, stolz auf unsere „Leistungen“ zu werden, fangen wir an, die Christen zu richten, die es nicht schaffen, die gleichen Leistungen zu bringen. „Dieser Bruder trinkt ein wenig viel Bier, findest du nicht?“ „Diese Schwester hat aber eine sehr lockere Moral!“ „Unser Pastor hat ja wohl kaum ein Gebetsleben!“ Et cetera, et cetera, et cetera. Bekanntlich kommt der Hochmut vor dem Fall, und der Fall nach dem Hochmut. Weil unsere ganzen beeindruckenden geistlichen Erfolge nicht aus der Kraft des Heiligen Geistes und durch Glauben an seine Gnade hervorkommen, geht uns meistens schon sehr bald die Puste aus. Der Zusammenbruch ist vorprogrammiert. Nach dem Hochmut kommt der Fall. Wir können nicht aus eigener Kraft dem Herrn nachfolgen. Geister von Gesetzlichkeit produzieren einen endlosen Teufelskreis von eigener Leistung und Bemühen dem Herrn zu gefallen und einer Kette von Zusammenbrüchen und Versagen, weil wir unsere hochgesteckten geistlichen Ziele niemals auf Dauer erreichen können. Wir können dem Herrn niemals gefallen, indem wir unsere religiösen Pflichten erfüllen. Wir gefallen dem Herrn nicht, weil wir beten, Bibel lesen und missionieren, sondern weil wir an sein vergossenes Blut glauben und die Gabe des Heiligen Geistes annehmen. (Röm. 14,18)

Wenn Du bemerkst, wie Du anfängst dich selbst und andere zu richten, kannst Du sicher sein, dass Du einem Geist von Gesetzlichkeit auf den Leim gegangen bist. Von Jesus wird gesagt, dass er ein wunderbarer Ratgeber ist (Jes. 9,5) und dass unser Vater uns nicht anklagt und verdammt (Röm 8, 33+34). Jesus selbst ist unser Fürsprecher und Rechtsanwalt. Der Teufel ist der Verkläger der Brüder. Er ist es, der uns mit Anklagen, Leistungsdruck und Verdammnis überziehen möchte. Wenn wir auf die Gedanken und Predigten des Feindes hören, werden wir zu Pharisäern und unerbittlichen Richtern und Anklägern werden, die die Gnade unseres Herrn Jesus vergessen haben, und versuchen, durch ihre eigenen guten Werke vor Gott gerecht zu sein. Das ist Gesetzlichkeit. Gesetzlichkeit ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine entsetzliche Seuche!

Gal 5,4 sagt: „Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt, ihr seid aus der Gnade gefallen“.

Leider gibt es eine ganze Reihe von Predigern, die ganz oder teilweise von dieser Seuche der Gesetzlichkeit befallen sind. Sie versuchen ständig, ihre Zuhörer moralisch unter Druck zu setzen und ihre Versammlungen zu beherrschen, indem sie Schuldgefühle wecken. Weil sie Selbst Versager sind, halten sie den Christen ständig ihr Versagen vor Augen. So wird niemals das Reich Gottes gebaut werden. Das Reich Gottes besteht aus Friede, Freude und Gerechtigkeit im Heiligen Geist (Röm 14,16) und nicht aus Verzweiflung, Traurigkeit und Schuldgefühlen in einem religiösen Geist von Gesetzlichkeit!

Der Herr hat einmal deutlich und klar zu mir gesprochen, dass ich keine Botschaften annehmen soll, die mich verzweifelt und hilflos zurücklassen, verurteilt und ohne eine Möglichkeit der Änderung. Eine Predigt muss Glaube, Hoffnung und Liebe in mir bewirken, sonst ist es keine Predigt vom Herrn. Jawohl, der Herr redet manchmal auch scharf und zurechtweisend, aber wenn diese Zurechtweisung wirklich vom Herrn ist, wird sie mich niemals in Hoffnungslosigkeit zurücklassen. Der Herr führt immer vermittels seiner Güte zur Umkehr (Röm 2,5). Wenn er will, dass ich in einer Sache umkehre und Buße tue, gibt er immer eine große Kraft und Freudigkeit dazu!

Wenn der Feind mich anklagt, hat er tausend verschiedene Anklagepunkte, die sehr verwirrend, verwaschen und unklar sind. Sein Fazit unter diesen Anklagepunkten ist immer ein dunkles, drohendes – du bist schlecht! – Wirklich schlääääächt! Wenn der Herr will, dass ich Buße tue, ist er sehr klar, liebevoll und genau. Es handelt sich nur um einen einzigen Punkt. Ich weiß ganz genau im Herzen, dass er recht hat, und dass er mein Bestes will. Ich weiß, er wird mir seine Gnade geben, mit dieser Sünde zu brechen und sie in Ordnung zu bringen. Sein Fazit unter der ganzen Botschaft lautet: Du bist mein lieber Sohn, und ich möchte, dass es dir gut geht. Du hast Dich ein wenig beschmutzt, komm, lass es dir abwaschen! Der Herr möchte, dass wir ihm aus einer Motivation des Glaubens und der Liebe dienen. Alles, was nicht aus Glauben heraus geschieht ist Sünde (Röm 14,23)! Alles, was wir nur aus Schuldgefühlen und Pflichtbewusstsein heraus tun, sind tote Werke ohne irgendeine Auswirkung für das Reich Gottes. Lasst uns die Altäre der Gesetzlichkeit in unseren Gemeinden und Werken umreißen und diesen religiösen Geist aus unserer Mitte davonjagen!

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2.) Streitsucht und Rechthaberei

(1.Tim 6,3-5) In diesen Versen ist von Leuten die Rede, die sich nicht den gesunden Worten unseres Herrn Jesus Christus und seiner Lehre zugewendet haben. (Sie sind auf Lehren von Dämonen hereingefallen) Weil sie aufgeblasen und stolz sind, müssen sie ständig streiten und zanken. Sie sind erkrankt an Streitfragen und Wortgezänken. Daraus entstehen Neid, Streit, Lästerungen, böse Verdächtigungen und ständige Zänkereien von Menschen, die in der Gesinnung verdorben und der Wahrheit beraubt sind.

2.Tim 2,14: Dies bringe in Erinnerung, indem du eindringlich vor Gott bezeugst, man solle nicht Wortstreit führen, was zu nichts nütze, sondern zum Verderben der Zuhörer ist

Oh du glücklicher Christ, der sie nicht kennt, diese endlosen Diskussionen um die Wahrheit und die richtige Theologie! Scheinbar werden besonders Leiter und Mitarbeiter von diesem Virus befallen, doch können gelegentlich ganze Gemeinden und Bewegungen in diesen ungöttlichen Strudel gerissen werden. Müssen wir wirklich immer im Recht bleiben? Können wir uns wirklich nicht einmal irren? Herr, erbarme dich über uns! Wie viel Leid und Zerstörung ist schon im Leib Jesu angerichtet worden, weil wir gemeint haben, um der Wahrheit willen gegeneinander kämpfen zu müssen. Wortstreit ist immer zum Verderben der Zuhörer. Wie viele Christen haben unsere Gemeinden und Werke verbittert und enttäuscht verlassen und sich wieder der Welt zugewandt, weil wir meinten, auf unserer Position (der absoluten Wahrheit) beharren zu müssen, ohne Rücksicht auf Verluste? Eine Frau Gottes hat einmal gesagt, manche Christen würden sich eher von Frau und Kindern trennen, als von ihrem Dogma. Natürlich gibt es viele Heilstatsachen in der Bibel, an denen nicht gerüttelt werden darf, und die wir auf keinen Fall zur Disposition stellen dürfen.

