Weihnachten im März – Matthias Sesselmann

Würden Sie diesem finsteren Hippie einen Gebrauchtwagen abkaufen?
Irgendwie sieht der doch gefährlich aus, oder?
Nun gut, das Bild ist ungefähr 30 Jahre alt und mittlerweile sieht er etwas harmloser aus, obwohl die Haarlänge in etwa gleich geblieben ist – nur etwas ergraut.
Gestern habe ich ihn besucht, den Herrn Matthias Sesselmann – und wir hatten einen sehr angeregten Nachmittag und Abend miteinander.
Matthias hat eine sehr bewegte Vergangenheit und ist eine Ikone der Jesus-Bewegung der fühen 1970er Jahre. Er war Roadie bei der bekannten Hannoverschen Rockband „Jane“ und kannte viele Leute aus der Hannoverschen „Muckerszene“ persönlich.
Bevor er Christ wurde, war er politisch sehr engagiert – in der Apo. (Außerparlamentarische Opposition) Er half mit, die berühmte „Rote Punkt Aktion“ in Hannover zu organisieren, besetzte Häuser und blockierte auch mal die Bild-Redaktion in Hannover.
Über diese Zeit hat er auch ein Buch veröffentlicht: „Von der Apo zum Opa“. Er interssiert sich sehr für Hannovers Stadtgeschichte und schrieb auch ein Buch über die „Geschichte des Jesus-Treff“, einer christlichen Teestubenarbeit unter Jugendlichen und Randgruppen in Hannover.
Überhaupt sammelt er alles mögliche historische Material aus der alten Zeit und weiß unendlich viele Anekdoten zu erzählen.
Wir schauten uns zusammen einige Kifferszenen und Kurzfilme aus der alten Muckerzeit (60er+70er) an, in denen ich viele Leute von damals wiedererkannte.
Der Sinn unseres Treffens war aber eigentlich die
Übergabe eines Geschenks an mich:
Neun DVDs aus der legendären Ära der Teestube Jesus-Treff mit Taufen, Gottesdiensten, Hochzeiten, Strasseneinsätzen und Ferien am Ossiacher See. Dazu noch Videomateriel von Semaja und der Fred Field Band, in der viele bekannte Größen aus der ersten Stunde der Jesus-People mitspielten. Leute von Love Song
, Tommy Coomes, John Mehler und andere.
dazu Bilder aus der Jugendarbeit und aus der Reha-WG für Penner, sowie Filme von der Arbeit der „Intermission“ in Indien. (Waisenhäuser und mehr)
In mühevoller Kleinarbeit reparierte Matthias alte Schmalfilme und abgerissene Tonspuren und ließ das ganze für viel Geld digitalisieren.
Und dieser ganze Schatz gehört jetzt MIR zum Veröffentlichen. Das ist wie Weihnachten im März! Ich habe erst begonnen, den ganzen Schatz zu sichten und weiß noch nicht, was man davon der Öffentlichkeit wirklich zumuten kann. So manches wirkt unfreiwillig komisch.
Für die Leute, die damals dabei waren ist es allemal interessant und lohnenswert, all die bekannten Gesichter und die Stimmung der 70er Jahre an sich vorbeiziehen zu lassen.
Gott hat damals stark in unserer Mitte gewirkt und die kaputtesten der Kaputten zu sich gezogen und ihnen ein neues Leben geschenkt. Nicht jeder ist bei diesem neuen Leben mit Jesus geblieben, nicht jeder hat die Kurve gekriegt. Aber der Grundstein zu vielem Guten ist in dieser Zeit gelegt worden und sie hat Auswirkungen, die noch heute weiterwirken.
Die Jesus-Bewegung mit ihrer Musik und den vielen radikal veränderten Leben hat viel im ganzen Land angestossen.

Lies auch den Artikel von Martin Dreyer „Musik und die Jesusfreaks“ Dort ist ein krasser Kurzbericht von Martin über sein erstes Erlebnis mit Gott durch unsere damalige Hausband „Semaja“.

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Eine Antwort

  1. Ich bin gespannt, was Du da so alles preisgeben wirst. »So manches wirkt unfreiwillig komisch.« – wir waren damals unfreiwillig komisch, fanden uns aber völlig in Ordnung. Das ist aus heutiger sich besonders komisch…

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