Kein Bild von Gott

2Mo 20,3ff   Du sollst keine andern Götter neben mir haben!

Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, das unten auf Erden, noch dessen, das in den Wassern, unterhalb der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht; denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen…

In den vergangenen Jahrzehnten war viel von unserem „Gottesbild“ die Rede. Es wurde von Vielen behauptet, daß unser „Vaterbild“ auch unser Bild von Gott beeinflussen oder prägen würde. So gab es denn Seelsorge um ein falsches Vaterbild zu korrigieren. Es wurde betont, wie wichtig es sei, mit dem leiblichen Vater im Reinen und versöhnt zu sein um ein gutes Verhältnis auch mit unserem himmlischen Vater zu haben.

Ein sehr psychologischer Ansatz – wenn ihr mich fragt.

Ich habe ja nun überhaupt nichts gegen Psychologie einzuwenden – sie kann nützlich und sehr hilfreich sein.

Aber ist es ratsam biblische Wahrheiten mit menschlicher Psychologie zu vermischen?

Ich hatte manchmal den Eindruck, daß Predigten und Bibellehre mit Versatzstücken der Psychologie zu einer Art medizinischem Brei verrührt wurde um die Seelen der Zuhörer zu streicheln und die seelischen Wunden bei uns zu heilen. Besonders gut gelungen ist das mit dem Satz: Du must Dich erst selber lieben, um Deinen Nächsten lieben zu können. Dieser Satz entstammt jedoch nicht der Bibel sondern wurde 1956 von dem Sozialpsychologen Erich Fromm in seinem Buch „Die Kunst des Liebens“ als These postuliert. Erich Fromm war ein jüdischer Agnostiker.

Und in dieser und ähnlicher Weise haben viele „Psychologismen“ in die christliche Lehre Einzug gehalten. Die Seele des neuzeitlichen Menschen in einer technisierten Welt ist zerrissen. Wir haben uns nicht nur von Gott, sondern auch von der Natur und voneinander entfremdet und suchen die verloren gegangene Harmonie mit uns selbst und den Anderen.

Und weil das „nackte“ Wort Gottes offenbar nicht ausreicht um den Hunger unserer Seele zu stillen, greifen wir auf die Weisheiten der Psychologie zurück. Verdrehen wir dabei möglicherweise nicht den Sinn und die Bedeutung biblischer Wahrheiten und Weisheiten?

Nirgendwo in der Bibel wird uns von einem der Autoren geraten unser „Gottesbild“ zu überprüfen damit es der verletzten Seele besser gehen möge. In der Tat, die Bibel sagt daß wir uns überhaupt kein Bild von Gott machen sollen!

Und das aus gutem Grund: Es ist unmöglich den ewigen Gott in irgendeine Schublade zu packen! Es ist unmöglich ein korrektes Bild von seinem Wesen und Charakter in einem menschlichen Verstand und in menschliche Emotionen zu beherbergen. Gott sprengt alle Schubladen unserer Vorstellungskraft! Er ist einfach völlig anders als jede menschliche Kategorie.

Und deshalb befiehlt er uns wir sollen uns keinerlei Bildnis oder Gleichnis von ihm machen und diese auch nicht anzubeten.

Es ist zur Zeit sehr populär uns unseren Gott als lieben „Vati“ vorzustellen, der uns umsorgt und alle unsere Wünsche erfüllt. Natürlich hat Jesus ihn so genannt „Abba, lieber Vater“.

Aber wird heutzutage nicht gerade dazu aufgerufen dieses „Gottesbild“ vom lieben Vati anzubeten?

Beten wir ein GottesBILD an oder den lebendigen Gott?

Gott läßt sich mit dem Begriff Vati nur sehr unzureichend beschreiben. Wo bleibt der gerechte Richter, der kommen wird alle Ungerechtigkeiten der Welt zu rächen? (Mein ist die Rache…)

Wo bleibt der „Schrecken (phobos) des Herrn“, der ein verzehrendes Feuer ist? (Hebr.12,25ff)

Gott ist mehr als ein Vater. Gott ist mehr als ein gerechter Richter. Gott ist mehr als ein Versorger oder Wundertäter. Gott ist mehr als ein Liebhaber oder Ratgeber.

Alle diese Aussagen sind nur schwache Umschreibungen seiner faszinierenden und unbeschreiblichen Person.

Du sollst Dir kein Bildnis machen heißt es im ersten Gebot!

Ich bin der ich bin -lautet sein Name. Oder: Ich werde (für Dich) sein der ich sein werde.

Ab in die Tonne mit allen unseren psychologisch hilfreichen „Gottesbildern“!

2 Antworten

  1. Du hast Wishbone Ash live gesehen? Welch ein glücklicher Mensch Du bist! „The King will come“ war auch schon in meiner Jugend (wieviele Jahrhunderte ist das jetzt her?) mein Lieblingssong. Und ich als Drummer fand Steve Upton an der Schießbude immer schon geil.
    Wishbone Ash- live fehlen mir noch in meiner „Sammlung“!

  2. Jau, war wirklich sehr sehr schön! Ich liebe diesen melodischen Gitarrenrock mit den zweistimmigen Soli.
    Leider ist Steve Upton nicht mehr dabei. Aber sie haben schon einen sehr guten jungen Drummer am Start.
    Dieses Jahr kommen sie nur noch einmal nach Deutschland nach Nürnberg: http://www.pyraser-festival.de/
    Sie kommen aber im Januar jedes Jahr nach Hannover und auch Hamburg. http://wishboneash.com/tourdates/
    Und die Konkurrenzband Martin Turners Wishbone ash kommt dies Jahr nach Ulm.
    http://www.wishboneash.co.uk/livedates/1.aspx
    Gruß
    Ralf

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