Das personale Böse

Ich bin ihm noch nie persönlich begegnet: Dem Teufel als Person und realistischem Gegenüber. Luther soll angeblich mal ein Tintenfass nach ihm geworfen haben und Jesus stand dem Versucher in der Wüste leibhaftig gegenüber und sprach mit ihm.

Für die Naturwissenschaft existiert er ebenso wenig wie Gott, Engel oder andere Geistwesen.
Bei den meisten Esoterikern kommt er nicht vor – seltsam eigentlich, wo sie doch an die Existenz von Geistwesen glauben.

Ich habe keine Mühe an seine Existenz zu glauben, ich brauche nur meine Tageszeitung aufzuschlagen oder die Nachrichten im Fernsehen anschauen. Die Welt ist so voll von abgrundtief bösen Dingen das es zum Himmel stinkt!
Menschen werden von Menschen gefoltert, vergewaltigt und auf grausamste Weise zu Tode gebracht.
Psychopathen missbrauchen und ermorden Kinder. Die Mächtigen dieser Welt raffen allen Reichtum an sich und beuten die Kleinen und Schwachen aus – ohne Rücksicht und ohne Bedauern.
Kinder werden mit Sprengstoffgürteln oder Maschinengewehren zum Morden geschickt. Und wer erwischt wird und vor Gericht landet leugnet seine Taten und verhöhnt die Opfer oder ist sich einfach keiner Schuld bewusst. Siehe die Kriegsverbrecher aus Serbien oder Kambodscha.
Das Böse ist scheinbar allgegenwärtig und manchmal unbegreifbar.

Am stärksten habe ich mich bei einigen alten Fotos aus der Nazizeit gegruselt, die neulich in meiner Tageszeitung veröffentlicht wurden. Sie zeigten eine fröhliche Schar uniformierter Männer und Frauen mit Akkordeon und Gitarre singend und unbeschwert durch die Natur wandern.
Sie lachten und sahen richtig nett aus durch ihre Fröhlichkeit.
Es waren KZ-Wärter- und Wärterinnen aus Ausschwitz die einen freien Tag vom Morden hatten…
Offenbar belastete sie ihre Aufgabe nicht im Geringsten – es muß ihnen Vergnügen gemacht haben andere zu quälen und zu töten.

Für mich ist so etwas so unbegreiflich, daß ich es mir nicht mehr mit psychologischen Argumenten erklären kann.

So etwas kommt in der Natur ansonsten nicht vor: Tiere töten in der Regel um zu überleben und ihren Nachwuchs zu ernähren.
Aber diese perfide Bosheit, mit System und hoher Intelligenz und sogar noch Lustgewinn ganze Völker zu unterjochen und zu ermorden kommt nur beim Menschen vor. Und die Menschen lernen offensichtlich nicht. Immer wieder kommen neue Gaddafis, Assads und Osama Bin Ladens aus dem Schoße der Völker hervor. (Gehört George W. Bush vielleicht sogar auch zu dieser Brut?)
In den heutigen westlichen Demokratien tritt das Böse vielleicht nicht ganz so offensichtlich zu Tage, wir haben es irgendwie verfeinert und kultiviert. – Aber von Vernunft, Güte  und Gerechtigkeit sind wir weit entfernt. Das Böse ist bei uns nur nicht so offensichtlich und arbeitet mehr im Dunkeln.

Diese Affinität des Menschen zum Bösen, diese Krankheit das Gute zu wollen und dennoch stets das Böse und Egoistische zu tun ist eine Perversion die ich mir nicht anders als mit der Existenz des personalen Bösen, des Teufels, erklären kann.

Die perspektive der Bibel auf den Teufel, (Den Bösen) ist für mich die einzig logische Erklärung für das beständige Unheil und das Böse in der Welt.

