Die Äpfel-Frage

Kann man von einem Baum, an dem 10 Äpfel hängen , 70 Äpfel pflücken?

Jeder, der  sich für Sanktionen gegen Arbeitslose ausspricht, muss diese Frage auch mit einem entschiedenen JA! beantworten. Denn: Auf jede freie Stelle kommen 7 Arbeitslose. Und da kann man auf die Arbeitslosen einprügeln, wie man will, es bleiben immer 6 von 7 weiterhin arbeitslos. Da können sich die Arbeitslosen noch so sehr anstrengen und noch so sehr mit Sanktionen „motiviert“ werden . Da es nicht genügend Arbeitsplätze gibt, bleiben immer 6 von 7 auf der Strecke!

Jemand, der glaubt, von einem Baum 70 Äpfel pflücken zu können, an dem aber nur 10 Äpfel hängen, sollte seine Rechenkünste verbessern, bevor er sich über die (Un)Finanzierbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens Gedanken macht. Dieser Seitenhieb ist an alle gerichtet, die Sanktonen befürworten und ein BGE für nicht finanzierbar halten.

Zurück zum Thema: Wenn also immer 6 von 7 auf der Strecke bleiben, egal, mit welchen Sanktionen gearbeitet wird, dann gibt es nur 3 Möglichkeiten:

a) ein Systemwechsel, damit die Anzahl der Arbeitsplätze wieder steigt, da sich beim jetzigen System die Zahl der Arbeitsplätze durch Globalisierungsdruck, Zwang zur Produktivitätserhöhung (Menschen durch Maschinen ersetzen) & Co. ja ständig verringert.

b) bedingungsloses Grundeinkommen

c) solange auf die Arbeitslosen einprügeln, bis 6 von 7 zu Tode geprügelt worden sind.

Und jetzt sollte sich jeder mal fragen,

– warum die Selbstmordrate unter Arbeitslosen sehr viel höher ist als beim Rest der Bevölkerung und daran die Saktionen nach § 31 SGB II einen gehörigen Anteil haben (neben den Hartz-IV-Hetzkampagnen durch die Medien)

– warum viel mehr Arbeitslose durch Hartz-IV obdachlos werden als durch die alte Sozialhilfe

– warum Lebensmittel für 12 Milliarden Menschen produziert werden und dennoch jeden Tag (!) 25 000 Menschen, darunter 12 000 Kinder eines qualvollen Hungertodes sterben.

Das lässt nur den einen Schluss zu:

Kommunismus war Massenmord. Raubtier-Kapitalismus ist Massenmord

Die Abschaffung der Sanktionen ist ein Schritt unter vielen, um dem Raubtier-Kapitalismus die Zähne zu ziehen. Man kann natürlich auch der Meinung sein, was kümmert es mich, wenn Millionen von Menschen qualvoll verhungern, solange mein Teller voll ist und mit vollem Magen und unter Realitätsverlust leidend fordern, wer etwas essen will, der soll arbeiten gehen…

Quelle Klick
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Liebe Freunde –

folgende Petition ist eben in der Petitionshotline des Bundestages freigeschaltet worden:

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Petition: Arbeitslosengeld II – Abschaffung der Sanktionen nach § 31 SGB II

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, sofort die Sanktionen nach § 31 SGB II abzuschaffen.

Begründung: § 31 SGB II verletzt die Menschenwürde und die Freiheit zur Entfaltung der Persönlichkeit und wandelt die gebotenen Hilfestellungen des Staates zu Zwangsmaßnahmen um. Abzüge vom absoluten Lebensminimum können nur durch Hungern kompensiert werden. Die Sanktionierung mit Hunger oder mit gesellschaftlicher Ausgrenzung steht auf derselben Stufe wie die Sanktionierung durch unmittelbare staatliche Gewalt.
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Ihr findet die Petition unter:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=6785

Bitte unterschreibt diese Petition und leitet den Link an Freunde und Bekannte weiter.

Wenn innerhalb der nächsten 3 Wochen mehr als 50.000 Unterschriften zusammen kommen, muss die Petition öffentlich im Bundestag verhandelt werden!

Eine vorzügliche Zusammenstellung von Fakten zur Sanktionspraxis in Deutschland und der Gründe, die gegen die Sanktionen sprechen, findet ihr auf:

http://www.sanktionsmoratorium.de/

Mit herzlichem Gruß

Ralph Boes

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6 Kommentare zu „Die Äpfel-Frage“

  1. Institut für Arbeit und Leben schreibt:

    Selbstmord im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit ist wohl eine dramatische und damit auch
    extremste Form von Reaktion, sowohl für den Arbeitslosen selbst als auch für die
    Gesellschaft. Eine Studie aus dem Vereinten Königreich findet eine starke Korrelation
    zwischen Selbstmord und Arbeitslosigkeit. (Lewis & Sloggett 1998: 317(7168): 1283-6)
    Ebenso findet Platt (Platt 1984), einer der bedeutendsten Autoren in diesem Bereich, bei
    einer Patientengruppe im Krankenhaus von Edinburgh einen starken Zusammenhang
    zwischen Arbeitslosigkeit und Selbstmordversuchen. Er fügt hinzu, dass
    Hoffnungslosigkeit die entscheidende psychosoziale Variable darstellt, die den
    Zusammenhang von selbst zerstörerischem Verhalten und Arbeitslosigkeit erklärt. Im
    Allgemeinen wird angegeben, dass Arbeitslosigkeit ein Schlüsselfaktor in suizidgefährdeten
    Situationen darstellt, gleichzeitig aber ein Selbstmordversuch immer ein Phänomen mit vielen
    Einflussfaktoren darstellt, insbesondere das soziale Umfeld spielt eine große Rolle.

    Siehe auch: http://pressetext.de/news/090908021/krise-treibt-immer-mehr-arbeitslose-in-selbstmord/

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  2. Naja, das Streben nach höherer Produktivität ist doch ein wichtiger Motor für Fortschritt und wachsenden Wohlstand. Wer könnte sich denn ein Handy oder einen Computer leisten, wenn die per Handarbeit hergestellt werden würden? Die Maschinen zu verdammen ist doch absurd. Einem Arbeitslosen heute geht es (materiell) vermutlich besser als einem Arbeiter vor 100 Jahren.

    Das Problem an der Sache ist doch, dass die Bedürfnisse und die Belastbarkeit der Menschen und der Umwelt geachtet werden müssen. Es ist überhaupt nicht produktiv, wenn sich Menschen kaputt und krank arbeiten und anschließend nicht mehr arbeiten können. Und es ist auch nicht produktiv, wenn die Umwelt zerstört wird und dadurch riesige Folgekosten für künftige Generationen entstehen.

    Und das zweite Problem ist, dass der Produktivitätsgewinn nicht gerecht verteilt wird. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Das muss anders werden.

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  3. … wird Zeit, daß wir deren Ideen und Sicht übernehmen: http://www.wsws.org/de/ Den Atheismus können wir ja weglassen.

    Der Kapiitalismuss ist genauso zum Untergang verurteilt wie der Stalinismus. Gott wird ihn vielleicht schneller richten als wir alle denken! Werden wir uns dann freuen oder traurig sein?

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