Aber müssen wir wirklich versuchen, Haare zu spalten? Ich bin fest davon überzeugt, dass es in den meisten Fällen unserer Streitigkeiten überhaupt nicht wirklich um die Wahrheit und den Willen Gottes geht, sondern um ganz brutale, nackte fleischliche Interessen unsererseits! Es geht um unser Ansehen, um unsere Position in der Gemeinde um unseren Sessel und unser Geld. Es geht um Stolz, – wir können nicht zugeben, dass wir Unrecht haben, weil wir unser Gesicht verlieren könnten. Manche geistlichen Entwicklungen sind uns unbequem, weil wir in Gefahr geraten könnten, unser Leben ändern zu müssen. Wir möchten es lieber bequem haben, so wie es immer war. Wir haben es uns doch so schön gemütlich eingerichtet.

Ich möchte es mir und meinen Lesern ersparen, weiter auf Einzelheiten einzugehen. Ich habe viel zu viel von diesem Schrott gehört, gelesen und an eigenem Leibe erlebt. Ich bin es leid! Natürlich müssen wir als Christen nicht in einem frommen Duckmäusertum leben, wir dürfen ruhig auch mal laut unsere Meinung sagen und auch Unmut äußern. Ich glaube nicht, dass Gott will, dass wir auf Zehenspitzen in der Gemeinde herumgehen und Eiertänze vollführen müssen, um auch ja niemand zu verletzen. Aber es gibt einen Punkt, wenn man seine Meinung ein oder zweimal geäußert hat, zu schweigen und zu beten. Wer eine Sache immer wieder aufrührt, sorgt für Zank, Streit und Trennungen und die Mächte der Finsternis feiern ihre Triumphe.

Ein Diener Gottes soll nicht streiten (2.Tim 2,24)! Ich möchte jeden Christen ernsthaft bitten, wenn er in solch einer Situation, wie der beschriebenen ist, in sein Herz hinein zu schauen, nicht in seinen Verstand, und den Herrn folgendes zu fragen: „Geht es mir wirklich um Dich und Deine Ehre? Geht es mir wirklich um Dein Reich und Deine Wahrheit? Oder geht es mir um MICH und MEINE Ehre? Geht es mir um mein Ansehen und meine Bequemlichkeit? Geht es mir um meine Position in der Gemeinde und meinen Arbeitsplatz, mein Geld?“

Wenn es bei Streitpunkten mit Geschwistern um fleischliche Interessen unsererseits geht, ist die Tür der Einladung an religiöse Mächte sperrangelweit offen! Wir werden die phantastischsten theologischen Ideen bekommen, und alle biblisch beweisen können, um unseren Standpunkt felsenfest zu zementieren. Und wenn wir gut im Formulieren und Predigen dieser Theologie sind, werden wir vielleicht Tausende von Christen irreleiten und viele Leben zerstören. Ich glaube, dass religiöse Geister auf diesem Gebiet ihre größten Triumphe über den Leib Jesu feiern, denn was kann ein zertrennter, sich selbst verstümmelnder Leib schon viel gegen den Feind ausrichten? Wir brauchen viel Aufrichtigkeit unseren eigenen Motiven gegenüber, und Bereitschaft zur Umkehr, wenn wir diese religiösen Mächte erkennen und von ihrem Sockel stoßen wollen. Der Herr möge uns Gnade und den Geist der Unterscheidung geben!

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3.) Süße Worte, schöne Reden

Röm. 16,17+18 Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr Acht habt auf die, welche entgegen der Lehre die ihr gelernt habt, Parteiungen und Ärgernisse anrichten, und wendet euch von ihnen ab! Denn solche dienen nicht unserem Herrn Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch süße Worte und schöne Reden verführen sie die Herzen der Arglosen.

Judas 4 Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.

Die Taktik dieser Sorte von betrügerischen Geistern ist in diesem Fall der Taktik der Geister von Gesetzlichkeit völlig entgegengesetzt.

Diese Art von religiösen Geistern und ihre Sprachrohre wollen uns „Honig ums Maul schmieren“.

Sie erlauben uns einfach alles. Sie reden nur von den Dingen, die uns in den Ohren kitzeln. Sie betrügen uns mit Schmeichelei. „Hast du schwer gesündigt? Alles halb so schlimm! Gott drückt bei dir bestimmt ein Auge zu“. Bestimmt ist Gott nicht so gemein, dass er wirklich Menschen in die Hölle schickt, er ist doch Liebe! Man muss doch nicht alles so eng sehen und nur in schwarz und weiß Schemata denken. Sei nicht so radikal! Du könntest sonst noch fanatisch werden.“

So oder ähnlich lauten die Parolen. Die Wurzel dieses Problems ist „unser Bauch“, die Selbstsucht. Wenn wir stark an Selbstsucht gebunden sind, wenn im Zentrum all unseres Denkens, Fühlens und Handelns unser eigenes dickes fettes Ego steht, dann können wir Probleme mit diesen Geistern der Schmeichelei und Liberalität bekommen.

Ich möchte kurz davon berichten, wie ich als junger Christ beinahe die Lehre der Allversöhnung neu erfunden hätte.

Ich hatte Probleme mit einer Sünde im sexuellen Bereich, die ich scheinbar einfach nicht loswerden konnte. Ich hatte deshalb schon mehrfach Gebet und Seelsorge in Anspruch genommen, ich wusste, dass diese Sache Sünde war. Aber weder mein eigenes Gebet, noch das Gebet der Anderen schien zu helfen. Ich geriet oft in Verdammnis und starke Schuldgefühle. Würde der Herr mich noch lieben und könnte ich sein Kind bleiben, wenn ich weiter fortfahre, in dieser Sünde zu leben? Es steht doch geschrieben: Wenn wir mutwillig sündigen, gibt es keine Rettung mehr für uns. (Auch hier waren religiöse Geister im Spiel, – Stichwort Gesetzlichkeit)

Dann kam ich auf einige „kluge“ Ideen. So genau steht das doch eigentlich gar nicht in der Bibel, dass das wirklich Sünde ist, was ich da tue! Wenn das gar nicht so genau in der Bibel steht, dass das Sünde ist, dann ist es bestimmt von Gott erlaubt.

