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An den unbekannten Blogleser

Vorgestern telefonierte ich mit einem uralten Freund und stellte fest, daß er ab und zu diesen Blog liest.
Er fand einen Blogbeitrag besonders gelungen, hat ihn aber nicht kommentiert. Immer wieder stelle ich fest daß alte Freunde oder Bekannte meine Sachen lesen und entweder teilweise gut oder anstößig finden. Aber sehr selten schreibt einer mal einen Satz dazu.
Dabei ist meine Intention beim Schreiben nicht irgendwelche festgefügten Meinungen von mir zu verbreiten um eine möglichst große Anhängerschaft zu gewinnen sondern Kommunikation! Ich schreibe mir Dinge von der Seele um sie zu erleichtern und sozusagen als Therapie für mich selbst. Aber mir liegt außerordentlich viel am Feedback meiner Leser und an ihrer Meinung zu den Fragen die ich aufwerfe oder zu den Erkenntnissen die ich gewonnen habe. Mir liegt viel an der Beziehung zu Menschen, seien sie nun Christen, Atheisten oder irgendwelche dazwischen. Ich möchte nicht nur Weisheiten verbreiten oder Fragen aufwerfen sondern auch lernen!
Mittlerweile spuken mir so manche Theorien durch den Kopf, warum meine Leser nicht kommentieren – denn ich weiß anhand der Statistikfunktionen des Blogs genau, DASS ich eine Reihe Leser habe! 🙂

Theorie 1: Meine Leser sind zu alt fürchten sich vor dem Internet. Sie haben Angst vor Missbrauch ihres Namens oder Datenklau und wollen sich daher möglichst anonym im Netz bewegen.

Theorie 2: Meine Leser sind zu alt und ihnen ist dieser ganze neumodische Computerkram an sich völlig suspekt. Um keinen Preis der Welt würden sie ihre Identität preisgeben.

Theorie 3: Der Leser hat Angst davor sich beim Kommentieren zu blamieren, weil er vielleicht nicht so „schön“ schreiben kann wie andere hier…

Theorie 4: Christen wollen nicht daß in ihrer Gemeinde bekannt wird, daß sie diesen aufrührerischen Blog lesen…

Theorie 5: Mein Leser hat keine Ahnung wie die Kommentarfunktion überhaupt funktioniert und das man auch anonym kommentieren kann ohne Google email und Namen zu nennen.

Theorie 5: Meinem Leser fällt kein gutes Pseudonym ein.

Theorie 6: Mein Leser ist zu jung und denkt er hätte doch sowieso nichts Bedeutendes zu sagen.

Theorie 7: Meine Blogeinträge sind so stinkend langweilig, daß sich die Mühe nicht lohnt.

Irgendwelche anderen Theorien bei Euch vorhanden? 🙂

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>Widersprechen lohnt sich!

>Als Christen sollen wir ja Gott gehorchen und nicht ständig widersprechen!
Deshalb fällt manchen von uns wahrscheinlich auch der Widerspruch gegen Menschen und menschliche Einrichtungen schwer. Wir haben das in unseren netten Gemeinden nicht gelernt und es ist dort auch nicht so erwünscht… 🙂
Vor kurzem erhielt ich vom Finanzamt eine Zahlungsaufforderung über 620 €uro für die Jahre 2005 und 06, welche mir vollkommen undurchsichtig schien. Sie war auch nicht mit irgendeiner Begründung versehen. Im Prinzip konnte ich nur raten, daß sie irgend etwas mit meiner Erwerbsminderungsrente zu tun hatte und so rief meine Frau beim Finanzamt an und machte sich schlau. Die wollten eine Steuernachzahlung incl. Zinsen für eine Rentenzahlung aus den Jahren 05/06 , die ich gar nicht erhalten hatte und die komplett an die AOK gegangen war von der ich damals Krankengeld erhalten hatte.
Zum Glück war die Beratung kompetent und riet uns, schnellsten einen Widerspruch zu formulieren bzw. einen Antrag auf  „sofortige Aussetzung des Vollzugs der Zahlungsaufforderung“zu stellen.
Der ging noch am selben Tag per Fax an die zuständige Sachbearbeiterin.

