Wie lange überlebt Obama?

Foto: transplanted mountaineer (Flickr.com)
Meine Frau und ich haben seit einigen Monaten ein mulmiges Gefühl wenn wir an Barrack Obama denken. Wir vermuteten, daß er zum Prädident gewählt werden würde, aber daß sie ihn danach nicht mehr lange am Leben lassen würden.
Präsident ist er bereits geworden. Nun stellt sich für uns die Frage: „Wie lange wird er das Amt überleben?“ Oder diese: „Wird es überhaupt noch zu seiner Vereidigung kommen?“

Du magst denken ich male viel zu schwarz und pessimistisch – hoffentlich hast Du recht!

Wenn man die Wahlstatistiken zur Kenntnis nimmt, stellt man fest, daß die meisten evangelikalen Christen gegen die Wahl von Obama waren und daß es eine tiefe Kluft zwischen den sehr konservativen Christen und der demokratischen Partei und ihrem neuen Präsidenten gibt. George W. Bush dagegen hatte als „wiedergeborener“ Christ und was fast noch wichtiger war – Abtreibungsgegner – die Evangelikalen voll auf seiner Seite. (Unter evangelikal zähle ich auch die Pfingstler und Charismatiker mit deren Spielarten)
Barack Obama geht zwar auch seit 20 Jahren in eine Baptistengemeinde und bekennt sich öffentlich zum Glauben an Jesus und das Evangelium, wird aber von den konservativen Evangelikalen kaum als „Bruder“ in Christus wahrgenommen, weil er für eine liberale Abtreibungspraxis steht. Zudem steht er im Verdacht ein Sozialist und Marxist zu sein, was für Amerikaner fast ein noch schlimmeres Verbrechen darzustellen scheint.
In Deutschland wäre seine Partei wahrscheinlich noch rechts von der CDU anzusiedeln, aber in Amerika zählt Obama zu den „Liberalen“, die von konservativen Christen schon fast als „kommunistisch“ angesehen werden.
Die Uhren ticken in den USA völlig anders als in Europa und Deutschland. Es gibt gravierende Unterschiede in der Mentalität, Politik und in Glaubensfragen.

Für die meisten Christen in Deutschland ist Obama eher ein Hoffnungsträger, bei den Christen in den USA wird er dämonisiert, mit Hitler verglichen und als eine Art „Antichrist“ wahrgenommen.

Der Rassismus mag zurückgedrängt worden sein, ist aber latent immer noch unter der Oberfläche vorhanden und wirksam. Ähnlich wie das braune Gedankengut bei uns in Deutschland.
Der Ku-Klux-Clan ist nur der schmutzige Schaum einer rassistischen Welle, deren tiefe Wurzeln bis in die Mitte der weissen evangelikalen Christen reichen.
Während die Masse der konservativen Christen nach Anstand und Moral ruft und den Schutz des ungeborenen Lebens in radikalster Weise einfordert, schließen sie beim Schutz des geborenen Lebens beide Augen oder schauen weg. Hundertausende getötete Zivilisten im Irakkrieg, die ungerettet zur Hölle fahren sind kein Problem für sie – es sind ja keine Amerikaner. Folter in Guantanamo und Geheimgefängnissen des CIA werden toleriert.
Die Todesstrafe wird meist unterstützt. Waffenbesitz ist wie der heilige Gral, der nicht angetastet werden darf.

Im Zusammenhang mit der Präsidentenwahl haben mich zwei erschreckende Hassmails erreicht, die vor dem dämonischen Einfluss Obamas warnen. Es wird Angst und Panik geschürt und die Christen werden regelrecht gegen Obama aufgewiegelt. Dieses Dämonisieren des Andersgläubigen in religiösen Hetzschriften hat eine lange Tradition und wurde schon im dreißigjährigen Krieg gegen den jeweilig Andersgläubigen eingesetzt. Nach der verbalen Gewalt folgte die offene Waffengewalt. Protestanten wurden von Katholiken gehetzt und ermordet und Baptisten und „Wiedertäufer“ von den Protestanten später in Flüssen und Seen ersäuft!
Und das alles im Namen des „rechten Glaubens“ an unseren Heiland und Erlöser!

Ungesund ist in den USA auch die Vermischung eines geradezu „heiligen“ Patriotismus mit Glaubensinhalten der Bibel. In jeder Kirche und Gemeinde und in jedem Pastorenbüro findet sich eine amerikanische Fahne. Christ sein und Patriot sein sind fast schon Synonyme.
Man ist kein guter Christ, wenn man kein guter Patriot ist. Ich halte dieses Geschwisterpaar für latent hochgefährlich.
Es gibt immer viele psychisch labile und kranke Menschen, die sich rund um die christlichen Gemeinden aufhalten, die anfällig für radikales Gedankengut sind. Waffen sind leicht zugänglich.
Die Pro-Life Bewegung in den USA ist teilweise dermaßen radikalisiert, daß wiedergeborene, evangelikale Christen Abtreibungsärzte samt ihren Fahrern und Begleitern erschossen haben.
Alles für den Herrn Jesus und die gute Sache! Ich las vor Jahren den Brief eines dieser Attentäter, in dem er beschreibt, wie er unter viel Gebet und Fragen nach dem Willen Gottes zu dieser Entscheidung kam – ein Familienvater und braver Christ wie Du und ich! Aus einer ganz normalen christlichen Gemeinde.