Ich fing an die Sünde zu genießen. Gottes große Liebe und Gnade schienen auf einmal so mächtig und bedeutsam zu werden, dass ich nicht mehr glauben konnte, dass Gott es überhaupt zulässt, dass Menschen in Ewigkeit verloren gehen. Bestimmt war die Hölle nur eine Drohung vom Herrn, damit wir die Nachfolge Jesu ernst nehmen und wirklich zu ihm kommen, weil es uns bei ihm eben viel besser geht. Und er will ja nur Gutes für uns. Ich fand Bibelstellen, die meine Hypothese untermauerten. Gott würde gewiss am Ende alle Menschen in den Himmel aufnehmen und dann würden alle über diesen göttlichen Scherz, genannt Hölle, lachen.

Ich fand die Schriftstelle, wo gesagt wird, dass Jesus durch sein Kreuz alles mit sich versöhnt hat, was auf der Erde und was in den Himmeln ist, (Kol. 1,20) und kam zu der glorreichen Überzeugung, dass der Teufel und seine Engel sich am Schluss bestimmt auch bekehren würden und ganz bestimmt nicht in Ewigkeit gequält würden. Gott kann doch wohl nicht so grausam sein?

Eines Tages hatten wir einen berühmten christlichen Schriftsteller und Dichter in der Gemeinde zu Gast. Einige der Aussagen seiner Predigt stimmten ganz erfrischend mit meiner neuen Lehre überein. Ich bemerkte allerdings, dass die Ältesten der Gemeinde und einige ältere Geschwister ganz unruhig bei seiner Predigt wurden und sich gegenseitig vielsagende Blicke zuwarfen. Nach dem Gottesdienst wurden einige gezielte Fragen an den Prediger gerichtet. In dem folgenden Frage- und Antwortspiel machte der Prediger immer mehr Aussagen, die stark an meine eigene neue Lehre erinnerten. „Der Teufel ist nur der Schäferhund Gottes und wird am Ende auch errettet werden“. Er zitierte meine Bibelstelle aus dem Kolosserbrief!

Später machte das Wort in der Gemeinde die Runde: „Vorsicht vor dieser Lehre, das ist ein Allversöhner!“ Eine Schwester nahm mich kurz beiseite, als ich mein Unverständnis über diese Ablehnung der Predigt äußerte, fackelte nicht lange und betete kurz für mich. Sofort platzte die Lehre der Allversöhnung wie eine Seifenblase. Ich erkannte die Wahrheit, und wurde sofort von diesem Gedankengebäude befreit.

Aber dieses Erlebnis war äußerst lehrreich für mich. Ich fing an zu sehen, wie religiöse Geister arbeiten, und wie man um seine eigenen Sünden herum die tollsten Irrlehren aufbauen kann. Wenn wir unsere sündigen Gewohnheiten nicht ändern wollen, müssen wir halt das Wort Gottes ein bisschen ändern. – Gott bewahre uns davor! Lasst uns aufmerksam sein, wenn die Lehre der Liebe und Gnade Gottes überzogen wird. Wir wollen nicht die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren. Wir wollen nicht unserem eigenen Bauch dienen, sondern von ganzem Herzen dem Herrn, der uns durch sein Blut erkauft hat und dem wir ganz gehören. Wir wollen für Jesus, das Lamm Gottes, leben und sterben.

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Woran erkennt man Irrlehrer und falsche Propheten?

Es gibt außer den drei Varianten religiöser Mächte, die ich beschrieben habe, sicherlich noch viele andere Schattierungen und Untergruppen, die so zahlreich und üppig blühend sind, dass ich sie gar nicht alle beschreiben kann und möchte. Da gibt es zum Beispiel Christen, die Israel so sehr lieben, dass man den Eindruck bekommt, nicht Jesus, sondern Israel sei ihr Gott. Andere Christen wiederum scheinen Israel und die Juden zu hassen und wollen überhaupt nichts mit ihnen zu tun haben. Sie leugnen, dass die Juden in der heutigen Zeit noch irgendeine heilsgeschichtliche Bedeutung haben.

Es gibt Christen, die in einer übertriebenen Art und Weise die verstorbenen Heiligen verehren und Engel anbeten. (Kol. 3,18) Es gibt die verschiedensten Arten von triefender Frömmelei und kaltem Verstandesglauben.

Wenn ich es mit Christen zu tun habe, bei denen ich den Eindruck habe, dass sie mit religiösen Geistern infiziert sind, fühle ich mich meist sehr unwohl in ihrer Gegenwart. In den meisten Fällen sind diese religiösen Geister „missionierend“. Sie möchten gern ihre falschen Lehren weiterverbreiten, und ich fühle mich sehr schnell unter einen frommen Druck gesetzt. Es nützt nicht viel, mit solchen Menschen zu diskutieren und ihnen ihre unbiblischen Standpunkte zu erklären, da ihr Verstand von religiösen Geistern besetzt, und somit nicht zugänglich für gesunde biblische Argumente ist. Du kannst ihnen einschlägige, eindeutige Aussagen aus der Bibel vorlesen, aber sie werden dennoch bei ihren falschen Behauptungen bleiben.

Der Knackpunkt ist nicht die richtige oder falsche Theologie, sondern das Herz des Menschen.

Niemand wird ein Irrlehrer allein durch lehrmäßigen Irrtum! Selbst die besten Bibellehrer können und werden sich in den verschiedensten Punkten irren. Niemand ist vollkommen, alle haben Bereiche, in denen „blinde Flecken“ vorhanden sind oder „weiße Flecken auf der Landkarte“. Niemand kann für sich in Anspruch nehmen, die vollständige Wahrheit der Bibel von vorn bis hinten zu Verstehen. Wir sind alle Lernende. Ein Jünger Jesu zu sein, bedeutet ein Schüler zu sein, ein Lernender! Wenn jemand einen unbelehrbaren Geist hat, und ständig alles besser weiß, als alle anderen Prediger und Bibellehrer, ist er in großer Gefahr.

Jak. 3,1+2 Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein schwereres Urteil empfangen werden! Denn wir alle straucheln oft. (Oder viel; oder in vieler Hinsicht) Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann.

Das Wort „straucheln, das Jakobus hier gebraucht, heißt im Griechischen „ptaio“. Es bedeutet: fehlen, irren, sündigen, anstoßen, anprallen.

Armer Jakobus! Er gibt hier offen zu, dass er und alle seine Mitlehrer sich oft irren, dass er fehlbar ist, und sogar manchmal sündigt! Und das alles in Bezug auf die Lehre und die Verkündigung des Wortes Gottes!

Ist nun Jakobus deshalb ein Irrlehrer? Sollten wir vielleicht den Jakobusbrief lieber rasch aus der Bibel herausreißen, zerknüllen und in den Papierkorb werfen? –

Ich glaube, wir sollten uns als „Lehrer“ lieber nicht so groß aufblasen, und so tun, als ob wir alles wissen, und alle Erkenntnis haben.

