Der Auftrag zu heilen

Mt 10,8 Heilet Kranke, weckt Tote auf, reiniget Aussätzige, treibet Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet es!

Lk 10,8 Und in welche Stadt irgend ihr eintretet, und sie nehmen euch auf, da esset, was euch vorgesetzt wird, und heilet die Kranken in ihr und sprechet zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.

Wann immer Jesus seine Jünger losgeschickt hat um sein Kommen anzukündigen, gab er ihnen den Auftrag in seinem Namen die Menschen auch zu heilen, denen sie vom Reich Gottes erzählten.
Im sogenannten Missionsbefehl steht dieser Auftrag mehr im Passiv: Mk 16,18 Schwachen (Kranken) werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.

Aber das Verkünden der guten Nachricht der Rettung durch Jesus sollte immer mit der Heilung und Befreiung aus Gebundenheiten einhergehen. Darin sind sich die meisten Christen wohl einig.
Wir als Christen, die an die Wirksamkeit der Gaben des heiligen Geistes glauben sind uns sicher auch darin einig, daß diese Heilungen auf übernatürliche Weise geschehen sollten – durch die Kraft des Wortes Gottes und des heiligen Geistes.
Und so machten wir uns auf die Suche nach der Vollmacht diese Taten auch zu tun und unseren Heilungsauftrag auszufüllen – mit mehr oder weniger Erfolg.
Viele zerbrachen und zerbrechen sich noch heute den Kopf darüber warum es mit der übernatürlichen Heilung meistens nicht so recht klappen will. Es gibt gute Bücher zum Thema und wohl tausende Predigtcassetten oder CDs.

Trotzdem erlebte ich in meinem Umfeld nie wirklich krasse übernatürliche Spontanheilungen.
Meistens waren es eher langsame Heilungsprozesse. In unseren Kreisen stellte ich allerdings auch bald fest, daß wir zumeist wirklich „nur“ für die Leute beteten, die Hände auflegten und ihnen die Heilung im Namen des Herrn zusprachen. Wenn es nicht funktionierte waren wir manchmal enttäuscht oder wir blieben auch hartnäckig „dran“ (Mit Fasten und verschärftem Gebet) Der Fokus war aber immer auf dem übernatürlichen Ereignis, daß wir herbeisehnten, hofften und glaubten. Die Zuwendung zu den Belasteten, Kranken oder Dämonisierten bestand hauptsächlich aus Gebet und Händeauflegen im Gottesdienst oder Hauskreis.

Wenn nun aber Gott (aus welchem Grund auch immer) nicht übernatürlich bei den Kranken eingreift, wenn durch unsere Hände nicht die gleiche Vollmacht sichtbar wird wie bei Jesus und den Aposteln – entbindet das uns etwa von dem Auftrag zu heilen?
Neulich las ich bei Bento oder Storch, daß wir nicht für die Kranken zu Gott beten sollen – sondern wir sollen sie heilen! Amen dazu! Es ist unsere Aufgabe. (Ist mir jetzt wurscht, daß auch Wort und Geist das lehrt) Und selbstverständlich glaube ich auch weiterhin, daß Gott manchmal übernatürlich eingreift. Ich habe es selbst erlebt!
Aber Gott hat doch auch eine völlig natürliche Heilung in seine Geschöpfe eingebaut. Das sehen wir z.B. an unserem Immunsystem und der Wundheilung. Er meint es gut mit allen Menschen und es verstößt bestimmt nicht gegen seinen Willen, wenn wir Leute eben auf natürlichem Wege heilen.
Das kann auf ganz einfache Weise geschehen: Durch Nächstenliebe und praktische Hilfe. Wir können Leute zum Arzt oder Krankenhaus bringen, Medikamente kaufen, Behördengänge für sie erledigen und sie im Gespräch ermutigen. Zuhören ist ein großartiges Heilmittel bei psychischer Krankheit. Für Behinderte Menschen können wir Arme und Beine sein.
Ich finde es durchaus lieblos, wenn sich Gemeinden und charismatische Prediger nur aufs Händeauflegen beschränken, aber ansonsten keine Zeit für ihre kranken Mitglieder haben.

Jeder Christ hat den Auftrag zu heilen und ein Zeuge der Liebe und Wahrheit Gottes zu sein. 

Das Übernatürliche muß Gott erledigen. Wir sind für das Natürliche zuständig. Oder sind wir etwa Magier und Zauberer? Haben Wir etwa übernatürliche Kräfte? Nee!

