Die rockende Braut

Heute war Don Ralfo mal wieder in einem Gottesdienst. Die Gemeinde hieß früher Jesus-Freaks und benannte sich nach einer Trennung führender Leute in „Die rockende Braut“ um.
Die vormals tragenden und predigenden Leute haben jetzt eine
„Wort und Geist-Gemeinde“ in der gleichen Stadt aufgemacht, in der natürlich nur die absolut krassen übernatürlichen Sachen abgehen, während die Jesus-Freaks jetzt alleine rocken müssen.
Ich habe keinen großen Unterschied im Gottesdienst festgestellt. Die Athmosphäre war eher besser als früher. Aber sowas kann ja von Sonntag zu Sonntag auch mal schwanken.
Da sitzen 20 bis 30 nette junge Menschen auf gemütlichen Sofas herum und chillen so vor sich hin, während die Band auf der Bühne ein paar fetzige Lieder spielt. Kaum jemand geht richtig mit.
Ich komme mir ein bischen vor wie im Kino. Vorn läuft ein Film und die Kinobesucher staunen oder gähnen vor sich hin.
Man versteht sich gut untereinander. Die kleinen Gags am Rande verstehen aber nur die Insider.
Mich beschleicht das Gefühl, daß die jungen Leute am liebsten unter sich bleiben möchten, ich spüre keine Offenheit für mich als Besucher. Wahrscheinlich bin ich als alter Knacker nicht die Zielgruppe.
Ich frage mich, warum die Freaks ihren Gottesdienst überhaupt für Außenstehende öffnen und was sie überhaupt wollen.
Ein wenig christliche Unterhaltung für junge Leute?
Als Predigt liest eine junge Frau aus einem säkularen Bestseller vor. Ich schließe die Augen und entspanne mich. Ist schön gemütlich, so eine Lesung. Besser als dauernd nur Fernsehn.
Zum Schluss versucht sie mit ein paar eigenen Sätzen aus der Geschichte eine Parabel auf Jesus zu machen. Ganz nett, aber nicht besonders umwerfend.
Ich fühle mich nicht gerade „gerockt“ sondern eher eingeschläfert.

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5 Kommentare zu „Die rockende Braut“

  1. Hallo Ralf, A. Danke für deine Offenheit.B. Schade, dass du vieles so anders siehst.Zum einen sind nicht alle leitenden/prägenden leute zu w + g gegangen, sondern ein teil. Ich zum Beispiel leite seit fast zehn jahren die jesus freaks in hannover und halt jetzt die rockende braut und wir sehen uns nicht als die „armen“, die jetzt alleine weiter rocken müssen, sondern wissen, dass w+g und drb unterschiedliche visionen in einem leib haben, die wir jetzt anfangen auszuleben und zu füllen. manches von dem, was du schreibst finde ich echt interessant, da ich ja alles eher von intern zu sehen gelernt hab. Vielleicht hast du ja auch mitgekriegt, dass ich gerade dieses „kino-gefühl“ dieses teilweise passive, aufgegriffen hab. In diese Gemeinschaft reinzukommen/insider zu werden ist wirklich einfach, weil bei uns def. jeder so angenommen wird, wie er ist (incl. altersunterschiede, looks, etc.), aber dafür ist es schon wichtig dem persönlichen gespräch vorher oder hinterher raum zu geben, weil es doch innerhalb des godis schwer zu bewerkstelligen ist. schade finde ich auch das der (vielleicht umständlich von mir dargebrachte punkt) für dich nicht angekommen ist. An dieser stelle erhebe ich aber auch nicht den anspruch komplett rheotorisch gute flüssige predigten zu halten (auch im sinne von kinoberieselung), sondern in dem sinne echt zu sein, dass da wo ich gott erlebe, ich zeuge bin. hmmm. nun ja, ich will jetzt nicht beleidigt wirken und rumpampen, sondern ich würde mir wünschen, du hättest dich wohl gefühlt und gott hätte dich irgendwie berührt (man braucht ja eigentlich keine godiberichterstatter, wie zum beispiel restaurantkritiker, sondern wir sind eine große familie.)Sicher wünsche ich mir, dass noch mehr (viel mehr) gerockt wird; und bin doch froh und dankbar zu sehen, was gott tut, wo wir uns verändern und bewegen lassen. Immerhin hat es eine so liebevolle gemeindetrennung meines wissens noch nie gegeben und wir sind alle berufstätig. Würd mich freuen dich mal wieder zu begrüßen und wünsch dir das beste.freddy (Älteste der rockenden Braut)

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  2. @freddy: A. Super, daß Du so fein mit (so ner Art Kritik?) umgehst und nicht beleidigt bist ;-))B. Auf der Bühne und als tragender Mitarbeiter sieht man grundsätzlich die Dinge anders, als als Besucher (Passives Mitglied). Ist übrigens interessant, mal die Rollen zu tauschen, da lernt man was dazu. Ich kenne die „Bühnensicht“ auch ganz gut. Das gleiche gilt übrigens für die Rolle: Arzt/Krankenschwester/Patient. Ich kenne da auch Beide Seiten. Eine Ärztin aus unserem Hauskreis war auch gerade Patientin (OP) und sagte Ähnliches.C. Falls Du das misverstanden hast: Ich hatte nicht den Eindruck, daß ihr jetzt die „Armen“ seid. Im Gegenteil, die Gemeinde wirkte auf mich eher ein Stück „befreiter“ als vorher. Mir schien, daß ihr jetzt bessere Chancen habt mit Jesus voranzukommen.D. Der Punkt: „Für Dich 1000mal“ ist sehr wohl bei mir angekommen. Fand ich auch sher gut. Hätte man aber auch in 2 Minuten bringen können. Das Du „echt“ sein willst, gefällt mir auch sehr.E. Ich habe mich grundsätzlich wohl gefühlt bei Euch, bin als „Hauskirchler“ aber eine intensive Kommunikation in der Versammlung gewöhnt, die ein normaler GoDI eben so nicht bringen kann.Und Zuletzt F: Schreibe hier im Blog grundsätzlich meine spontanen Ideen und Gefühle auf und versuche da auch hauptsächlich „echt“ und ehrlich zu sein, weil ich glaube, daß frommes Getue niemanden weiterbringt.Ich finde Euch als Gemeinde und Typen sehr sympathisch.GrußRalle

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  3. @freddy und donralfo: da gehen doch zwei christen mal richtig nett miteinander um und mit kritik. hat mich sehr gefreut!!! da kann man doch jesus sehen. macht weiter so, jungs!

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