Alles Psychos?

psychoIn meinem neuen Blog „Alles Psychos?“ will ich Hilfen zur Diagnose und Therapie von psychischen Erkrankungen geben. Mein Leben lang habe ich immer wieder unter Depressionen gelitten und hatte wenig Hilfe auf dem Weg. Einige Jahre hatte ich ein symptomfreies Intervall, aber die Depressionen kamen (oft in versteckter Form) immer wieder. Die Freikirchen, in denen ich Mitglied war boten wenig Verständnis und Hilfe für meine psychischen Probleme dar. Das wurde natürlich auch durch den Umstand erschwert, daß ich mir selbst und anderen meine Depressionskrankheit gar nicht eingestehen konnte. Die „Glaubenslehre“ tat ihr Übriges zu dieser Problematik hinzu.

Ich will in diesem neuen Blog nicht nur über meine persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit Depression berichten, sondern stelle auch weiterführende Links zu Seelsorge- und Therapieeinrichtungen zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es in der Sidebar immer neue News zum Thema psychische Erkrankungen. Dort werden u.A. auch Themen wie Angststörung, Panikattacken und Psychosen behandelt. Ich glaube sehr wohl an das Vorhandensein einer unsichtbaren Wirklichkeit, die auch die Existenz von destruktiven geistigen Mächten und Personen beinhaltet, welche psychische Krankheiten verursachen oder begünstigen können. Allerdings wird im Raum der (Frei)Kirchen dermaßen viel Schindluder und Scharlartanerie mit diesem Thema betrieben, daß ich dies nur sehr vorsichtig und selten thematisieren werde. Seelsorge und Therapie von ernsthaften psychischen Störungen gehört meines Erachtens dringend in die Hände von Fachleuten. Die christliche Gemeinde kann aber sicher mithelfen und tragen und durch Gebet an der Heilung mitwirken.

Foto: Gabriela Camerotti

5 Antworten

  1. Dazu hätte ich ein paar Fragen:

    1. Wie kann man jemanden erkennen, der unter einer Depression leidet?
    2. Wie kann man helfen?

    • 1. Gar nicht! Die machen immer ein fröhliches Gesicht und reißen sich zusammen, damit sie im System weiterhin funktionieren können. Selbst ich (obwohl vorbelastet) habe die depressive Erkrankung meiner eigenen Tochter (ab 11) nicht wirklich komplett realisiert. Ich sagte zwar zu meiner Frau manchmal: Das sind doch Depressionen, aber wir konnten es uns beide letzten Endes nicht eingestehen, daß schon ein Kind darunter leiden könnte – bis zum ersten Suizidversuch.
      2. Zum Facharzt schicken. Man braucht eine gesicherte Diagnose, um helfen zu können.
      Wenn man weiß, um was es tatsächlich geht, kann man anfangen gezielt zu beten 😉
      Wichtig ist das genaue Zuhören und ernstnehmen versteckter Botschaften. Sobald jemand suizidale Gedanken auch nur zart anklingen lässt, sollte man sehr hellhörig werden.

  2. Moderne Bild gebenden Tomographien ermöglichen es neuronale Prozesse zu studieren. Das menschliche Gehirn ist leicht zu täuschen bzw. manipulierbar, was dem Menschen selber als abwegig erscheint. Der freie Wille als bewusste Entscheidungen ist nicht frei, sondern basiert auf unbewusst ablaufenden Prozessen bis zu 8 Sekunden vorher. Wer sich an etwas erinnert, so erscheint das als sicher, real, exakt so geschehen aber niemals willkürlich fabriziert. Neurale Korrelate von richtigen und falschen Erinnerungen werden in Gehirn unterschiedlich verarbeitet und sind so zu entlarven. Ist die mit Vertrautheit und Gefühl korrelierte frontoparietale Region oberhalb der Stirn aktiviert, geht es um frei fabrizierte Erinnerungen und frei erfundene „Fakten“. Sind die mit realem Erkennen korrelierten medialen Temporallappen (MTL) seitlich der Schläfen aktiviert, geht es um Erlebnisse und Bilder von außerhalb. Bei komplexen Gedächtnisleistungen werden beide Bereiche aktiv, somit werden Täuschung, Selbstbetrug und fabrizierte Erinnerungen leicht zu scheinbar realem „Brainwash“ vermischt. Der Abruf von Erinnerungen an Erlebnisse ist für sich allein kein sicherer Beweis, dass diese je stattfanden und die Fakten real sind. Mit zunehmenden Alter führen Menschen außerdem Handlungen aus, die nicht als eigene erkannt werden bzw. im Bewusstsein nicht der eigenen Person zugeordnet werden.