Martin Dreyer hatte vor einigen Wochen einen prophetischen Traum
über das bevorstehende Attentat an Barack Obama. Kurz darauf wurden Anschlagspläne einiger Jugendlicher Aufgedeckt, die ein Massaker an Schwarzen anrichten wollten, um danach Obama zu töten. Das Waffenarsenal war schon vorhanden. Meiner Meinung nach war das nur die erste kleine Manifestation eines Geistes des Rassismus und der Gewalt, der sich – unterstützt durch die Hetzpropaganda der weissen christlichen Konservativen – weiter Bahn brechen wird.

Versteh mich bitte nicht falsch. Die evangelikalen konservativen Christen in den USA sind zumeist nette uns sympathische oft vorbildliche Menschen von denen wir auch vieles lernen können. Sie haben nur noch nicht verstanden, wohin ein übertriebener mit weltanschaulichen Idealen vermischter Patriotismus führen kann. Sie hatten noch keinen Hitler wie wir und sind auf diesem Gebiet einfach nicht sensibel genug!
Ich persönlich habe weder ein prophetisches Wort vom Herrn noch einen Traum wie Martin Dreyer vorzuweisen. Nur ein mulmiges Gefühl und einen wachen Geist und einiges Hintergrundwissen zu diesem Thema. Allerdings bin ich ein prophetisch begabter Mensch und wurde über viele Jahre von Gott in diesem Bereich ausgebildet.
Das bedeutet natürlich nicht, daß ich mich nicht irren könnte! ich bin weit davon entfernt, mich für unfehlbar zu halten und hoffe sehr, daß meine Wahrnehmung der Dinge zu überspitzt ist.
Aber ich habe kein gutes Gefühl bei dieser Präsidentschaft.

Wir sollten für Obama und die USA beten.

Gott liebt dieses Land und alle seine Einwohner sehr. Wir sind den Amerikanern auf vielen Gebieten zur Dankbarkeit verpflichtet. Besonders auch den amerikanischen Christen, die viel geistliches Leben und Bewegung nach Deutschland gebracht haben. Aber geistliche Unterscheidung ist bei vielen Dingen wichtig, die über’n großen Teich nach Deutschland kommen. Die Zeit der ungeprüften, naiven Annahme von Glaubensinhalten sollte vorbei sein.
God bless America!

14 Antworten

  1. Ob Obama oder McCain ist mir eigentlich egal die Pläne Gottes gehen weiter. Gott ist nicht abhängig von irgendwelcher Partei. ER ist souverän! Was Obama betrifft, meine Meinung nach hat ja schön geredet aber ob das was bringt? Das Problem ist mir bekannt.(Rassismus)

  2. Amerika hat viel gutes getan das stimmt. Wir sollen dankbar sein! Aber manches so „christliche in USA“ kommt mir auch verdächtig vor.

  3. @Robert: Ja, schön reden kann der Obama. Und ich glaube auch, daß er von seinen Worten selbst überzeugt ist und nicht lügt. Wieviel Kraft er haben wird seine Visionen umzusetzen ist eine zweite Sache. Er ist nicht der Messias, sondern ein ganz normaler Mensch! ER wird Fehler machen und vielleicht viele Menschen enttäuschen. Ein Einzelner kann nur sehr schwer den Lauf der Geschichte ändern. Falls meine Befürchtungen falsch sind und Obama 4 Jahre regiert, kann er sicher einige Dinge zum Besseren wenden oder auf einen besseren Weg bringen. Aber das Heil für die Welt hat schon ein Anderer vor ihm gebracht und bis der wiederkommt, wird es keinen wahren Frieden auf Erden geben…

  4. Hallo lieber Don Ralfo – sehr ernst und politisch deine letzten Beiträge, hast du das Ende des Labyrinths erreicht und heraus tritt ein neuer R. F. ? Den Traum fand ich übrigens sehr interessant – am Ende ist es ein Prophet? ric

  5. Das mulmige Gefühl teilen vermutlich viele, denn es gibt einfach zu viele Waffen in den Händen von zu vielen Verrückten in den USA.Ich hoffe, dass die Bodyguards und Geheimdienste ihre Aufgabe gut erledigen, aber den totalen Schutz gibt es nicht. Da muss schon göttliche Bewahrung wirksam werden.Manchen »christlichen« Hetz- und Hasspredigern sollte man dringend – excuse my French – das Maul stopfen.