Und siehe da, anstatt kräftig zu berappen erhalten wir nun plötzlich ca 30 €uro Nachzahlung!

Ick verstehe die Welt ja schon lange nicht mehr – aber das Finanzamt mitsamt dem merkwürdigen Einkommenssteuerchinesisch noch weniger als alles Andere! Und ich verstehe auch nicht das Rentner plötzlich Steuern zahlen müssen. Im Prinzip ist doch ihr ganzes Einkommen früher schon einmal kräftig besteuert worden, als sie noch arbeiteten!

Nun habe ich einen neuen Steuerbescheid bekommen, durch den ich ebenso wenig durchblicke, wie durch den vorherigen, nur das ich diesmal etwas bekomme. Aber warum ich nun plötzlich etwas kriege. Hmm – keine Ahnung. Vielleicht versteht einer meiner Leser dieses merkwürdige Finanzchinesisch?
wenn sie nun aufgrund dieser „Erläuterungen“ das Doppelte der bisherigen Forderung gewollt hätten, anstatt mir 30 €uro zurück zu erstatten, stände ich wohl ebenso dämlich wie der „Ochs vorm Tore“.. 

>Weil IHR die scheiß Typen gewählt habt…

>

Schwarz-Gelb

Bekam ich heute eine Zahlungsaufforderung vom Finanzamt….
Rentner dürfen nämlich ab dem Jahre 2005 auch Steuern von ihren „satten“ Einkünften zahlen. Und weil ich meine Rente erst 2007 Rückwirkend für 2005 und 06 ausgezahlt bekam, war die wohl in unserer Einkommensteuererklärung in den Jahren noch nicht drin.
50% der Rente sind nun steuerpflichtig und schuldig macht sich neuerdings wer vergisst als Rentner eine Steuererklärung abzugeben.
Haben wir zwar all die Jahre immer gemacht, werden nun aber trotzdem zur Kasse gebeten. Wer blickt da überhaupt noch durch? Und nun kommt die Regierung neuerdings mit der Siegesmeldung einer „vereinfachten“ Steuererklärung! Ha ha.
Mich gruselt es immer wenn ich so Schlagworte wie „Steuervereinfachung“ oder „Entbürokratisierung“ höre. Übersetzt in Deutsch heißt das nämlich meistens: Der Staat darf dem kleinen Mann das Geld noch schneller und einfacher aus der Tasche ziehen!
Selber schuld wer schwarz-gelb gewählt hat. Und ich hatte Euch doch vorher eindringlich gewarnt…..  🙂
Aber mir glaubt ja sowieso keiner. 😦
Ich bekomme satte 294 € Rente seit 2005. Und die wollen nun für die Jahre 2005/06 von diesem Reichtum eine Nachzahlung von ca 620€ von uns haben. Zahlbar bis zum 17 Januar. Sonst droht….sonstewas. Übrigens mit Zinsen! Warum? Ich hätte mich ja schon früher schlau machen können. Wahrscheinlich. Wenn ich Ahnung von unserem komplizierte Steuerrecht hätte und 2005 schon hätte in die Zukunft sehen können, daß ich da mehr machen muss als nur meinen Lohnsteuerjahresausgleich.
Im übrigen hatten wir in diesen jahren sowieso schon ca 900€ Nachzahlungen zu leisten.
Wie sagte noch der Sheriff von Nottingham? Nimms den Armen und gibs den Reichen!
Sheriff Angela und Prinz Schwesterwelle langen mal wieder kräftig hin.
Nimms den Hartz IV Empfängern und Rentnern und gib es den Hoteliers und…der Atomlobby.
Ach ja ganz vergessen: Von den Studenten nimmt man auch gern die erhöhten Studiengebühren in unserer „Bildungsrepublik“, wie Angie sie betitelte.
Aber so ist es von schwarz-gelb wohl gewollt. Studieren dürfen nur noch die Reichen, damit die Hartzer und Mirantensöhne und Töchter nicht an der Uni stören und brav in ihrem Ghetto bleiben…

