Kommunikation

Als ich vor einigen Wochen wieder mal in Hannover war, fiel mir auf dem Weg in die City in einem Fußgängertunnel diese Graffiti auf. Ich musste spontan lachen, weil es vordergründig sehr witzig ist.

Stell dir vor, Du hast DIE Message für alle! –
Aber keiner kann damit was anfangen.

Hintergründig geben diese beiden Sätze der Graffiti natürlich jede Menge Denkanstöße.
– Ist der Zusatz nur eine dumme Bemerkung? Vielleicht war der Schreiber ja ein kleiner Witzbold. Ein heimlicher Comedyfan, immer auf der Suche seine Witze öffentlich darzustellen.
– Hat der Schreiber die Botschaft gar nicht verstanden? Weil er gar nicht weiß wer Jesus ist? Schließlich wird die Unwissenheit ja immer größer.
– Ist der Schreiber ein offensiver Gottesleugner? Die Freigeister werden ja auch zunehmend aktiver! In England und Spanien gibt es schon Werbung auf öffentlichen Bussen mit der Botschaft: „Wahrscheinlich gibt es keinen Gott – Entspann Dich!“
– Ist der Erstschreiber so mit der Wiederkunft Jesu beschäftigt, dass für ihn die Antwort total irrelevant ist?
– Ist der Antwortende so mit Jobsuche beschäftigt, dass er gar nicht auf die Botschaft eingehen kann?

Ich muss dabei an Unterrichtsstunden zum Thema „Kommunikation“ denken. Nach Friedemann Schulz von Thun gibt es ein interessantes Modell, bei dem jede Botschaft, die ich von mir gebe immer vier Aspekte beinhaltet. Die Sachebene, auf der ich etwas mitteile. Die Selbstkundgabe, bei der ich etwas von mir persönlich offenbare. Eine Beziehungsebene, auf der ich dem anderen ( bewusst oder unbewusst) mitteile, was ich von ihm halte. Und als viertes die Appellebene, wo ich (ebenfalls bewusst oder unbewusst) mitteile, was ich erreichen möchte. Und diese Ebenen sind bei jeder Botschaft oder bei jedem Botschafter unterschiedlich ausgeprägt.
Das können wir natürlich auf unsere beiden Graffitisten anwenden. Wir können es aber auch als Anstoß nehmen über unsere Botschaften nachzudenken. Bleiben wir bei unseren Botschaften auf der Appellebene hängen und scheren uns einen Dreck um die Beziehungsebene? Bleiben wir als „Schriftgelehrte“ so auf der Sachebene hängen, dass wir unsere Selbstoffenbarung vernachlässigen und unser Gegenüber zu Tode langweilen? Drückt unsere Selbstoffenbarung aus, dass unser Gegenüber auf der Beziehungsebene ziemlich allein dasteht?
Mir gab es einen neuen Impuls über meine Botschaften nachzudenken. Wie ergeht es Euch?
Euer det4jc

7 Antworten

  1. Keine Ahnung, was ich mit meinen Botschaften so alles rüberbringe. Die Echos sind so unterschiedlich! Von absoluter Zustimmung bis zu heftigster Ablehnung. Ich habe das Gefühl, oft misverstanden zu werden. Ich bringe sehr viel von mir persönlich rüber und suche ständig die Beziehungsebene. Vielleicht sogar zu viel. Möglicherweise vernachlässige ich eher die „Sachebene“. Jedenfalls hört niemand auf meine „Apelle“. Gefühlsmässig.

  2. @ Donralfo: Siehste! Das ist es genau. Das sagte meine Betrachtung aus. Die Graffiti zeugt ja auch von Missverständnis. Und die Gedanken, die mir kamen, kanalisierten das diffuse Gefühl „Keiner versteht mich“. Jahrelang hat man missioniert und meistens ist man missverstanden worden. Das tröstliche ist zwar, dass Du und ich nicht die einzigen sind, aber das man die weltweite Ineffizienz nur deutlicher. Das Kommunikationsmodell ist natürlich keine Garantie dafür, dass wir jetzt total verstanden werden und alle Heiden sich bekehren oder alle Geschwister uns jetzt endlich lieb haben. Aber wenn man sich Gedanken macht, ist das doch schon mal was. Altes BG-Motto: „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!“

  3. Diese Szene auf dem Foto berührt mich.Es drückt für mich ein "glauben wollen", aber nicht "glauben können" aus.Da ist so eine Verzagtheit drin, dass selbst Jesus nichts gegen die Arbeitslosigkeit tun kann…Tief dahinter ist eigentlich eine Hoffnung und ein Wunsch, dass dieser Jesus echt ist…!Man müsste eine Antwort drunter setzen. Sowas wie: Dieser Jesus sieht Dich und wird Dir helfen..Vielleicht geht der Schreiber immer wieder an dieser Stelle vorbei und schaut vorsichtig hin, ob eine Antwort da ist.Berührt mich sehr…Bruder Ralle.. wie hast Du das Fettgedruckte hinbekommen?Zeig mir doch bitte mal den Befehl… *liebbittet*Deine gefühlsmäßigen Apelle werden gehört… aber darauf einzugehen bedeutet Hingabe….<3

  4. fett

  5. Danke Ralle!

  6. Jesus comes – look busy…GRINS

  7. @Dein Koenig: Jesus comes – Change your way of living!

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