Inspiration

Unter Inspiration (von lat.: inspiratio = Beseelung, Einhauchen von Leben, Ausstatten mit Geist) versteht man allgemeinsprachlich jene mentale Kraft, die neue Ideen hervorbringt. (Wikipedia)
In der Medizin bedeutet es die Einatmung von Luft.
Laut Meyers Lexikon bedeutet es allgemein auch Idee, Einfall, oder Eingebung.

Günter Jott hat letztens scherzhaft über die Musen berichtet, die sich manchmal weigern, ihn zu küssen.
In der Antike hatte man die Vorstellung, dass Ideen (das Denken) nicht selbst entwickelt, sondern von Göttern (oder eben Musen) von außen eingegeben werden.
Wir als Christen glauben, daß die Bibel ihren Schreibern von Gottes Geist eingegeben (eingehaucht) wurde. Ob es nun durch Verbalinspiration oder Realinspiration geschah, sei mal dahingestellt. Ich persönlich glaube nicht mehr an die Vebalinspiration, was ich früher tat und auch so gelehrt wurde.

Tatsache bleibt für mich, daß sowohl Gott, als auch Dämonen, finstere Mächte oder Engel Menschen inspirieren können.
Besonders kreative Menschen, Künstler oder Forscher sind auf solche Inspirationen angewiesen. Ebenso ein Prediger oder Verkündiger des Wortes Gottes.
Manchmal wird man auch durch andere Menschen inspiriert, durch ihre Begeisterung (Welcher Geist Be-geistert ihn?), ihren Humor oder ihre Weisheit und ihren Intellekt.
Im Negativen lassen sich manche auch durch „das Böse“ faszinieren und inspirieren.
Vor vielen Jahren sah ich den Film „Clockwork Orange“ von Stanley Kubrick im Kino, als er gerade neu herausgekommen war. Ich war noch kein Christ und als Hippie und Drogenfreak für alle erdenklichen Inspirationen offen.
Aber etwas an dieser Filmvorführung schockierte mich gewaltig. Es war damals eigentlich normal, daß die Kinobesucher zu den Guten hielten und eine Abscheu vor Gewalt hatten. Natürlich wollte man, daß das Gute siegt und das Böse verliert.
Aber hier war es völlig anders. Während ich mich vor den Gewaltszenen gruselte und darüber schockiert war, wie junge Leute (Alex, der Antiheld und seine Gang) Spaß am quälen von Menschen hatten, grölten gefühlte 90% der Kinobesucher bei der schlimmsten Vergewaltigungsszene und klatschten den Mördern Beifall. Sie belustigten sich an den „dämlichen“ Opfern und hatten viel Spaß an Alex und seiner gewalttätigen Bande. Sie fanden die sinnlose Gewalt aus reiner Langeweile und Grausamkeit offenbar so richtig cool!
Inspiriert vom Bösen! Das war mir völlig neu.

Von wem wirst Du inspiriert? Woher kommen Deine Ideen und Einfälle? Von Gott oder dem Teufel? Von guten oder bösen Mächten?
Oder kommen deine Ein-Fälle gar nicht von Außen? Vielleicht fällt da ja gar nix von außen in Dich rein, sondern steigt von innen aus Dir hoch? Aus dem Unterbewusstsein oder so.
Ein interessantes Thema, wie ich finde. Vielleicht führe ich das weiter.

Bild: Bildertagebuch (typolis.net)

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5 Kommentare zu „Inspiration“

  1. Woher die Einfälle kommen… – gute Frage, aber wird es Antworten geben? Vermutlich ist das sehr individuell und noch dazu unterschiedlich von Fall zu Fall.

    Ich unterscheide bei mir selbst zwischen Inspiration und Phantasie. Inspiration kommt vom Heiligen Geist, Phantasie ist vermutlich entweder in der Kindheit erworben (durch welche Umstände?) oder angeboren. Jedenfalls habe ich schon als Kind angefangen, Geschichten zu erzählen und zu schreiben, weil ich gar nicht anders konnte.

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  2. @Günter: Was ist Phantasie? Ich war damit auch schon als Kind hochbegabt ;-)) Aber kommt sie ausschließlich von innen? Wenn ich zurückdenke, erinnere ich mich an die Märchen und Geschichten, die mir meine Eltern erzählt haben. Und an die Spuk und Gruselschichten meines Bruders nachts im Bett. Dazu ab 8 Jahren die Büchereikarte. Damals habe ich manchmal fünf Bücher pro Woche verschlungen. Diese Geschichten haben eindeutig meine Phantasie angeregt – also kam die Inspiration eindeutig von außen, ich habe sie aber mithilfe meiner Phantasie weitergesponnen. Wie war es bei Dir?
    Gruß+Blessings nach Berlin!

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  3. Hi 🙂

    wirklich ein interessantes Thema. Oft liest und hört man, dass Einfälle und Problemlösungen oft dann kommen, wenn man NICHT grad zwanghaft darüber nachdenkt. Laufen soll auch sehr hilfreich sein.
    Genauso, wie sich die Menschheit nicht einbilden soll, nur verstandesmäßig handeln zu können, weil IMMER Emotionen mit im Spiel sind. Es ist nicht zu trennen. Unser Bewusstsein ist nur die Spitze des Eisberges. Die eigentliche Macht hat das Unterbewusstsein und was da so Einfluss hat, ist ja immer die große Frage. Ich glaube, das Thema hatten wir vor kurzem schon mal. Bzw. dreh ich es jetzt wieder in die Richtung. Bei Günter wird sich das Thema Inspiration um das Thema Schreiben drehen. Bei mir geht es um Problemlösungen und Lebensfragen (Was tun?)
    Man ist ja immer inspiriert VON etwas. Also, ich meine, dass das Thema Inspiration davon handelt, dass es etwas sein muss, was von außen kommt. Und auch, wenn man sich von seinem Unterbewusstsein manchmal ferngesteuert fühlt (ok, ich tue das), hat man doch auch immer noch die Eigenverantwortung, was man an sich ranlässt. Interessant finde ich, dass es medizinisch einatmen bedeutet. Man atmet auch gedanklich ein, mit allen Sinnen atmet man
    Eindrücke ein. Die Seele atmet das ein, was ich ihr biete. Natürlich gibt es auch Eindrücke und Erlebnisse, die ich mit nicht aussuche.
    Die Inspiration ist nicht das Ergebnis, sondern der Auslöser, der Funke. Und dann stellt sich dir Frage, ob dieser auf trockenes Holz trifft oder auf verfaultes, altes, nasses. Das Feuer entzündet sich oder es passiert gar nichts.
    Oder sie ist das noch fehlende Puzzleteilchen und plötzlich ergibt sich das Gesamtbild.

    LG
    TrüLo

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  4. @don the ralf: eigentlich war’s bei mir auch so. erst wurde mir vorgelesen, dann habe ich im eiltempo (viel zu früh, meinten die lehrer) lesen gelernt, weil ich all die vielen geschichten verschlingen wollte, die da auf mich warteten. es gab ein paar recht große bücherregale in unserer wohnung.
    das hat natürlich die phantasie angeregt, wachgekitzelt, was auch immer. andererseits: mein bruder, der ja unter den gleichen äußeren voraussetzungen aufwuchs, liest zwar auch gerne, aber er ist mediziner geworden und schreibt nicht. singt nicht. malt nicht.

    also kann es eigentlich nur so sein, dass die inspiration von aussen mit irgend was zusammentreffen muss, was schon drinnen vorhanden ist.

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