    Die Menschen haben in der Entwicklung von Gestik, Grunzlauten, Sprache und Schrift immer schon religiöse Kulte gebildet. Der Glaube an transzendente Mächte und Geister schafft Vorteile um die Gewaltbereitschaft zu steigern, Abweichler zu zügeln, Fremde zu dominieren und bietet Lustgewinn durch Ausübung von Gewalt. In Zuständen von Angst und Aufregung bzw. psychischer Überlastungshemmung akzeptieren besonders unkritische Menschen absurde und höchst irreale Vorschläge und Visionen. Glauben fördert den Zusammenhalt der Gemeinschaft mitsamt Ausbeutung und Unterdrückung und vor allem ernährt es die Pfaffen prächtig. Religion und politische Macht sind Zwillinge.

    Eine Gottvorstellung befriedigt den metaphysischen Wahn und manipuliert Gruppen, Gott als Projektion von Phantasien und Psychosen wandelt sich zur realen Wahrnehmung. Gläubige die mit Gott sprechen sind Wichtigtuer und Lügner, die Phantasien schmeicheln ihrer schwer kranken Psyche. Psychopathologisch sind es Wahnvorstellungen, gepaart mit Autoritätsproblemen und Narzissmus helfen nur noch Neuroleptika oder die geschlossene Psychiatrie. Defizite im ventralen (orbitofrontalen) Cortex des Gehirns führen zu einer erhöhten Risikobereitschaft, zu „asozial“ wert barem Verhalten durch Missachtung der gesellschaftlichen, ethischen und moralischen Regeln. Nach der Psychoanalyse sind mit der Liebe verknüpfte Wunschvorstellungen eng mit sexuellen Triebverhalten verwandt, Sexualfeindschaft ist daher in den biblischen Texten fest verankert. Versprechungen von Liebe, Glück und Friede erhöhen den Neurotransmitter Dopamin in der Amygdala des Gehirns, dadurch werden die Menschen ängstlicher und leichter manipulierbar.

  3. Was schlägst Du also vor? Zwangsbehandlung aller Gottgläubigen mit Neuroleptika oder in der geschlossenen Abteilung?
    Würde mich irgendwie ans dritte Reich erinnern.

    „Der Glaube an transzendente Mächte und Geister schafft Vorteile um die Gewaltbereitschaft zu steigern, Abweichler zu zügeln, Fremde zu dominieren und bietet Lustgewinn durch Ausübung von Gewalt.“

    Dieser Möglichkeit will ich nicht widersprechen, bin aber der festen Überzeugung daß es nicht die einzig mögliche Reaktion auf gelaubte transzendentale Mächte ist.
    Da ist also keine zwingende Kausalität zu postulieren, weil es genügend Gegenbeispiele gibt.

    • Ach ja Ps.

      Der freie Wille als bewusste Entscheidungen ist nicht frei, sondern basiert auf unbewusst ablaufenden Prozessen bis zu 8 Sekunden vorher

      Willst Du damit etwa sagen daß das Unbewusste nicht zu unserer Persönlichkeit gehört? Also ich bin der Ansicht, daß man den Menschen nur ganzheitlich verstehen kann. Das Unbewußte bin ich ebenso wie das Bewusste. Wenn also mein Unbewusstes etwas entscheidet, dann ist es noch immer meine freie Willensentscheidung. Wille und Verstand sind ja keine Synonyme. Ich kann also etwas wollen, ohne es rational zu verstehen und trotzdem bin es immer noch ICH, der die Entscheidung trifft.

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