Der Dienst

So viele freikirchliche Christen sprechen vom sogenannten „Dienst“ in der Gemeinde. Herumreisende Prediger haben einen „Dienst“, der Prophetie, Heilung oder die Verkündigung des Evangeliums beinhaltet.
Es gibt große und kleine Dienste, aber zumeist hat der „Dienst“ damit zu tun, daß der Diener auf einer großen oder kleinen Bühne oder Kanzel über der Versammlung residiert, um von oben herab seine Weisheiten kundzutun oder dem Fußvolk seine Begabungen vorzuführen. Und sehr häufig verlangen die „Diener“ eine Menge Geld für ihre Dienstleistungen. Manche kommen erst gar nicht, wenn nicht eine bestimmte Summe der Bezahlung garantiert wird.
Warum erinnern mich diese sogenannten Dienste nur so häufig an das genaue Gegenteil des Begriffes vom Dienen? Oft scheint mir der Dienst mehr wie ein Machtinstrument um an die Wolle der Schafe zu kommen und diese auszunutzen. Es geht um Status und Ehre, es geht darum jemand in der Gemeinde zu sein und Anerkennung zu erheischen. Kurz gesagt um das genaue Gegenteil von dienen.
Das Beispiel und Vorbild des Dienens von Jesus ist ein Anderes:

Joh 13,3 …obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben habe und daß er von Gott ausgegangen sei und zu Gott hingehe,steht er vom Mahle auf, legt seine Kleider ab, nimmt einen Schurz und umgürtet sich;darauf goß er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.

Jesus begegnete den Jüngern nicht nur auf Augenhöhe – er erniedrigte sich unter sie und machte sich selbst zu nichts obwohl er der König und Herrscher des Himmels war und ist.
Das was wir gemeinhin als Dienst bezeichnen ist leider allzuoft nichts als ein Etikettenschwindel!

12 Antworten

  1. >Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein;sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. -Phil. 6——-…um an die Wolle der Schafe ranzukommen.. gggJa, genau.Diese ganzen Dienste und Ministries gehen mir zeitweilig auch ziemlich auf den Senkel.Es ist eigentlich eine normale weltliche Form.Geh hin, mach Bibelschule, verkauf Dich gut, mach Deine Hausaufgaben und Du bekommst einen Dienst.Vergiss aber nicht beim Kloputzen anzufangen, denn jeder der groß raus will, muss klein anfangen (kein Scherz, so ähnlich habe ich es neulich in einer Predigt gehört)..haijaijai..Ist auch sehr auffällig, wie die eingeladenen Dienste den Pastoren immer den Rücken stärken, so, damit die Schafe auch weiterhin funktionieren und in der Hürde bleiben. Was es nicht alles für Dienste gibt..Wer etwas auf sich hält, und salonfähig sein will, der baut einen Dienst auf.Fresh-Slave-MinistryWe-are-the-truth-ministryDein-Geld-in-unsere-Taschen-Dienstetc.Dabei ist es egal wie man den Dienst nennt – die Hauptsache ist, dass "Dienst", oder "Ministry" im Namen vorkommt..

  2. >Ab und zu trifft das Wort "Imperium" besser zu als das Wort "Ministry".🙂

  3. >Jesus erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Siehe Phil. 6Seid gesegnet!

  4. >Genau das hat mich auch schon öfter beschäftigt: der "Dienst" der großen geistlichen Popstars! Dabei sieht man die kleinen Gemeindeglieder nicht, die nach ihrem 8Std.-Tag auf der Arbeit die Toiletten der Gemeinderäume putzen und den Gottesdienstraum säuern. Egal wer das macht! denn der Herr sieht ja ins Verborgene…für den "großen Dienst" von Bruder Sowieso am nächsten Sonntag…….

  5. >machen wir auch "Unseren Dienst" danke Ralf endlich weiß ich die "geschäftsidee" so Leute ich bitte euch um spenden bitte, danke danke. da kann ich endlich mein traum in erfüllung gehn iepiii auf nach Malorca.

  6. >Wer Ohren hat zu hören der höre!Mehr ist dazu nicht zu sagen. Pini

  7. ><< Ab und zu trifft das Wort "Imperium" besser zu als das Wort "Ministry". :-)jau..🙂

  8. >Was m ich wundert ist, dass das tatsächlich immer noch so funktioniert und ich auch prinzipiell keine andere Struktur kenne. Überall erlebe ich mehr oder weniger strukturierte Frontalgottesdienste. Kerstin Hack hat einmal einen wunderbaren Artikel geschrieben, den Link hänge ich unten dran. Warum gibt es so etwas nirgends? Ich wäre jedenfalls sofort dabeihttp://lesbar.down-to-earth.de/glauben-spiritualitaet/kerstin-hack-mein-kleiner-frommer-schaden-ich-bin-nicht-gottesdienst-%E2%80%93-tauglich/2006-09-14/

  9. >Du hast das in Worte gekleidet, was ich auch oft empfunden habe. Steckt da ein Luther in dir, DonRalfo. Du schaust dem Volk ja aufs Maul und in die Seele

  10. >@Günni: Jawohl, ich habe sehr wohl etwas Lutherisches in meiner Seele!Allerdings ohne Juden feindlichkeit. Im Gegenteil🙂

  11. >Ich glaube, dass dieser Hang zur Selbstinszenierung (ob man es dann nun Dienst oder Gabe oder Salbung nennt) nichts damit zu tun hat, dass jemand freikirchlicher Christ ist. Ich denke vielmehr, dass ich das überall antreffe. Viele Leute hören sich selbst gern reden, lassen sich selbst gern feiern, fühlen sich besser, schlauer, schöner, intelligenter oder auch begabter als alle anderen und schlagen damit auch gern jeden Vorteil heraus, den sie bekommen können. Ich finde es schade, dass es so etwas scheinbar immer noch so häufig in Gemeinden gibt. Ich kenne das in meiner Gemeinde gar nicht mehr. Ich denke, dass selbst Christen lernfähig sind und es auch viele gibt die das differenzierter betrachten.

  12. >@Ben: Na klar gibt es diesen Hang zur Selbstinszenierung fast überall, nur nennt man es nicht überall "Dienst".🙂

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