Wir wurden von der Schlange verführt und aus dem Paradies vertrieben – und kein Weg führt dorthin zurück. Die Engel mit dem Flammenschwert stehen vor dem Eingang und lassen niemand mehr herein.
Wir haben uns freiwillig an das Böse verkauft und stehen seitdem unter seinem Einfluß. ER ist der eigentliche Herrscher in der Welt und zieht die Fäden heimlich hinter den Kulissen, denn wir gehören ihm ja. (2.Kor.4,4, Eph.2,2)
Der „Gott dieser Welt“, nämlich Satan, ist durch unseren Verrat an Gott unser Vater geworden und seine Gene wirken in uns weiter durch die Jahrtausende – und wir sind seine Marionetten.
Wenn da nicht ein Erlöser wäre, der den Vertrag zwischen uns und dem Teufel am Kreuz seiner Liebe zerrissen hätte.
Doch hier stellt sich ein Problem: Warum nur tun auch entschiedene Christen noch so viel Böses? Wir, die wir doch durch den Geist Gottes von neuem geboren wurden, eine komplett neue Schöpfung sind und aus dem Vertrag mit dem Bösen freigekauft wurden, warum lassen wir uns noch zum Bösen verführen? Wir haben doch Jesus zu unserem Herrn gemacht und wollen Gott von ganzem Herzen dienen? Und die selbe Perversion und Affinität zum Bösen steckt immer noch in unser aller Glieder wie ein Virus, daß nicht greifbar scheint.

„Röm 7,18    Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht! Denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, übe ich aus.“ (Schlachterbibel 1951)

Wir mögen zwar formal aus der Macht der Finsternis freigekauft und erlöst worden sein – es zeigt sich aber nicht automatisch in der irdischen Realität sondern ist eine geistliche Wahrheit, die durch Glaube, Liebe und Gehorsam ständig neu ergriffen werden muß.
Was nützen mir aber geistliche Tatsachen und Wahrheiten die ich nicht ins alltägliche Leben umsetzen kann? Ich bin als Christ in einen geistlichen Kampf hineingeboren worden, dem ich mich nicht entziehen kann. In ein Spannungsfeld zwischen Himmel und Hölle, Gut und Böse, Geist und Fleisch.
Und ich muß immer wieder neu entscheiden wem ich in meinem Leben Raum gebe: Der Liebe und dem Geist Gottes oder dem Hang zum Bösen und Zerstörerischen, der sich sogar manchmal in fromme Gewänder kleidet.

Ein weiteres Rätsel ist für mich die Tatsache, daß es so viele Leute gibt die Gott (scheinbar) überhaupt nicht kennen und trotzdem liebevoll und guten Herzens sind. In der Tat habe ich manchmal den Eindruck, daß die Menschen der sogenannten „Welt“ die nicht viel oder gar nichts mit Gott am Hut haben oft weit uneigennütziger und liebevoller handeln als wir „offiziellen“ Christen.
Wie geht denn das ohne die Hilfe Gottes? Wie kann man dem Bösen widerstehen ohne den Glauben und den Geist Gottes? Wie kann man selbstlos handeln – ohne das Vorbild der selbstlosen Liebe unseres Herrn Jesus? Kommt Freunde – es ist eine Realität: Es gibt viele gute Menschen auf der Welt! Und wir Christen spiegeln durch unser Handeln nicht immer die Güte Gottes wieder!

Kann man auch ohne Jesus zu kennen dem Bösen widerstehen? Offensichtlich ja! Vielleicht aus dem Grunde, daß ALLE Menschen grundsätzlich dazu berufen sind Gottes Kinder zu werden?
Vielleicht aus dem Grunde, daß grundsätzlich ALLE Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden?

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Existiert Kälte?

>Leben lernen

>Ich versuche es nun schon seit 55 Jahren.
Leben lernen.
Irgendwie habe ich nie richtig mitbekommen, wie das eigentlich wirklich geht:
Leben in Harmonie mit den Anderen, der Arbeit und Familie, der Ehefrau, der Gemeinde, den Nachbarn und dem Staat.
Und dann auch noch mit dem allerhöchsten Gott!
Irgendwie war ich immer überfordert von den vielen Beziehungen, die es zu bedienen gab und vergaß darüber oft – MICH SELBST!
Ach ja, da war ja noch was – man sollte ja auch noch neben all den anderen Dingen mit sich selbst im Reinen sein.