Nachtrag: Das Gesetz wurde schon 2005 verabschiedet, habe ich gerade recherchiert. Und da saß die „soziale“ SPD mit an der Regierung. Da war wohl noch Münte und Steinmeier beteiligt. Oder war das sogar noch unter Rot-Grün? Ich geh überhaupt nicht mehr wählen…. Nun tun sie unter Gabriel so, als ob ihnen der kleine Mann am Herzen läge. Diese Wölfe im Schafspelz. Alles Verbrecher!

>Ich blogge nicht weil…

>Ich blogge zur Zeit nicht weil…
es mir zu gut dafür geht 🙂
Früher hatte ich Schreibpausen, weil mich die Depression voll erwischt hatte. Aber diesmal ist es anderes. Ich habe den Kopf einfach voll mit anderen Dingen und bin mit meiner Mitarbeit im Expowal und dem neuen Lobpreisdienst mit der Gitarre so fröhlich ausgelastet, daß ich irgendwie zur Zeit kein Bedürfnis habe mich der Welt mitzuteilen. Das tue ich einfach wenn ich für die Leute singe und Gitarre spiele 🙂
Und das reicht mir im Moment. Ich hoffe meine regelmäßigen Leser finden das nicht schlimm.

>Warum ich evangelisch bin

>Vor zwei Jahren bin ich wieder in die lutherische Kirche eingetreten. Aus Überzeugung und weil ich meinte die Stimme Gottes in mir dazu so gehört zu haben.
Kennt ihr dieses leise Flüstern in Euch, daß immer wiederkehrt und Euch innerlich drängt in eine bestimmte Richtung zu gehen? Man kann es auch einfach Intuition nennen, dann hört es sich nicht so abgefahren heilig und exotisch an. Nichtgläubige Menschen wollen einen ja oft gerne in die Psychiatrie einweisen wenn man davon spricht „Stimmen“ zu hören. Aber wie soll man denen erklären was die Stimme Gottes ist, wenn sie niemals diese Erfahrung gemacht haben?
Aber wie kam es dazu, das ich das Rufen Gottes vernahm?
Als es mir am dreckigsten ging und ich wirklich mit den Nerven und meinem Glauben am Ende war – Im Krankenhaus nach meiner schweren Herzoperation – da war die evangelische Kirche für mich da. Vor Ort im Krankenhaus. Ich war sehr schwach auf den Beinen und innerlich sehr ausgelaugt und kam am Sonntag Morgen an der Krankenhauskapelle vorbei wo ein Gottesdienst angefangen hatte. Ich ging einfach rein und setzte mich in die letzte Reihe.
Die blonde Pastorin predigte über einen Psalm, der mir bei meinem kleinen Spaziergang im Park gerade eben duch den Sinn gegangen war und führte meine eigenen Gedanken quasi in der Predigt weiter. Ich ging zum Abendmahl nach vorn und fühlte mich von Gott berührt und getröstet.
Danach kam mir der Gedanke zum ersten Mal. Und auch der Wunsch: Ich möchte gerne evangelisch beerdigt werden, wenn es so weit ist und möchte nicht daß irgend ein charismatischer Fuzzi bei meiner Trauerfeier versucht die Leute zu bekehren!
Ich machte mir damals viele Gedanken über den Tod, weil es mir so schlecht ging und hatte sogar schon einen Abschiedsbrief an meine Frau verfasst, den ich per Internet so getimed hatte, daß er nach meiner (misslungenen OP) per Internet ins Postfach meiner Frau kommen sollte.
Nachher vergaß ich die mail völlig und meine Frau wunderte sich ziemlich als die bei ihr ankam als ich im Krankenhaus darnieder lag und gar keinen Internetzugang hatte…. 🙂
Sie begriff ihn somit auch gar nicht als Abschiedsbrief und war leicht verwirrt. War eigentlich ganz lustig.
Und dann wurde ich in die Gottesdienste der unglaublichen Kirche eingeladen und tauchte mittwoch abends dort häufig auf. Der Expo-Wal wird ebenfalls von evangelischen Pastoren der „inneren Mission“ geleitet und wieder erinnerte Gott mich leise daran: Tritt wieder ein! Es war vielleicht sogar mehr mein eigener Wunsch als Gottes Befehl – wie eine liebevolle Erinnerung. Aber ich fühlte Gott in dieser Sache und nahm Kontakt mit meiner zuständigen Kirchengemeinde „umme Ecke“ auf. Und falls ich mal wieder einen Job kriege zahle ich gern die Kirchensteuer 🙂