  6. ja, die Parallelen zu Kennedy und Co sind schon da… mich beschleicht beim lesen hier allerdings auch ein mulmiges Gefühl – klar, radikalisierte Christen sind mind. genauso eine Seuche, wie Islamisten oder wer auch immer, aber die sind nunmal da und schon immer ein Problem, nicht erst seit 9/11 oder seitdem ein Familienvater meint, im Auftrag Gottes einen Menschen killen zu müssen…Sich das vor Augen zu führen und auch die grossen Unterschiede in Wahrnehmung und Deutung des Zeitgeschehens, ist sicher sinnvoll und erweiteret den Horizont.Martin D. schrieb heute im Kommentar von dem „kleineren Übel“ und mehr kann Obama in meinen Augen auch gar nicht sein. Um König zu werden in USA musst du einiges in Bewegung setzten, wovon ich lieber nix wissen will – Politik ist immer ein übles Geschäft und deshalb interessiere ich mich auch nicht sonderlich für die „Oberfläche“ – immerhin wissen wir: Es kommt richtig dicke, wenn alle sagen „es ist Frieden“…

  7. @Ric: Keine Ahnung ob ich das Ende des Labyrinths erreicht habe. Auf jeden Fall hat ein neuer Lebensabschnitt bei mir begonnen. Günther Hess hatte prophetisch schon vor einigen Monaten gesehen, daß ich über den Jordan in neues Land hineingehen werde. Wie das Neue spezifisch aussieht kann ich noch nicht sagen, aber vielleicht ändere ich irgendwann den Namen Labyrinth in „verheissenes Land“?

  8. Hey Ralf 🙂 An dem tag, wo Obama zum Präsidenten gewählt wurde, habe ich mich gefragt, ob er es schafft, bis zum 20. Januar auszuhalten…Auf der anderen Seite: Obama ist nicht blöd. Er wird sich der gefahr bewusst sein, in der er steckt. Nun – er wäre ja auch nicht er erste Präsident, der erschossen werden würde… (allerdings der erste schwarze) Da gab es noch so ein paar Spezialisten. Allen voran JFK, der doch viel bewegt hat. Das die USA allein durch ihre Konstellation und Denkweisen einen an der Waffel haben, ist auch allgemeinwissen 😀 Schon allein das Wahlsystem… Politik ist ein dreckiges Geschäft. Obama war nun lang genug Gouvaneur, um das zu wissen.Zum Thema Christen und so: Ich hasse dieses Thema. Ich habe eine Freundin, wo ich, wenn sie nur den Mund aufmacht und anfängt zu erzählen, was bei ihr in der Gemeinde „geht“ und „nicht geht“ und was die Pastoren sagen, nicht alles schrecklich ist, da bekomme ich das kotzen. Da zerraufen mir echt die Haare. Ich denke mir dabei immer: ich bin nicht dazu da, den Leuten zu sagen, wie falsch sie liegen, auch wenn ich der Meinung bin. Gott hat seinen Geist ausgeschüttet über seine Söhne und Töchter und er ist der, der Erkenntnis bringt. Mir bringt er da manchmal eine andere, als das, was manchmal so „gelehrt“ wird. Aber weder ich muss mich bei jemandem für meine Einstellung und Denkensweise rechtfertigen, noch andere bei mir. Wenn „evangelikale Christen“ (was immer das bedeuten mag) der Meinung sind, sie sind der Dreh- und Angelpunkt… und nur ihe Meinung zählt dann bitte. Dann gibt’s da drauf nur ein kurzes LMAA und dann ist der Käs‘ gegessen. Wir werden sehen, wie es weiter geht. Fakt ist: Gott steht über allem. Über Obama und über seinen Gegnern.

  9. Heute will ich anfangen, dich vor ganz Israel groß zu machen, damit sie wissen, daß ich mit dir sein werde, wie ich mit Mose gewesen bin. Jos.3,7

  10. Hallo Ralf,ich stehe auch vor etwas Neuem – ich habe das Gefühl, ich bin tief im Winter(-schlaf) ein neuer Frühling kommt bestimmt.Mein Umzug steht vor der Tür und mit ihm das Neue – ich bin etwas nervös – wie Obama wahrscheinlich. Ich habe aber keine Angst, dass ich abgeknallt werde. ric

  11. @ric: Bei DEINER neuen Amtszeit in Oberhausen habe ich auch kein mulmiges Gefühl. Im Gegenteil! Ich finde Deinen Ansatz und Vision klasse!Segen und Schutz DirRalle

  12. Shalom ihr Lieben,die Welt die Obama zujubelte, wird bald anfangen zu weinen. Vieles wird sich verändern. Obama ließ sich als den gesegneten und Heilsbringer feiern. Er wird als der Auserwählte und das Licht genannt. Schaut Euch ein Video an, klickt OBEN auf KOCHY!Vor wenigen Tagen hat er sich einen homosexuellen Priester zum Berater genommen. Das ist der falsche Weg und die Frucht wird die Welt tragen.Kochy

  13. @Kochy: Hey Kochy, Du wirst doch wohl nicht den Wahlkampf-Film von Mc Cain ernst nehmen?

  14. Hallo Ralle,ich lade dich hiermit ein meinen Blog zu besuchen, da gehe ich etwas ins Detail.kochy

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