Zufrieden, selbstbewusst und zielgerichtet – jung, gutaussehend und dynamisch.

2004 auf dem Freakstock-Festival hatten viele junge Leute witzige und originelle T-shirts an und es gab viele Aufkleber-Sprüche auf den Autos. Ich liebe das!
Ein Spruch hatte es mir besonders angetan: „Machs wie Gott – werde Mensch!“
Und ich hatte seit Jahrzehnten versucht wie Gott zu sein – Jesus ähnlicher zu werden!
War da nicht noch was? Ein Ereignis im Paradies? „Ihr werdet sein wie Gott“ sagte da jemand zum Menschen. Eine übele Verführung, oder letztlich Gottes Plan?

Jedenfalls halte ich mich seit längerer Zeit an diesen Aufkleberspruch: Machs wie Gott – werde Mensch. Irgendwie scheint mir dort eine Lösung für sehr viele Probleme zu liegen.
Ich werde auf jeden Fall erwachsener mit den Jahren – so richtig Erwachsen werde ich wohl jedoch niemals werden, scheint mir.
Ich finde das auch nicht schade, denn ich liebe das Kind in mir – immer noch. Wir sind ja die gleiche Person, oder? Das Kind von damals mit seinen Ängsten, Phantasien und dem gewaltigen Lebenshunger und der alte Steppenwolf von 55 Jahren, der ich jetzt bin.

Werde ich jemals auslernen? Wenn ich mir die Welt betrachte – mit allen Kriegen, Wirren, Hass und Terror, den endlosen politischen Diskussionen und wissenschaftlichen Debatten, psychischen Krankheiten und religiösen Verirrungen – beschleicht mich das Gefühl, daß ich vielleicht nur Einer von Milliarden bin, der am lernen ist wie man lebt. Das ich womöglich nur Einer von vielen bin, die noch auf dem Weg sind Mensch zu werden.

Wer von sich meint schon dort angekommen zu sein ist in der Regel wohl nur ein Blinder oder Heuchler.

Lyrische Prosa

Der Strom meiner Gedanken fließt und fließt und fließt. Unaufhörlich produziere ich Ideen und Gedanken der merkwürdigsten Art.
Manche komisch, manche skurril und manche fromm.
Gedanken der Liebe, Hoffnung, Kritik und der Ablehnung – aber kein Hass. Gedanken über den Sinn des Lebens und über andere Menschen, über Politik, Religion und Kunst. Und über mich selbst.
Doch denke ich wirklich selbst…oder werde ich nur gedacht?
Dazu eine gruselige kleine Geschichte aus meiner Tastatur >>>

Was hat der Mensch dem Tier voraus?


Wenn Tiere in Freiheit geboren werden, können sie kurz nach der Geburt laufen oder schwimmen.
Fliegen lernen dauert ein paar Wochen.
Tiere lernen in kurzer Zeit, sich ihre Nahrung selbst zu besorgen oder einen Unterschlupf zu finden oder zu bauen.
Sie sind von vornherein fit fürs Leben, machen sich keine Gedanken über Moral und Ethik und leben einfach.
Bei uns Menschen läuft alles ein wenig langsamer. Sehr viel langsamer!
Wir denken über den Sinn unseres Lebens nach, philosophieren über Schuld und Sühne und machen unseren Planeten kaputt. Wir können keinen Frieden untereinander halten und produzieren Waffen, die unsere Welt mehrfach zerstören können.
Wir kommen nicht mal mit unserer eigenen Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen klar.
Mühsam halten wir uns über Wasser.
Ich habe manchmal den Eindruck, daß ich seit über fünfzig Jahren am lernen bin, wer ich eigentlich bin und wie ich leben, denken und handeln soll.
Tatsächlich streiten sich die Menschen seit Jahrtausenden, wie man eigentlich denken und Handeln sollte und was die richtige Religion oder Weltanschauung ist.
Viele denken, wir sind dabei uns ständig weiter zu entwickeln und glauben bedingunslos an die Evolution.