Bekanntlich bläht die Erkenntnis auf, und die Liebe erbaut. Wir sollten vielleicht mal ab und zu etwas Luft aus unserem aufgeblähten Kopf ablassen und aus unserem Schwebezustand hoch über allen Anderen wieder zurück auf den Teppich kommen! Dort treffen wir dann alte Bekannte wieder und können feststellen, wie gut es ist, dass wir einander als Geschwister haben dürfen, und das wir einander und die Gabe des Anderen dringend brauchen.

Durch Irrtum in der Lehre allein wird niemand zum Irrlehrer, sondern durch eine Herzenshaltung.

In den vielen Versen über Irrlehrer im Neuen Testament werden immer wieder die gleichen Wurzeln für falsche Propheten und Irrlehrer genannt. Es sind Selbstsucht (der eigene Bauch), Habsucht, Geldliebe und Streitsucht, die Auslöser sind.

Hinzu kommen noch Stolz, Aufgeblasenheit und die Gier nach Macht über andere Menschen, um eigene Defizite damit zu kompensieren. (2. Kor. 11,20)

Lasst uns doch großzügiger miteinander umgehen, wenn jemand sich in Lehrfragen irrt und eine andere Meinung als wir vertritt. Aber lasst uns den ganzen Stolz, die Streitsucht und die Gier nach Kontrolle radikal aus unserer Mitte ausfegen! Lasst uns mit der Selbstsucht und aller Egozentrik aufräumen!

Neben der Gabe der Geisterunterscheidung und einer guten Kenntnis des Wortes Gottes hat uns Jesus noch einen sehr praktischen Ratschlag mitgegeben, um falsche Propheten erkennen zu können. Er sagte:

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch kann ein fauler Baum gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. (Math. 7,16-19)

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  1. d) Der Geist des Menschen

Spr.20,27 Der Geist des Menschen ist eine Leuchte des Herrn, durchforscht alle Kammern des Leibes

Ich denke, die meisten Christen haben die biblische Lehre gehört, dass der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht. Hier unterscheidet sich das biblische Menschenbild vom naturwissenschaftlichen Weltbild, dass nur von Körper und Seele ausgeht.

Wenn in der Welt von einem großen Dichter oder Denker gesprochen wird, sagt man zwar auch manchmal: „Dieser Mann hatte einen großen Geist“, aber man meint eigentlich seinen Verstand, seine intellektuellen Fähigkeiten, oder seine große Schöpferkraft damit.

Wenige Menschen wissen eigentlich sehr viel mit dem Begriff „Geist des Menschen“ anzufangen, selbst viele Christen verwechseln die Seele mit dem Geist. Aber die Bibel sagt in Hebr. 4,12, dass das Wort Gottes die Kraft hat, Seele und Geist voneinander zu scheiden. Sie sind nicht zwei Begriffe für die selbe Sache.

Erst kürzlich hörte ich einen bekannten, guten Bibellehrer sagen: „Der neu geborene Christ besteht aus dem Körper, der Seele und dem Heiligen Geist“. Ich habe mich nur noch gewundert. Aber viele Christen glauben, wenn sie den Begriff „Geist des Menschen“ hören, dass damit der Heilige Geist gemeint sei. Aber dem ist nicht so. Der Menschengeist ist der Menschengeist, und Gottes Geist ist Gottes Geist! Es ist richtig, dass der Heilige Geist anfängt, in unserem menschlichen Geist zu wohnen, wenn wir wiedergeboren werden, aber die Beiden sind keineswegs dasselbe.

Es ist offensichtlich, dass wir keinen neuen Körper empfangen, wenn wir uns zu Jesus bekehren und von neuem geboren werden. Wir bekommen auch keine neue Seele, denn die Seele ist die Heimat unseres Denkens, dass ja bekanntlich in einem langen Prozess erneuert werden muss (Röm.12,2). Wenn Paulus davon spricht, dass wir durch Jesus eine neue Schöpfung geworden sind, dann meint er unser innerstes Wesen, unseren Geist (2.Kor. 5,17). Hesekiel spricht davon (Hes.36,26+27), dass der Herr uns ein neues, fleischernes Herz und einen neuen Geist in unser Inneres geben will. Er spricht hier vom Geist des Menschen, der erneuert werden soll. Durch den Sündenfall war der Geist des Menschen abgestorben, wir alle hatten ein „steinernes Herz“. Durch die neue Geburt ist unser gestorbener Geist wieder lebendig geworden, er ist neu erschaffen worden.

Durch den Körper stehen wir in Kontakt mit der natürlichen, materiellen Welt. Wir können sie fühlen, anfassen, sehen, hören riechen und schmecken.

Durch die Seele stehen wir in Kontakt zu unserem Körper. Die Seele beurteilt alle Empfindungen und Eindrücke, die durch den Körper zu uns kommen und wertet sie aus. Die Seele ist der Sitz von Verstand, Wille und Gefühl. Durch sie haben wir auch Kontakt zu anderen Menschen. Wir können ihre Gedanken und Gefühle vermittels der Sprache nachvollziehen, sie beurteilen und mit ihnen kommunizieren.

Mit unserem neu geschaffenen Geist stehen wir in Verbindung zur geistlichen Welt. Er ist unsere Antenne für Gott; er ist das Organ, mit dem wir in die geistliche Welt hineinschauen können, um himmlische Dinge, Engel oder Dämonen wahrzunehmen.

Wenn wir mit unserer Seele denken oder fühlen, kann man das anhand unserer Gehirnströme messen. Wenn wir schlafen, gibt es viel ruhigere Zacken im EEG, als wenn wir wach sind. Wir können sogar mit einem Lügendetektor feststellen, ob Menschen Lügen oder die Wahrheit sagen. Die Seele ist messbar. Beim Denken fließen Gehirnströme. Der menschliche Geist jedoch ist nicht materiell. Er ist genauso wenig messbar und wissenschaftlich beweisbar wie der Geist Gottes. Und doch ist er real und zu erstaunlichen Dingen in der Lage. Dein Geist ist der Kern deiner Persönlichkeit. Er ist dein innerstes Wesen, dein eigentliches Selbst, dein Herz. Und er ist ewig und nicht materiell.

Wenn dein Körper stirbt und das EEG keine Gehirnströme mehr messen kann, geht dein Geist zurück zu Gott, der ihn gegeben hat, nicht deine Seele (Pred.12,7).

Als Jesus das zwölfjährige Mädchen, dass gestorben war, auferweckte, kehrte ihr Geist zurück, als Jesus ihre Hand ergriff und rief: „Kind stehe auf!“ (Luk.8,55) Als Jesus am Kreuz starb, rief er aus: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ Er rief nicht: „Vater in deine Hände befehle ich meine Seele!“

Nach seiner Kreuzigung ging Jesus in das Totenreich und predigte den Geistern im Gefängnis, die zur Zeit Noahs gelebt hatten (1.Petr.3,19). Der Aufenthaltsort aller unerlösten menschlichen Geister ist das Totenreich (Hades). Wir wissen das aus dem Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Luk.16,19-31). Der Aufenthaltsort aller erlösten menschlichen Geister ist das himmlische Jerusalem (Hebr.12,22+23). An diesem Ort warten sie auf die buchstäbliche Auferstehung, wenn wir alle einen neuen Körper bekommen, der wie der Auferstehungsleib Jesu beschaffen ist. Der Geist des Menschen existiert nach dem Tod des Körpers weiter, der Körper ohne Geist dagegen ist tot und vergeht.