16 Antworten

  1. Hallo Ralfo,das ewige Thema… ;-)nein, wir haben KEINE magischen Kräfte – wir haben den Geist Gottes BLEIBEND in uns, wir wissen, dass uns ALLE Dinge zum Guten dienen, wir beten OHNE unterlass, wir reden NICHT aus Menschenweisheit, sondern Gottes Wort, wir handeln NICHT aus eigenem Willen, sondern aus Gottes Kraft, sind VOLLER Hoffnung, haben Glauben OHNE jeden Zweifel und haben die überschwengliche Freude in Christus ALLEZEIT in uns!So ist es doch – oder?zumindest steht das so in der Bibel -genauso wie da steht: geht und heilt und treibt die Geister der Gebundenen und Kranken aus…könnte es villt. möglich sein, dass das Eine mit dem Anderen irgendwie zusammen hängt? Dass der Geist Gottes ZUERST IN uns Sein Werk tun muss, BEVOR Er es DURCH uns tun kann?LG+Segenps – der Satz ist von Storch, ich würde sowas doch nie behaupten… ;-D

  2. Die übernatürlichen Heilungen werden wir bestimmt sehen und erleben, wenn wir das Herz und das Reich Gottes verstanden haben…Es stimmt Ralle, soviele sind auf die äußeren Zeichen fixiert, darauf fixiert, Menschen gesund zu machen, ohne Ihn zu fragen, was Er, und wie Er es möchte und ohne Jesus in Seinem Wesen und Herzen wirklich verstanden zu haben.Es kommt mir oft so vor, als würden viele versuchen, die Apostelgeschichte zu imitieren, ohne die Bereitschaft zu haben im Geiste Jesu zu gehen und zu leben.Es mangelt auch an Ehrfurcht vor dem der die Schlüssel zum Tod hat!Und ja.. wie viel mehr bringt es, verbindlich für Notleidende da zu sein und ihnen aufzuhelfen, als sich nach einem übernatürlichen Eingreifen Gottes selbst noch auf die Schulter zu klopfen und sich zuzusprechen: Gut gemacht, treuer Knecht…!

  3. Bento schrieb:…Dass der Geist Gottes ZUERST IN uns Sein Werk tun muss, BEVOR Er es DURCH uns tun kann?…Dieser Logik bin ich auch viele Jahre gefolgt, habe aber Zweifel daran. ;-)Die Jünger und Apostel waren auch erst 3 Jahre mit Jesus zusammen gewesen und hatten viele unheilige Tendenzen. Aber mit der Ausgießung des Heiligen Geistes fingen sofort die Zeichen und Wunder an. Da war noch nicht viel "durchgeheiligt"

  4. ..also wenn du darauf hinaus willst, dass niemand 100pro ist und Gott nicht wirksam werden könnte, wenn er nur Vollkommene benutzen wollte, dann kann ich da nat. mitgehen.aber Er wird uns nicht die Bierflasche und die Chipstüte aus der Hand reissen und die Glotze auf übernatürliche Weise ausschalten, um dann durch uns die Dämonen in der Welt zu bekämpfen ;-)…und von einer Reduzierung auf das "menschenmögliche" halte ich offen gestanden auch nicht so sehr viel (ohne damit zu sagen, dass man es NICHT tun sollte!). Edel, hilfreich und gut können andere auch, das zeichnet Christen nicht besonders aus, sondern die Tatsache, dass wir den Satan unter unsere Füssse bekommen und er uns nicht auf der Nase rumtanzen darf.Wenn er es doch darf, lacht er sich kaputt, wenn wir "im Namen Jesu" große Dinge im Umfeld bewegen wollen…Segen

  5. @Bento: Wenn wir Satan unter unseren Füßen haben, sollten wir aber edel hilfreich und gut sein – ansonsten haben wir ihn vielleicht gar nicht dort :-)Ich kannte übrigens früher auch viele Christen ohne Chipstüte, Bier und Glotze, die aber trotzdem keine Vollmacht hatten ;-)Und ich habe viele Christen erlebt, die dem Übernatürlichen nachjagten, aber ansonsten relativ lieblos waren und auch keine (oder sehr wenig) Vollmacht hatten. Mein Punkt mit diesem Artikel war eigentlich, daß es wichtiger ist, der praktischen Liebe nachzustreben, als dem Übernatürlichen hinterherzulaufen.

  6. >> Die Jünger und Apostel waren auch erst 3 Jahre mit Jesus zusammen gewesen und hatten viele unheilige Tendenzen. Aber mit der Ausgießung des Heiligen Geistes fingen sofort die Zeichen und Wunder an. Da war noch nicht viel "durchgeheiligt"Ja, die Jünger sind "lediglich" dem leibhaftig Auferstandenen begegnet.Darum scheint es mir, dass es eigentlich nicht mehr braucht, als diese eine Begegnung.

