Auslegung – mit dem Löwen kuscheln

Dann will ich mal versuchen, die Gedanken zusammenzufassen, die mir als Auslegung meines „Löwentraums“ durch den Kopf gingen.
Der erste Teil dürfte eigentlich klar sein: Der Herr der Herren ist kein Plüschtier, mit dem man machen kann, was man will. ER ist der Boss und nicht wir!
Und obwohl Jesus es liebt, wenn wir ihm unsere Liebe ausdrücken und zeigen, ist er nicht unser Kumpel oder eben unser Spielzeug, sondern unser Herr.
Als solcher will er auch ernst genommen werden.
Seine Liebe ist auch gefährlich für uns – Sie hätte mich fast erdrückt –
In der Tat glaube ich, daß es sogar unser Leben kostet, wenn wir seine Nähe und Liebe auf Dauer genießen wollen!
Mir kamen folgende Bibelverse in den Sinn:
Joh 12,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.
und als zweites:
Röm 6,5 Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der Auferstehung sein,
und dann noch:
Mt 16,24 Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach!

Wenn man nahe bei Jesus sein will muss man ihm nachfolgen. Sonst kann man ihm nicht auf Dauer nahe sein. Man ist zwar ein Kind Gottes und auch in Ewigkeit errettet, man wird nicht von Gott gerichtet oder verdammt, man wird auch von Gott geliebt, aber man ist kein „Freund“ Gottes, dem er seine Geheimnisse mitteilt.
Man kann auch nicht mit ihm „schmusen“.
Jesus nachfolgen bedeutet „sein Kreuz“ auf sich zu nehmen. Das Kreuz aber ist ein Instrument des Todes – Ein Hinrichtungsinstrument! Es bedeutet die Bereitschaft zu sterben und zwar nicht nur einmal!

Die Taufe ist ein anderes Sinnbild dafür: Wir werden in den Tod Jesu hineingetauft – der alte Mensch soll sterben, damit ein neuer Mensch in uns geboren werden kann.
Das geschieht bei unserer Bekehrung zu Jesus. Wir geben den Thron der Herrschaft über unser eigenes Leben auf und überlassen ihn jemand anders – Jesus. Wir geben das Steuerrad über unsere Lebensschiff aus der Hand und lassen jemand anders den Kurs bestimmen. Käptn Jesus.

Das Problem ist nur, daß wir unseren „alten Menschen“ nicht ein für allemal begraben. Wir möchten bei bestimmten Gelegenheiten gern wieder zurück auf den Thron und sind nicht einverstanden mit der Richtung und dem Kurs unseres Lebensschiffes.
Wir nehmen unserem Kapitän das Steuer wieder aus der Hand und wollen selbst gern bestimmen, wo es lang zu gehen hat.

Die Pranke des Löwen wird uns zu schwer und wir schieben sie weg, damit wir wieder frei atmen können.
Doch Paulus rät uns, daß wir „verwachsen“ sollen mit der Gleichheit seines Todes, nämlich des Todes am Kreuz.
Jawohl, Jesus hat uns Leben versprochen und zwar im Überfluß! Und das hätten wir auch gerne.
Aber wir vergessen schnell und gerne, daß es ein „Auferstehungsleben“ ist, und daß man nur auferstehen kann, wenn man zuvor gestorben ist.
Das Wort „verwachsen“ legt eindeutig nahe, daß das Sterben kein einmaliger Akt ist, sondern ein lebenslanger Prozess.
Wenn wir im „Auferstehungsleben“ wachsen wollen, müssen wir auch immer mehr mit dem Tode Jesu verwachsen.

Wir haben oft sehr viel Angst sowohl vor dem leiblichen Tod, als auch vor seelischen Sterbeprozessen, weil wir in unserem Unglauben denken, der Tod sei das Ende aller Dinge und das Ende des Lebens.
Wir vermuten, daß der Tod endgültig ist und uns einfach komplett jedes Leben und alle Freude raubt.
Wir scheinen zu vergessen, daß uns eine Auferstehung versprochen wurde!

Doch der Tod ist nichts weiter als eine Tür der Verwandlung, durch die wir gehen und niemals das Ende unserer Existenz.
So wie das Weizenkorn sterben muss und komplett zerfällt, um das Wunder der Verwandlung in einen komplett neuen Trieb und eine neue Pflanze zu erleben, so müssen auch wir unser Leben hingeben, um es wieder in völlig neuer Weise geschenkt zu bekommen.

„Muss ich denn sterben, um zu leben?“ sang einst Falco in seinem Song: „Out of the dark“.
Ja – von ganzem Herzen, würde ich ihm heute gern zurufen, wenn er noch leben würde.

Mein Lieblingsapostel Paulus sagt dazu auch folgendes:
2Kor 4,10 allezeit das Sterben Jesu am Leibe umhertragend, auf daß auch das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde.
Denn wir, die wir leben, werden allezeit dem Tode überliefert um Jesu willen, auf daß auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleische offenbar werde.

Möchtest Du gern immer noch mit dem Löwen kuscheln? Möchtest Du Jesus gern ganz nah sein? – Dann lass Dich von seiner Pranke erdrücken und schiebe sie nicht weg von Dir, weil sie zu schwer ist und Dir den Atem nimmt.
Mach Jesus nicht zum Plüschtier und Kuscheltiger, mit dem Du alles machen kannst, was Du willst.
Sag ja zum Sterben und zum Tod am Kreuz und folge Jesus nach. Umso herrlicher wird dann auch das wunderbare Leben Gottes in Deinem Leben sichtbar werden!

Diese Erklärung hatte der Herr für mich persönlich in meiner stillen Zeit am Freitag morgen.
Und ich sagte dazu: Amen.

7 Antworten

  1. danke donralfo,ich sage auch AMEN! Jesus nahe sein ist doch das einzige was zählt auf dieser welt! alles andere macht doch keinen sinn (auch wenns leichter zu haben ist).!!!!!

  2. Da schließe ich mein Amen an. Vermutlich inspiriert mich Traum und Auslegung zu irgend was… – weißnochnichtgenau. Aber ich habe so ein gefühl…

  3. @Günter: Das würde mich widerum sehr segnen. Denn ich wurde durch Dein Schreiben auch schon auf vielfältige Weise inspiriert. ;-))

  4. Nun denn. Sag mir mal einen Männernamen, weil sonst mein Protagonist Ralph heißt. Seine Frau heißt im Augenblick Angelika.Morgen früh geht das Ergebnis der Inspiration auf Sendung. Irgend welche Namenswünsche? Einen Kerl und eine Kerlin eben…

  5. @Günter: Die Frau von Ralf heißt Sylvia. Genannt Sylle.Ansonsten haben wir noch Alex und Simone in der Familie. Oder Meike und Steffen. Ruben und Sonja. Oder Benjamin und Carolin.Das sind allerdings alles Realnamen von uns und unseren Kindern bzw. dem dazugehörigen Gespons. ;-))Denk Dir ruhig einen eigenen Namen aus!

  6. Alexander und Simone ist prima. Die werden es sein. 🙂

  7. So, hat ja fast ne Woche gedauert, aber ist soweit fertig: Alexanders Löwe.Ganz fertig sind meine Erzählungen sowieso nie…

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