Es ist sehr wichtig für uns als Christen, uns unseres menschlichen Geistes mehr bewusst zu werden, ihn zu kennen und zu verstehen, weil wir nur durch ihn mit Gott in Kontakt treten können.

1.Kor.2,14+15 Ein natürlicher (seelischer) Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird. Der geistliche dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt.

Der seelische Mensch nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist. Das Wort seelisch heißt im griechischen Urtext „psychikos“ und bedeutet: zur unerlösten, natürlichen Seele gehörend. Wir können mit unserer Seele nicht mit Gott kommunizieren, wir können seinen Geist nicht wahrnehmen und auch nicht seine Stimme hören. Unsere Seele ist einfach nicht dafür gemacht worden. Wir können Gott nicht mit unserem Verstand, Willen oder Gefühl begreifen, sondern nur mit unserem Geist.

Die Dinge des Geistes sind eine Beleidigung für unseren natürlichen Verstand. Sie sind eine Torheit für ihn, und er kann sie nicht erkennen, weil sie nur von unserem Geist verstanden werden können. Unser Geist dagegen kann alle geistlichen Dinge erkennen und auch beurteilen. Der geistliche Mensch beurteilt alles.

Als Jesus mit der Samariterin am Brunnen sprach, sagte er, dass die Zeit kommt, wo die wahren Anbeter Gott im Geist und Wahrheit anbeten werden. Er machte die Feststellung, dass Gott Geist ist, und die ihn anbeten, in Geist und Wahrheit anbeten müssen.

Als Jesus auf der Erde war, wurde Gott ein ganzer Mensch, so wie wir. Gott kam herab auf unsere menschliche Ebene, man konnte ihn berühren und ganz normal mit ihm reden. Seine Jünger hatten auch eine ganz normale seelische Kommunikation mit ihm. Nachdem Jesus zurück in den Himmel gegangen ist, und der Heilige Geist an seiner Stelle zu uns kam, können wir ihm nur noch im Geist begegnen. Gott ist Geist, und wir müssen ihm auf seiner Ebene begegnen. Er ist für unseren Körper und unsere Seele unerreichbar. Gott möchte jetzt eine „von Geist zu Geist“ Kommunikation. Der Heilige Geist teilt sich unserem Geist mit, und wir können auch mit unserem Geist zu Gott beten. Unser menschliche Geist empfängt die Impulse Gottes und leitet sie dann an unsere Seele weiter. Wenn unsere Seele dann die Impulse unseres Geistes empfängt und anfängt zu verstehen, nennen wir das „Offenbarung“.

Dieser Geist des Menschen, diese neue Schöpfung, die in uns lebt, ist eine ganz wunderbare Erfindung Gottes. Paulus nennt ihn auch den „inneren Menschen“ (Eph.3,17) Petrus nennt ihn: „der verborgene Mensch des Herzens“. Und diesen verborgenen inneren Menschen des Herzens können wir durch die Gabe der Geisterunterscheidung wahrnehmen.

Es passiert sehr häufig, wenn ich für andere bete. Egal wie es mir geht, ob ich mich gerade besonders „geistlich“ fühle oder nicht, spielt kaum eine Rolle. Sobald ich dem Menschen die Hände auflege, fange ich an, sein Herz zu sehen, und wie sein innerer Mensch gestaltet ist. Wenn Gott will, offenbart er mir einfach, wie er den Betreffenden sieht. Dieser innere Mensch sieht oft ganz anders aus, als der äußere Mensch, den ich mit meinen natürlichen Augen wahrnehme. Er ist viel schöner, edler und oft sehr überraschend. Einmal sah ich im Geist, wie eine Schwester ein kostbares Diadem mit einem großen, dunklen Edelstein auf der Stirn hatte. Sie sah aus wie eine Königin! Eine ungeheuer starke Heiligkeit und Würde strahlte von ihr aus. Es nahm mir den Atem.

Ein junger Mann, für den ich betete, und den ich im natürlichen völlig anders eingeschätzt hätte, wurde mir in einer Art Ritterrüstung gezeigt. Er hatte das Schwert in seiner Hand hoch erhoben und war wild entschlossen, den Feind Gottes zu bekämpfen. Ich sah, wie der Herr ihm eine starke Autorität im Kampf gegen die Mächte der Finsternis gegeben hatte.

Eine andere junge Frau, für die ich betete, sah im Geist so ähnlich wie eine Taube aus, und ich sah, wie sie geschaffen war, um Gott anzubeten. Ich bemerkte einen starken Geist von Kreativität und der Fähigkeit, ihre Liebe vor Gott auszudrücken. Ich hatte dann auch eine Weissagung für sie, die in diese Richtung ging. Ich kannte sie vorher überhaupt nicht und hörte später, dass sie eine Sängerin und Tänzerin war.

Immer, wenn Gott mir zeigt, wie Geschwister im Geist aussehen und beschaffen sind, geht eine sehr starke Ermutigung davon aus, wenn ich den Leuten meine Eindrücke und Bilder erzähle. Fast bei jeder Gelegenheit offenbart der Herr mir noch einige sehr private Details über den gegenwärtigen Seelenzustand der Person, die in der Regel zu 100 Prozent zutreffen. Ich habe auch öfter Weissagungen oder Worte der Erkenntnis, bei denen ich mich irre, oder vielleicht nicht so gut ins Ziel treffe. Aber wann immer der Herr bei mir die Gabe der Unterscheidung aktiviert, und ich den Geist derjenigen Person, für die ich bete, sehen kann, treffe ich immer ins Schwarze. Die Leute sind oft sehr erstaunt oder sogar erschüttert, wie ich die geheimsten Dinge von ihnen weiß, ohne jemals vorher mit ihnen gesprochen zu haben.

Es ist sehr ermutigend und begeisternd, andere oder dich selbst im Geist zu sehen. Denn unser Geist ist nach dem Bilde Jesu geschaffen. Es ist nichts Hässliches oder sündiges an ihm. Die neue Schöpfung in uns ist unfähig zu sündigen. Das lesen wir im 1.Joh.3,9:

Jeder, der aus Gott geboren ist, sündigt nicht, denn sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.

Johannes kann nur unseren von neuem geborenen Geist mit dieser Aussage meinen, denn im Kapitel 1 des selben Briefes sagt er scheinbar das genaue Gegenteil von dem, was hier beschrieben ist:

1.Joh.1,8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

Dieses scheinbare Paradoxon erklärt sich nur damit, dass eben in 1.Joh.3,9 unser aus Gott geborene Geist gemeint ist. Unser natürliche Mensch kann sehr wohl noch sündigen, das zeigt uns allein schon die Erfahrung! Aber unser innerer Mensch, unser Geist eben nicht.