  7. ..na dann schein ich deinen Punkt wohl verpasst zu haben – und ja, ich kannte auch mal einen, der hat dies und das gemacht…;-)mein Punkt ist, dass du sagst, wir sollten uns auf das Natürliche – also das Menschen mögliche – konzentrieren, dass seh ich wirklich anders und ich hoffe, du wirst es mir nicht als Lieblosigkeit anrechnen, wenn ich dir darin widerspreche… ;-)du schreibst zweimal "dem Übernatürlichen nachjagen" – ich verstehe sehr wohl, was du meinst und finde diese Erwartungshaltung auch abstossend, wenn sie nicht mit der inneren Wandlung zu den göttlichen Wesenszügen übereinstimmt (s.o.) – es gibt natürlich noch andere sehr wirkungsvolle Blockaden, jenseits der Chipstüte und die haben mit Stolz, Unvergebenheit, usw. zu tun…(Einigkeit unter Geschwistern ist z.B. die stärkste Power, die Satan unbedingt verhindern möchte!..)aber wie möchtest du denn je dem Auftrag Dämonen auszutreiben gerecht werden, indem du dich auf die praktische Liebe konzentrierst und den Leuten einen Tee kochst oder sie zum Arzt fährst??

  8. Dem Auftrag Dämonen auszutreiben kann kein Mensch gerecht werden…Wir können Gott nie und in keinster Weise gerecht werden. Das ist Religion, was Du da geäußert hast.Ich jedenfalls mache mir nicht vor, Gott in irgendeiner Weise gerecht werden zu können… Das ist konträr zu dem Blut, das am Kreuz geflossen ist.

  9. Hallo Stella,meinst du mich?und ich dachte immer es wäre religiös, wenn man sagt: du liegst völlig falsch und wiedersprichst Gott – aber ich (bin Gott sei Dank nicht wie du und) liege richtig…na, aber ich habe da wohl auch ein Wort gewählt, dass man durchaus missverstehen kann – also korrigiere ich das und sage:Wie möchtest du denn den Dämonen entgegentreten, indem du…villt. gelingt es so besser, das wir uns inhaltlich austauschen.

  10. Religion hat viele Gesichter.Religion zeigt sich, wenn man über Dinge redet wie sie und dass sie zu geschehen haben und dabei auf der Ebene steht, dass es am Menschen läge.Religion zeigt sich, wenn man außerhalb des Rebstocks rumdiskutiert, was, wie zu geschehen habe.

  11. …wer diskutiert denn außerhalb des Weinstocks rum?Falls du mich damit meinst, würdest du damit den Vorwurf bekräftigen, dass ich mit meinen Äusserungen außerhalb der Grundlage des Blutes Jesu stehe.Hey Stella, was ist los mit dir? ich habe hier doch keine Dogmen aufgestellt (es muss so und so laufen), sondern meine Meinung geäussert, Fragen gestellt und Denkanstöße gegeben.Es liegt nichts am Menschen?Was bedeutet denn dann z.B. die Ansage:"Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes..?"..um nur mal ein einziges Beispiel von vielen zu nennen – und die Frage nach dem wie ist weiter unbeantwortet im Raum.

  12. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß der Wurm drin ist in dieser Diskussion. Und das wir möglicherweise irgendwie aneinander vorbei diskutieren. 😦

  13. Hallo ihrJan Eriksen (falls den jemand kennt) hat mal gesagt "Religion wants to kill Jesus"Religion versucht, alles in die menschliche Hand zu nehmen und Jesus damit überflüssig zu machen. Ich glaube auch nicht, dass wir Gott gerecht werden können. Ich denke aber auch nicht, dass es ein Widerspruch ist, Tee zu kochen und Leute zum Arzt zu fahren und trotzdem Dämonen auszutreiben. Im Gegenteil, ohne Liebe ist alles nichts…

  14. Hallo Don,ja, ich stimme deiner Diagnose zu, dass der Wurm sich eingeschlichen hat – und nu?was tun wir nun mit ihm?überlassen wir ihm die Frucht und gehen wieder jeder in das Seine?

  15. @Bento: Nur in der Hölle lebt der Wurm ewig :-)Aber hier stirbt er irgendwann. Lassen wir uns nicht wurmen, wenn wir mal nicht einig sind!

  16. Wow, Ralle, dass war aber echt ein klasse Schlusswort. Und das mit dem Wurm ist sogar biblisch begründet.:)Lieben Gruß von VeraUps – jetzt isses ja gar kein Schlusswort mehr 🙂 🙂

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