>Blogjubiläum

>

Oh jetzt habe ich es doch verpasst, mein Blogjubiläum! Am 8.Februar 2007 erblickte dieser, mein allererster Blog das Licht der Welt. Damals noch gestartet als Donralfos Tafel. Hasos Tafel war damals der einzige Blog den ich kannte und da ich sowieso nicht genau wusste, ob ich überhaupt so lange bloggen würde, dachte ich mir erst gar keinen eigenständigen Namen aus. Ich wollte ja nur so ein bisserl rumprobieren mit dem neuen Medium.
Und Haso hatte mir Starthilfe gegeben. Ich war damals sehr skeptisch über diesen neumodischen Kram – die Bloggerei. Hatte ich doch schon eine eigene Webseite namens Ralles Welt.
Tja und dann machte es plötzlich Spaß – sehr viel Spaß mit der Bloggerei. Ich lernte im Laufe der Zeit viele nette (und auch manche nicht so nette) Blogger und Kommentatoren kennen und ein reger Gedankenaustausch entwickelte sich. Über Haso fand ich zu Günter Jott und Storch – über Günter zu wieder anderen usw. usw.
Alles in allem drei interessante und fruchtbare Jahre für mich. Einige Leute lernte ich sogar im realen Leben kennen und stellte fest, daß sie in Wirklichkeit genauso nett und interessant sind wie in der Computerwelt.
Günter Jott und Günther H. traf ich mit Kochy und Richard und Tom in Berlin. Richard und Rose besuchten unsere Hauskirche und übernachteten bei uns. Haso kam auch mal zur Hauskirche rüber. Mit Stella habe ich ein paar mal telefoniert. Mit Maze auch einmal (oder zwei?)
Na wenn die Computersucht solche Begegnungen zur Folge hat kann sie sooo schlimm nicht sein! 🙂
Und dann lernte ich auch in Hannover ein paar säkulare Blogger bei einem Treffen in Linden kennen – auch das war für mich sehr interessant und nett. Ich möchte die Bloggerei nicht mehr missen.
*Kopfkratz* Habe ich vergessen irgend jemand zu erwähnen, den ich durch die Bloggerei im realen Leben kennen gelernt habe? Hoffentlich nicht!

>30 Jahre Treue (Perlenhochzeit)

>Ich habe heute eine Kerze angezündet. Standesgemäß natürlich im Internet. Es war ein Dank an meine liebe Ehefrau, Freundin und Kumpel(in) Sylle für 30 Jahre Treue zu mir.
Man braucht schon ein wenig Ausdauer für so etwas.
Aber das ist wohl wechselseitig.

Vielleicht sollte ich noch eine zweite Kerze des Dankes an den lieben Gott anzünden, der uns so lange durchgetragen hat, uns Liebe füreinander und die Kinder gab?

Tja, was soll man dazu noch sagen? Ist es ein (kleines) Wunder heutzutage wo jede zweite Ehe geschieden wird? Oder haben wir es etwa ganz allein geschafft?

Meine Frau ist ein toller, grandioser Mensch und ich selbst möglicherweise auch, und wir lieben uns sogar immer noch trotz aller Schwächen und Merkwürdigkeiten. Vielleicht sogar mehr als am Anfang.
Aber irgendwie ist es trotzdem ein Wunder für mich, daß wir gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen sind, heute beim Italiener das exakt Gleiche Essen und Trinken bestellt haben um anschließend eine Flasche Sauvignon blanc und danach eine Flasche Chianti zu leeren und auf SKY einen schaurigen Thriller zu gucken.
Wem kann man dafür danken außer Gott?