Es kann ungeheuer motivierend für Dich sein, wenn Du beginnst, Dich selbst im Geist zu sehen. Wir werden durch die Bibel sogar ermutigt, niemanden mehr „nach dem Fleisch“ zu sehen, sondern als eine neue Schöpfung. (2. Kor. 5,16+17)

Dein innerer Mensch sieht um so vieles besser aus, als Dein natürliches Bild, das Dir aus dem Spiegel entgegen schaut

Ich habe festgestellt, dass ich dazu neige, viel schlechter von mir zu denken, als Gott über mich denkt. Immer, wenn ich mich im Geist sehe, bemerke ich, wie ich wirklich von Gott geschaffen bin.

Einmal, während eine geisterfüllte Frau Gottes in unserer Gemeinde predigte, öffnete Gott meine inneren Augen, und ich sah, wie eine herrliche Krone von Gott auf mich zugeschwebt kam und sich direkt auf meinen Kopf setzte. Ich spürte ihr Gewicht und fühlte ein leichtes Brennen auf der Haut, wo der Rand der Krone auf den Kopf drückte. Gott krönte mich mit seiner Barmherzigkeit. (Ps.103,4) Das war nicht nur ein einmaliges schönes Erlebnis. In den folgenden Jahren bemerkte ich des öfteren, während ich für Leute betete und ihnen diente, wie diese Krone immer noch unsichtbar auf meinem Kopf war. Ich fühlte plötzlich wieder den Druck und die Schwere der Krone auf dem Kopf und sah sie die ganze Zeit im Geist. So konnte ich viel vollmächtiger und glaubensvoller für andere beten. Diese Krone war für mich ein Zeichen der Sohnschaft und Autorität.

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Außerkörperliche Erfahrungen

2.Kor.12,2 Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren – ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es – dass dieser in den dritten Himmel entrückt wurde.

Der Apostel Paulus war ein großer Visionär, der sehr viele außerordentliche Offenbarungen hatte. Er berichtet von Erfahrungen, in denen er buchstäblich Jesus von Angesicht zu Angesicht sah (Apg.22,17+18), oder wie an dieser Stelle, in den dritten Himmel entrückt wurde, und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht.

Viele Christen neigen dazu, solche Art Erfahrungen sehr schnell mit dem Okkulten in Verbindung zu bringen, weil sie nicht glauben, dass Gott heutzutage auch noch ähnliche Dinge tun kann. Sie haben eine große Angst vor dem Übernatürlichen und sind übervorsichtig. Aber für Paulus, der nicht nur über eine der größten prophetischen Gaben verfügte, sondern der auch ein sehr starker Mann des Wortes war – wahrscheinlich der beste Theologe den es jemals gegeben hat – war das Übernatürliche scheinbar ganz selbstverständlich. Für ihn wäre es nicht im Verdacht des Okkulten gewesen, wenn er „außer dem Leib“ in den dritten Himmel entrückt worden wäre. Wir wissen als Christen so manches über außerkörperliche Erfahrungen, die von Okkultisten, Schamanen oder Gurus berichtet werden, und halten dieses Gebiet aus diesem Grund für gefährlich. Allenfalls Sterbeerlebnisse, bei denen Christen über ähnliche Erfahrungen berichtet haben, wenn sie klinisch tot waren und ins Leben zurückgekehrt sind, werden, wenn auch oft sehr vorsichtig und mit Vorbehalt, toleriert.

Aber Paulus spricht von einem Menschen, der lebendig und bei guter Gesundheit in den Himmel Gottes entrückt wurde und ihm schien es nicht verdächtig, wenn dies „außer dem Leib geschehen wäre. Er wusste es einfach nicht, weil das Erlebte ihm scheinbar so überwältigend real gewesen war, dass er nicht bemerkte, ob er sich in einer Vision befand, oder ob er mit seinem ganzen Leib bei Gott anwesend war.

„Diese „Entrückung“ hatte das Stadium sanfter „Eindrücke“ und „Bilder“ bei weitem überschritten.

Dieses Erlebnis war realer als ein dreidimensionaler Hollywoodfilm in Stereo mit eingebautem Kinosesselwackeln. Paulus war „live“ dabei. Wir wissen von zwei Menschen aus der Bibel, die im Leib zu Gott entrückt wurden – Henoch und Elia. Nachdem sie entrückt worden waren, wurden sie niemals wiedergefunden.

Ich glaube, wenn Paulus im Leib zu Gott entrückt worden wäre, hätte er später sein Erlebnis nicht mehr zu Papier bringen können, weil auch er nicht mehr wiedergekommen wäre.

Ich glaube, dass nur der Geist von Paulus, sein innerer Mensch zu Gott entrückt wurde. Wir haben schon anhand des Wortes festgestellt, dass der Geist des Menschen sich bei seinem Tod von seinem Körper trennt und zurück zu Gott geht, wenn der Mensch ein wiedergeborener Christ war. Aber offensichtlich gibt es Begebenheiten, bei denen, wenn Gott es will, der Geist des Menschen sich vom Körper loslösen kann um ganz nah beim Herrn zu sein. In der biblischen Sprache nennt man das „Entrückung“ oder „Verzückung“. Es gibt zwei interessante Stellen in der Apostelgeschichte, die über das Erlebnis einer „Verzückung“ berichten. In Apg.10,10 wird von Petrus berichtet, wie eine Verzückung über ihn kam und er ein leinenes Tuch aus dem Himmel herabkommen sah. Und in Apg. 22,17 beschreibt Paulus, wie er beim Beten im Tempel in Verzückung geriet und Jesus sah, der ihm einige Anweisungen gab.

Das Wort Verzückung ist im Urtext ein sehr aufschlussreiches Wort. Im griechischen steht das Wort ekstasis, von dem unser schönes deutsches Wort „Ekstase“ abgeleitet ist. – Das sollte jetzt einige evangelikale Geschwister begeistern – Dieses Wort bedeutet: Außer sich sein, etwas von seinem Platz oder aus seinem Zustand wegbewegen, entfernen. Es bezeichnet einen Zustand des Geistes, in dem dieser sozusagen aus sich selbst herausgeführt, außer sich ist und sich selbst verloren hat. (Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel)

Paulus scheint des öfteren solche Phänomene erlebt zu haben, denn er schreibt in 2. Kor. 5,13: Denn sei es, das wir außer uns waren, so waren wir es für Gott, sei es, das wir vernünftig sind, so sind wir es für euch. Im 1. Kor. 5,3-5 schreibt er der Gemeinde in Korinth, dass er im Geiste bei ihnen anwesend war. V 4: Wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid…

Kann Paulus das wirklich nur irgendwie metaphorisch oder poetisch gemeint haben?

In der Regel war Paulus sehr nüchtern, genau und messerscharf in seinen Formulierungen. Warum sollte er bei dieser Aussage plötzlich ins dichterische, neblig mystische, abgerutscht sein?

Ich glaube, dass Paulus buchstäblich mit seinem Geist in Korinth anwesend war, obwohl er mit dem Leib abwesend war!

