Wie man Politiker quält

Die Politiker haben uns nun schon jahrelang mit Hartz IV, Rentenkürzungen, Steuererhöhungen, Nullrunden und ihrem Gesülze in den Medien gequält.

Genug ist genug!

Ich habe die Lügerei satt. Ich habe die Eiertänze satt. Ich habe es satt, daß die Politiker den kleinen Leuten Wasser predigen und Wein saufen. Ich habe es satt, daß sie an grünen Tischen Dinge beschließen, aber von der Lebenswirklichkeit der davon Betroffenen keine Ahnung haben.
Genug ist genug! Ich wurde genug gequält und habe beschlossen zurückzuschlagen.
Du sagst ich kann das nicht? – Dein Irrtum, sorry. Ich habe einen großen Einfluss, denn ich bin Wähler. Der Politiker macht sich große Sorgen um mich, seinen Wähler, denn ohne mich kann er nichts tun. Ich muss ihn wählen, damit er ans Ruder kann.
Und ich habe beschlossen, ihn mit der Partei der LINKEN zu quälen.
Die habe ich schon zur letzten Bundestagswahl gewählt und zur letzten Landtagswahl auch. Entgegen aller Prognosen, Verteufelungen und allem Widerstreben der alten Parteien und Medien haben sie es in den Bundestag und den niedersächsichen Landtag geschafft und quälen die alten Parteien mit ihrem Populismus, unangenehmen Fragen und ihren roten Socken.
Sie quälen die anderen Parteien mit der Gerechtigkeitsfrage und ihrem Einsatz für den kleinen Mann, nämlich mich!
Aber es kommt noch schlimmer. Die Kuschelkoalitionen von Rot-Grün oder Schwarz-Gelb funktionieren nicht mehr. Die Parteien müssen sich in großen Koalitionen abmühen und mal so richtig arbeiten. Geschieht ihnen nur recht.
Die CDU muss sich jetzt in Hamburg mit den Grünen rumschlagen. Recht so!
Das Schreckgespenst der Jamaika-Koalition geht um. Ich möchte gern das Gesicht von Guido Westerwelle sehen, falls er gezwungen würde im Bund zusammen mit den Grünen zu regieren. Ich möchte das Gesicht von Gerhard Schröder sehen, wenn Kurt Beck zusammen mit Oskar Lafontaine auf der Regierungsbank sitzen müsste.
Wie man es auch dreht und wendet – es kommen rosige Zeiten für mich, den Wähler.
Denn ich kann immer wieder die Linkspartei wählen und damit die Politiker quälen.
Und die Wirtschaftsbosse noch mit dazu. Halleluja!
Doch wie quält man die Bonzen der Linkspartei? Dazu brauchen die mich nicht, die haben doch den Oskar Lafontaine und die alten Stasikader. Die quälen sich einfach selbst! ;-))

Und falls die SPD mal wieder etwas sozialdemokratischer wird und die CDU das „C“ in ihrem Namen wieder verdient, überlege ich mir vielleicht, ob ich wieder was Anderes wähle.

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5 Antworten

  1. Nun ja, also die SED zu wählen bringe ich nicht über mich. Soooo lange ist das mit dem Schießbefehl und den Todesstreifen noch nicht her. Und Stasi etc. spukt ja in manchem SED-Politiker-Kopf immer noch als gute Idee herum, auch wenn die Partei sich mehrmals umbenannt hat.
    Seit die SED zusammen mit der SPD Berlin regiert, sind die Armen noch ärmer geworden. Also ist das mit dem Einstehen für den „kleinen Mann“ wohl nicht so ernst gemeint, zeigt jedenfalls die Regierungspraxis.
    Gar nicht wählen ist auch keine Alternative… – Auswandern vielleicht? Aber wohin?

  2. @Günter: Als Heilsbringer sehe ich die roten Socken natürlich nicht, wie gesagt eher als „Folterwerkzeuge“ des kleinen Mannes! Meine Hoffnung ist eher die, daß die Politiker der etablierten Parteien durch die Linke gezwungen werden, sich ernsthaftere Gedanken über ihren „Gerechtigkeitskurs“ zu machen oder in unliebsamen Koalitionen gezwungen werden, in denen sie so richtig an Sachthemen arbeiten müssen. Die „Denkzettelwahl“ sollte zum Denken anregen. Vielleicht kommen die Parteien durch dieses Nachdenken ja daruf, eine bessere Politik zu machen?

  3. Gute Qual … äh… Wahl 🙂 ja, wie soll man sonst die politiker als kleine mann oder auch frau ärgern. also donralfo ich finde du hast jetzt mal wieder recht. allesdings kann man natürlich auch die argumente von jünther verstehn… aber nichts destotrotz, man muss sich auch ma zur wehr setzen.

  4. Also mir liegt eine anständige Entschuldungspolitik am Herzen. Da sind die Linken einfach absolut unglaubwürdig. Die würden den Rest auch voll verprassen, bis wir vor dem Nix stehen.

    Das Problem ist, dass die Nationalstaaten in der heutigen Zeit durch global agierende Konzerne und Lobbies erpressbar geworden sind. Das liegt an den Mechanismen der Globalisierung. Diese Probleme müssen auch auf einer globaleren Ebene gelöst werden, da kann eine Bundesregierung oft nichtmal viel machen.

  5. @Frohebotschaft: Das mit der Entschuldung ist natürlich sehr wichtig. Wenn die Regierenden sich allerdings beim Ausgeben selbst am Riemen reissen würden, wäre ihre Politik viel glaubwürdiger. Aber jetzt heißt es mal wieder: Diäten rauf, aber nicht zu knapp! Das sei ein völlig selbstverständlicher Vorgang, sagen sie. Ist aber ein verheerendes Signal in Zeiten, wo die einfachen Bürger immer mehr von ihrem Wohlstand abgeben müssen. Natürlich würden es die Linken nicht besser machen, wenn sie an der Regierung beteiligt wären. Ich benutze ihre Wahl auch hauptsächlich als Denkzettel für die Etablierten in der Hoffnung, daß sie tatsächlich dadurch zum Denken gezwungen werden.

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