Friedrich Nietzsche proklamierte vor über hundert Jahren gar einen „Übermenschen“,

der im Begriffe sei, sich zu entwickeln. Aus Sicht Nietzsches ist es die Aufgabe des Menschen, einen Typus hervorzubringen, der höher entwickelt ist als er selbst. Diesen dem Menschen überlegenen Menschen nennt Nietzsche den Übermenschen, ein Begriff, welcher bei Nietzsche sowohl eine geistige als auch eine biologische Bedeutung hat.

Irgendwie scheinen sehr viele Menschen, wenn nicht sogar die überwiegende Mehrheit nicht zufrieden mit sich selbst und vor allem „den Anderen“ zu sein.
Etwas scheint an unserem Leben zu fehlen. Etwas scheint massiv in Unordnung zu sein.
Wir leben nicht in Einklang mit uns selbst, nicht mit anderen Menschen und schon gar nicht mit Gott. Wir leben nicht in Harmonie mit der ganzen Schöpfung, den Tieren, Pflanzen und der natürlichen Umgebung.
Tiere haben diese Probleme nicht. Was also haben wir ihnen voraus? Unseren Verstand, manuelles Geschick und die größere Sprachfähigkeit. Eigentlich müssten diese Fähigkeiten uns doch zu mehr Harmonie und Einklang miteinander und der Natur führen, oder?
Aber wir können offenbar nur sehr schwer nach den Erkenntnissen unserer Vernuft handeln.
Das, was wir den Tieren voraus haben ist uns oft genug zum Fluch geworden.

Das neue Testament berichtet uns von einem Menschen, bei dem dieser merkwürdige Fluch und der Hang zum Destruktiven offenbar durchbrochen war.
Er wird „der zweite Mensch“, oder der „neue Adam“ genannt. Er ist der Beginn eines neuen Geschlechts – der einzig wahre „Übermensch“. Gott und Mensch – in einem Körper vereint!
Der Mensch Jesus Christus. Er benennt den merkwürdigen Schaden den scheinbar alle Menschen haben mit dem Begriff „Sünde“ und lädt ein zur Versöhnung mit Gott dem Vater.
Wir sollen uns nicht weiterentwickeln, sondern zu Gott
umkehren, der aus uns neue Menschen machen will – Menschen ähnlich wie Jesus.
Gott will ein neues Herz in uns einpflanzen, damit wir der Sünde nicht mehr gehorchen müssen und sie die Kraft über uns verliert.
Dieses neue Herz bekommen wir, wenn wir an den Sohn Gottes glauben und ihm unser ganzes Denken und Leben ausliefern.
Aber dieses neue Herz ist nur eine Art Anzahlung auf unser eigentliches Erbe, daß Gott für uns im Himmel aufbewahrt. Es ist so, als ob Gott uns wie eine kranke Pflanze aus unserem altem Blumentopf mit der verbrauchten und verschimmelten Erde herausgenommen und in gute Erde umgetopft hätte.
Nun haben wir wirklich die Chance zu wachsen und zu gedeihen. Und der Vater im Himmel sorgt für den richtigen Dünger und die Bewässerung.
Wir sind nun auf dem richtigen Weg, haben das Ziel aber noch lange nicht erreicht. Der neue Mensch ist in uns am wachsen, aber noch lange nicht ausgewachsen.
Jesus ist die einzige Heilung für diesen merkwürdigen Schaden der Sünde, den wir alle mit uns herumtragen. Lasst uns ihm von ganzem Herzen nachfolgen.

Bild: trompeloeil (Flickr.com)