Das ist doch interessant, nicht wahr? Es sprengt völlig den Rahmen unseres natürlichen Verstandes, aber eröffnet ungeheure Horizonte, wenn wir bedenken, wie außergewöhnlich unser Geist geschaffen ist und welche Fähigkeiten er haben kann, wenn Gott es will.

Der Herr möchte nicht, dass wir als Christen nur von unserer Seele und von unserem natürlichen Denken, Wollen und Fühlen bestimmt werden. Es ist der Wille des Herrn, dass unser Geist, der nicht sündigen kann, unsere Seele dominiert und beherrscht! Wir sollen lernen, im Geist zu wandeln. (Gal 5,25) Das bedeutet nicht allein, vom Heiligen Geist geleitet zu werden, sonder auch, dass wir uns unseres Geistes, des neuen Menschen in uns, immer mehr bewusst werden, uns mit ihm identifizieren und nicht mehr unserer Seele gehorchen, die nicht in der Lage ist, den Geist Gottes wahrzunehmen.

Wir müssen aus dem „Verstandesglauben“ in einen „Herzensglauben“ hineinkommen. Statt vom Verstand mit seinen tausend Erwägungen und Vernünfteleien geleitet zu werden, müssen wir vom Heiligen Geist und unserem menschlichen Geist geleitet werden.

Übrigens, wer dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm! (1. Kor.6,16) Wir brauchen keine Angst zu haben, wenn wir den Impulsen unseres Geistes folgen, weil unser Geist schon wie verheiratet mit dem Herrn ist. Wir sind ein Geist mit ihm.

Lasst uns dafür beten, dass der Herr uns den Geist des Menschen aus dem Wort und durch geistliches Erkennen immer mehr offenbart, besonders darum, dass wir uns unseres Geistes bewusst werden.

Inhaltsverzeichnis

Nachwort

Seitdem ich dieses Buch geschrieben habe (1996) sind nun schon ca. 15 Jahre vergangen. Zu Beginn hatte niemand ein Interesse daran es zu veröffentlichen, aber da ich den Eindruck gehabt hatte von Gott ermutigt worden zu sein es zu schreiben, habe ich es bei BoD selbst veröffentlicht. Warum sonst hätte ich es überhaupt schreiben sollen? Es ist im Prinzip genau das, was ich damals im CTZ (christliches Trainingszentrum) Hannover im Unterricht gelehrt habe.

Mittlerweile sehe ich vieles überaus kritisch, was ich in der damaligen „prophetischen Bewegung“ oder in Bezug auf den sogenannten „Torontosegen“ erlebt und praktiziert habe. Ich zweifle nicht daran, von Gott mit der Gabe der Geisterunterscheidung beschenkt worden zu sein, aber es hat sich für mich herausgestellt, dass diese Gabe allein nicht vor Irrtümern oder falschen Einschätzungen bewahren kann. Sie ist keinesfalls das einzige Kriterium Gottes, um geistliche Bewegungen, Dienste oder Erfahrungen abschließend zu bewerten, sondern nur Eines von mehreren. Das musste ich selbst leidvoll erfahren.

Das wichtigste Kriterium zur Beurteilung von „Geistphänomenen“, biblischen Lehren oder geistlichen Diensten ist und bleibt das Wort Gottes! (Die ganze Bibel des alten und neuen Bundes)

Die Gaben des heiligen Geistes sind immer subjektiv und können durch den Charakter oder eigene Emotionen gefärbt oder verfälscht werden. Das Wort Gottes ist beständig und objektiv. Allerdings kann man es ebenfalls verdrehen, falsch verstehen und durch die Brille eigener Erfahrungen und Ideologien hindurch sehen.

Wo sind die Früchte?

So gewinnt denn ein drittes Kriterium für mich zunehmend an Bedeutung. Nämlich der Ausspruch von Jesus: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“

Mittlerweile kann ich an dem sogenannten Torontosegen und den daraus folgenden Bewegungen die erst kürzlich u.A. unter dem Stichwort „Lakeland Outpooring“  bekannt wurden kaum noch gute Früchte erkennen! In der Tat ist es seit der massiven Berührung mit den genannten Bewegungen seit 1995 in meinem Leben ständig bergab gegangen. Angefangen mit überaus starken Problemen in Ehe und Familie, dann folgenden starken gesundheitlichen Problemen und behandlungsbedürftigen Depressionen, ist von Früchten meiner überaus massiven Begegnungen mit dem was ich damals für den Heiligen Geist hielt nichts übrig geblieben – außer der fehlenden Freude an meinem wichtigsten Dienst für den Herrn: Anbetung und Lobpreis mit und ohne Gitarre. Ich konnte seit meiner Entlassung aus dem CTZ 1996 nur noch mit großer Mühe und unter starken Depressionen  auf einer Bühne stehen und den Lobpreis leiten oder auch nur mitspielen! Gitarre spielen und dem Herrn Lieder singen war davor seit 1977 mein ein und alles gewesen. Und zwar in jeder freie Minute und zu jeder Gelegenheit.  Seit dieser Zeit habe ich die Freude daran weitgehend verloren.

Wenn man die Früchte der kürzlichen Lakeland-Erweckung um den Prediger Todd Bentley verfolgt und recherchiert stellt man schnell fest, dass die großspurig proklamierten Heilungen nichts als ein großer Schwindel waren. Todd Bentley konnte entgegen seiner Aussagen während der Erweckung keine einzige Heilung mit gültigen ärztlichen Attesten belegen. Als geheilt angekündigte Krebskranke waren z.T. schon eine Woche nach der angeblichen Heilung an ihrer Krankheit verstorben. Eine „Scherzmail“ aus England mit dem Zeugnis einer angeblichen Heilung wurde völlig unkritisch lauthals von der Bühne als echt verkündigt ohne die geringste Möglichkeit einer Überprüfung.  Der Scherzbold outete sich kurz darauf als Autor der falschen Mail auf Youtube.

Als Frucht dieser „Erweckung“ bleiben vor allem die Alkoholpobleme und die außereheliche Affäre des Predigers in Erinnerung. Und die übereilte Scheidung und Wiederverheiratung des „gesalbten“ Erweckungspredigers.  Überaus kritisch sehe ich auch den darauf folgenden „Wiederherstellungsprozess“ durch einen weltbekannten Vater der prophetischen Bewegung namens Rick Joyner. Widerherstellung in Gottes Sinn wäre für mich gewesen, dass Todd Bentley erst einmal eine lange Zeit der Trennung von seiner Ehefrau durchlebt hätte ohne eine erneute Beziehung einzugehen. Und dann hätte ein Versuch stattfinden müssen ihre Ehe zu retten. Das was dort öffentlichkeitswirksam durch Rick Joyner durchgeführt wurde war für mich eine reine Show mit dem Ziel Todd Bentley möglichst schnell wieder in den geistlichen Dienst hineinzuhieven und hatte mit einer Wiederherstellung seines Charakters oder Persönlichkeit nicht das Geringste zu tun.