>Donralfo & Friends?

>Die liebe Stella (Talitakum) will mich neuerdings hier beim Gestalten kreativ unterstützen.

*Applaus brandet auf*

Und mein alter Froind Det ist ja auch schon länger mit von der Partie.
Ich könnte mir auch Günther als Mitschreiber vorstellen. (Den mag ich nämlich besonders gern)
Natürlich mag ich auch noch andere Blogger gern, wie z.B. Günter Jott, aber die sind meistens ziemlich ausgebucht.
Wie wäre es, wenn ich endlich den Ausgang aus meinem Labyrinth gefunden hätte und dieser Blog dann Don Ralfo & Friends hieße?

Einige meiner allerbesten Freunde/innen wie die Hilde oder gute Poeten wie Vera haben mir leider immer wieder abgesagt – aber wer weiß schon, wer später noch dazu stößt?

Ich fände es toll wenn die Schwarmintelligenz hier zuschlagen würde und eine revolutionäre Synergie sich durch die weiten des virtuellen Raumes ausbreitete…

>Leben lernen

>Ich versuche es nun schon seit 55 Jahren.
Leben lernen.
Irgendwie habe ich nie richtig mitbekommen, wie das eigentlich wirklich geht:
Leben in Harmonie mit den Anderen, der Arbeit und Familie, der Ehefrau, der Gemeinde, den Nachbarn und dem Staat.
Und dann auch noch mit dem allerhöchsten Gott!
Irgendwie war ich immer überfordert von den vielen Beziehungen, die es zu bedienen gab und vergaß darüber oft – MICH SELBST!
Ach ja, da war ja noch was – man sollte ja auch noch neben all den anderen Dingen mit sich selbst im Reinen sein.

Zufrieden, selbstbewusst und zielgerichtet – jung, gutaussehend und dynamisch.

2004 auf dem Freakstock-Festival hatten viele junge Leute witzige und originelle T-shirts an und es gab viele Aufkleber-Sprüche auf den Autos. Ich liebe das!
Ein Spruch hatte es mir besonders angetan: „Machs wie Gott – werde Mensch!“
Und ich hatte seit Jahrzehnten versucht wie Gott zu sein – Jesus ähnlicher zu werden!
War da nicht noch was? Ein Ereignis im Paradies? „Ihr werdet sein wie Gott“ sagte da jemand zum Menschen. Eine übele Verführung, oder letztlich Gottes Plan?

Jedenfalls halte ich mich seit längerer Zeit an diesen Aufkleberspruch: Machs wie Gott – werde Mensch. Irgendwie scheint mir dort eine Lösung für sehr viele Probleme zu liegen.
Ich werde auf jeden Fall erwachsener mit den Jahren – so richtig Erwachsen werde ich wohl jedoch niemals werden, scheint mir.
Ich finde das auch nicht schade, denn ich liebe das Kind in mir – immer noch. Wir sind ja die gleiche Person, oder? Das Kind von damals mit seinen Ängsten, Phantasien und dem gewaltigen Lebenshunger und der alte Steppenwolf von 55 Jahren, der ich jetzt bin.

Werde ich jemals auslernen? Wenn ich mir die Welt betrachte – mit allen Kriegen, Wirren, Hass und Terror, den endlosen politischen Diskussionen und wissenschaftlichen Debatten, psychischen Krankheiten und religiösen Verirrungen – beschleicht mich das Gefühl, daß ich vielleicht nur Einer von Milliarden bin, der am lernen ist wie man lebt. Das ich womöglich nur Einer von vielen bin, die noch auf dem Weg sind Mensch zu werden.

Wer von sich meint schon dort angekommen zu sein ist in der Regel wohl nur ein Blinder oder Heuchler.