Die „großen Apostel“, welche kurz vor dem totalen Zusammenbruch der Lakeland-Erweckung noch über Todd Bentley weissagten, dass Todd an geistlicher Power und Autorität sowie Ansehen! Bei Menschen zunehmen würde haben sich als falsche Apostel erwiesen. Wer von ihnen hat sich jemals für diese falschen Prophezeiungen entschuldigt, geschweige denn eine echte Umkehr vollzogen? Falls jemand etwas davon weiß bitte bescheid sagen. Zudem haben diese neuen Geistbewegungen die Gräben zwischen charismatischen und evangelikalen Christen erneut vertieft anstatt zur geistlichen Einheit beizutragen.

Aus diesen Gründen distanziere ich mich heute klar von dem auch von mir selbst propagierten „Torontosegen“ mit allen seinen merkwürdigen Manifestationen wie grundlosem Lachen, Löwengebrüll, Tierlaute und der „Betrunkenheit“ durch den heiligen Geist.  Ich bin trotz der Gabe der Geisterunterscheidung aus verschiedenen Ursachen heraus falschen Aposteln, Leitern und ihren Lehren nachgefolgt und entschuldige mich bei allen Christen, die ich selbst dadurch in die Irre geleitet haben sollte.

Ich glaube weiterhin an die echten Gaben des heiligen Geistes. Ich glaube weiterhin daran, dass die Erfüllung mit dem heiligen Geist keine einmalige Angelegenheit ist sondern ständig neu erfahren werden kann!

Eph 5,18   Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt!

Und diese täglich erfahrbare Erfüllung mit dem Geist Gottes äußert sich nicht in den bizarren Ausschweifungen welche wir in den neueren „Geistbewegungen“ sehen und hören, sondern nach Paulus erstrangig in Psalmen, Lobliedern und geistgewirkten neuen Liedern!  Das kann durchaus auch Gesang in neuen Sprachen oder zeitgemäße Musik der rockigen, punkigen oder poppigen Art beinhalten, solange es die Zuhörer stärkt und ermutigt! Das es darüber hinaus natürlich noch andere Auswirkungen des heiligen Geistes gibt, die mehr individuell und nicht ausschließlich auf die gemeinschaftlichen Erlebnisse der Christen bezogen sind steht für mich ebenfalls außer Frage. Die Bibel ist voll davon und es würde ein komplett neues Buch erfordern. Aber darüber haben sich schon andere und größere „Leuchten“ als ich zur Genüge ausgelassen und ich wollte ja nur ein Buch explizit über die Geistesgabe der Unterscheidung schreiben.

Aber für die Gemeinschaft in der Versammlung von Christen gilt:

1Kor 14,39  Daher, Brüder, eifert danach, zu weissagen, und hindert das Reden in Sprachen nicht! Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.

Ein viertes Kriterium

Das vierte Kriterium welches wir nicht  unterschätzen sollten ist unser Verstand.

1Kor 14,20 Brüder, seid nicht Kinder am Verstand, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstand aber seid Erwachsene1!
(1) w. Vollkommene (im Griech. ein Ausdruck für «Erwachsene»)

Wenn Paulus an anderer Stelle darüber redet dass der „natürliche Mensch“ nichts vom Geist Gottes wahrnehmen kann so ist das eine gültige Wahrheit, die allerdings oft überinterpretiert wird. Der Verstand ist wohl doch recht hilfreich wenn wir Bibel lesen wollen oder? Wie würde das denn wohl ganz ohne Verstand aussehen?  Selbstverständlich sollen wir unseren natürlichen Verstand einsetzen, wenn es um die Dinge Gottes geht. Paulus ist jedenfalls nicht so einseitig auf die Offenbarung des heiligen Geistes fixiert wenn es um Gottes Wahrheiten geht:

Röm 1,20   Denn sein unsichtbares , sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen1 und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien;
(1) o. erkannt, mit dem Verstand ergriffen

Und Salomo, der Weise ermahnt uns ebenfalls den Verstand nicht nur zu gebrauchen, sondern ihm sogar nachzujagen:

Spr 2,2   …indem du der Weisheit dein Ohr leihst, dein Herz dem Verständnis zuwendest, ja, wenn du den Verstand anrufst, zum Verständnis erhebst deine Stimme, wenn du es suchst wie Silber und wie Schätzen ihm nachspürst, dann wirst du verstehen die Furcht des HERRN und die Erkenntnis Gottes gewinnen.

Wir werden an vielen Stellen der Schrift ermutigt oder aufgefordert über das Wort Gottes nachzusinnen und immer wieder nachzudenken. Offenbar eröffnen wir Gott manchmal erst dadurch die Möglichkeit zu uns zu reden und uns Zusammenhänge klar zu machen. Immer nur um Verständnis beten allein reicht nicht aus! Wir dürfen und sollen auch am Verständnis mitarbeiten.

Und wie geht das Mitarbeiten praktisch? Man könnte sich z.B. mit der Meinung und den Sichtweisen von anderen Christen auseinander setzen, die zum Thema etwas zu sagen haben. Mit anderen reden und kommunizieren hilft. Man kann Bücher oder Artikel lesen um sich schlau zu machen. Dabei hilft es auch enorm sich mit Standpunkten auseinander zu setzen, die ich gar nicht persönlich teile. Die Argumente von Andersdenkenden ernst zu nehmen bringt oft weiter voran als nur in den eigenen Kreisen zu kreisen. So mancher Atheist kennt sich besser in der Bibel aus als ein gestandener Christ. Das musste ich im jahrelangen Dialog mit Atheisten feststellen. Auch solche Dialoge mit Nichtchristen oder Gegnern des Glaubens können hilfreich sein um den eigenen Standpunkt zu verstehen und zu festigen. Denn manchmal ruht unser eigener Standpunkt auf ganz schwachen Argumenten oder beruht nur auf dem „Hörensagen“.

Ein guter fester Standpunkt will erarbeitet sein. Und Gott segnet sicher nicht unsere Denkfaulheit!

Verstand kommt von Verstehen – das ist doch klar. Und wir sollten ständig bemüht sein alle Dinge um uns herum zu verstehen: Menschen, Naturgesetze, Regeln, uns selbst – und auch das Wort und praktische Reden Gottes! Ich möchte auch gern verstehen was für Kräfte und Mechanismen in einer Gemeinde, Kirche oder Bewegung am wirken sind.

Da sind durchaus noch andere Kräfte als der heilige Geist oder der Teufel am Werk. Ich spreche hier u.A. von dem was das neue Testament „Fleisch“ nennt. Gruppendynamik, Machtgelüste, Eifersucht, Neid, Emotionen und viele andere rein psychologische Faktoren sind hier am mitwirken.

Ich brauche für die meisten Dinge des alltäglichen Lebens keine übernatürliche Offenbarung Gottes sondern mein Verstand reicht völlig aus sie zu durchblicken und zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Die Wahrheit ist kein Dogma Die Wahrheit ist eine Person!

– Jesus Christus –

 

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